Robert Reed – The Ringmaster – Part One


Erscheinungsjahr 2021 | DVD | Progressive Rock

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Der Name Robert Reed wurde vor einiger Zeit durch die Album-Serie SANCTUARY bekannt. Mit dieser macht der Multiinstrumentalist Musik, wie sie der junge Mike Oldfield in den 70ern gemacht hat. Drei Alben der SANCTUARY-Reihe sind mittlerweile veröffentlicht und eigentlich sollte das neue Album SANCTUARY IV heißen und ein Doppelalbum werden. Robert Reed hat sich umentschieden und das neue Album THE RINGMASTER genannt und dieses in zwei Teile aufgeteilt, die innerhalb weniger Monate veröffentlicht werden.

Robert Reed ist aber nicht nur durch SANCTUARY bekannt. Eigentlich wollte ich schon seit einem Dreivierteljahr sein Projekt CHIMPAN A vorstellen, aber der Mann hat in den letzten Monaten so viele Alben herausgebracht, dass der Schimpanse weiter warten muss. Die letzte Veröffentlichung war das neue Album MASTER OF ILLUSION von Magenta. Nun also wird wieder Oldfield‘sche Musik zelebriert. Der Umstand, warum Reed sich dem Erbe Oldfields verschrieben hat, soll angeblich einer Interviewaussage von Mike Oldfield zugrunde liegen. Dort wunderte sich Mike Oldfield darüber, dass seine ersten Alben so erfolgreich waren, aber es niemanden gibt, der sich ebenfalls an dieser Art der Musik versucht. Robert Reed hat sich anschließend daran versucht und das durchaus erfolgreich.

Wie alle Alben, die von Robert Reed produziert werden, wurde auch THE RINGMASTER wieder von ihm in Surround Sound veröffentlicht. Erhältlich ist dieser Mix auf einer Bonus DVD.

Robert Reed The Ringmaster Surround DVD


Tracklist:

1 The Farewell – 2:46
2 The First Guardian Of Everywhere – 13:37
3 The Defeated Army – 4:35
4 A Touch Of The Song – 1:17
5 Storytown – 3:05
6 The Gatekeeper – 2:11
7 The First Large Water – 4:09
8 Mr Penning Standing Blue – 3:10
9 A Sign Of Sendlinger – 1:43
10 A Dream Of Home – 4:10
11 Arcadia In Ruins – 6:56

Gesamtdauer: 47:35


Die Musik:

Was gibt es anderes zu THE RINGMASTER – PART ONE zu sagen, als das, was man bereits zu den anderen SANCTUARY-Alben gesagt hat? Natürlich klingen die Alben alle ähnlich, es ist eine spezielle Art von Musikrichtung, wo dies viel augenscheinlicher wird, als wenn man mehrere Blues-Alben miteinander vergleichen würde.

Wieder einmal vermischt Robert Reed viele unterschiedliche Musikstile und Instrumente. Auch geografische Zugehörigkeiten werden hier aufgelöst. So werden Klänge, die man eher mit keltischer Musik von den Britischen Inseln assoziiert, mit afrikanischen Rhythmen kombiniert. Auch Mike Oldfield hat dies so gemacht. Akustische Instrumente aus allen Herren Ländern werden mit Synthesizern kombiniert, auch wie bei Oldfield. Wie gesagt, Robert Reed hat diesen Sound völlig eingenommen.

Aber er gibt ihm auch neue Facetten. Auf THE RINGMASTER – PART ONE fällt mir auf, dass die menschliche Stimme an Bedeutung gewonnen hat. Egal ob Chöre oder Leadgesang, THE RINGMASTER lässt sich schwer als Instrumentalalbum bezeichnen. Auch Les Penning ist wieder mit dabei. Auf dem letzten Robert Reed Album CURSUS 123 430 waren mir seine eingestreuten Erzählungen in die Musik etwas zu viel. Hier ist er nur am Anfang kurz zu hören.

Was sich bereits beim dritten Sanctuary-Album bemerkbar machte, kommt hier noch deutlicher zu tragen: Robert Reed beschränkt sich nicht nur auf die ersten vier Alben von Mike Oldfield, sondern erweist auch den späteren Alben seinen Respekt. Die Änderungen im Sound, die Olffield in den Alben zwischen PLATINUM und CRISES durchgemacht hat, werden auch im RINGMASTER thematisiert. So gibt es auf Reeds neuem Album ebenfalls mal geradlinigere Instrumentalparts mit Schlagzeugbegleitung, Vocoder- und vermehrt Synthesizer-Einsätze, was klar an Platten wie QE2 und eben CRISES erinnern lässt.

Im Gegensatz zu den ersten Alben, als die Musik nur aus zwei 20 Minuten langen Parts bestand, hat sich Robert Reed beim neuen Album dazu entschlossen, kürzere Stücke zu machen. Allerdings gehen diese zumeist weiterhin ineinander über, sodass dies beim Anhören nicht weiter ins Gewicht fällt. Im großen Ganzen ist Robert Reed mit THE RINGMASTER wieder ein gutes Album gelungen. Wer die ersten drei Alben von SANCTUARY mag, kann hier bedenkenlos wieder zugreifen. Man darf gespannt sein, wie sich PART TWO, der Anfang nächsten Jahres erscheint, sich von PART ONE absetzt.

Wertung: 82 %


Besetzung:

Robert Reed – Guitars, Bass Guitar, Keyboards, Glockenspiel, Vibraphone, Marimba, Timpani, African Drums, Percussion, Melodica, Recorder

Leslie Penning – Narrator, Recorder, Whistle
Tom Newman – Bells
Troy Donockley – Uilleann Pipes, Whistle
Simon Phillips – Drums
Angharad Brinn – Lead Vocals
Karla Powell – Oboe
Steve Bingham – Violin
Heather Cairncross – Vocals
Micaela Haslam – Vocals


Der Surroundmix:

Robert Reed tobt sich im Surroundmix wieder nach Lust und Laune aus. Er legt einen Mix vor, wie er besser für diese Art der Musik nicht erstellt werden könnte. Ein großes Merkmal im von Mike Oldfield entwickelten Musikstil ist, dass es hier kein Instrument gibt, was die erste Geige spielt. Egal ob Gitarren, Tasteninstrumente, Flöten, Glockenspiele oder Percussions, jedes Instrument ist hier gleich wichtig und trägt seinen Teil zum großen Ganzen bei. Es gibt keine Grenzen, alles ist erlaubt.

Und genau mit diesem Freiheitsbewusstsein hat auch Robert Reed den Surroundmix angelegt. Es gibt kein vorne, kein hinten, kein rechts und links. Jede Stelle im Raum ist wichtig und so beschallen den Hörer unentwegt aus allen Richtungen die verschiedensten Sounds und Instrumente. Gitarren sind mal vorne, mal hinten zu hören. Genauso die unzähligen Tasten- und Schlaginstrumente, die Flöten und Dudelsäcke. Gesang erschallt ebenfalls aus allen Ecken des Raumes. Im zweiten Stück The First Guardian of Everywhere erklingt kurz ein Schlagzeug nur im rechten Rearspeaker. Es klingt ungewohnt, keine Frage. Bei einem Rockalbum würde man auf die Barrikaden gehen, aber hier fügt es sich in den Mix ein, als wäre es das normalste der Welt.

Robert Reed hat auf diesem Album wieder eine Unmenge an Instrumenten und Melodien eingespielt, die alle unmöglich im ersten Hördurchgang erfasst werden können. Dies macht das Hören des Albums in Surround besonders spannend, weil es auch beim zehnten Hören noch neues zu entdecken gibt. Soundtechnisch macht das Album auch wieder eine überaus gute Figur. Vereinzelt hatte ich hier und da mal das Gefühl, dass an Klarheit noch etwas mehr drin wäre oder das Mischungsverhältnis der Instrumente zueinander nicht optimal wäre. Aber zumeist hat man es hier mit einem Album für audiophile Freunde von Musik zu tun.

Wertung: 98 %


Vorhandene Tonformate:
DTS 5.1
Dolby Digital 5.1

Album starten:

Auf der DVD gibt es nur den Surroundmix, keinen Stereomix. Beim doppeltes Drücken der Entertaste erklingt somit das Album in Surround Sound. Allerdings in Dolby Digital. Über die Audio-Taste lässt es sich in DTS umschalten. Direkt über das Menü ist die Prozedur etwas komplizierter:

UP > UP > ENTER > DOWN > DOWN > ENTER

2xUP > ENTER > 2xDOWN > ENTER

Abwertung: -1 %


Bonusmaterial:

Das Set hat eine zweite CD auf der sich zwei kurze Bonus-Stücke befinden. Dazu gibt es das Album noch einmal in einem alternativen Mix von Tom Newman. Ob man’s braucht? Interessanter ist das Bonusmaterial auf der DVD, auf der es zwei Musikvideos und ein kurzes Interview mit Robert Reed gibt. Verglichen mit früheren Veröffentlichungen, ist das Bonusmaterial dieses Mal aber etwas mau. Kein Wunder allerdings, wenn Robert Reed gefühlt pro Quartal ein neues Album herausbringt. Da bleibt für Bonus nicht viel Zeit.

Aufwertung: +1 %


Anspieltipp:

The First Guardian Of Everywhere


Fazit:

Wie immer bei Robert Reeds Ausflügen in das Mike Oldfield Wonderland: Musik und Mix überzeugen!

Pros / Cons:
+ Ein nahezu perfekter Surround Mix
+ sehr guter Klang
+ einiges an Bonusmaterial (+1 %)
– startet zunächst nur in Dolby Digital, statt im besseren DTS (-1 %)

 

 

GESAMTWERTUNG: 93 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

CD / DVD: Das Album gibt es noch ohne Probleme für ca. 19 Euro

Stand: 18.12.2021

 


Links:

Offizielle Webseite von Robert Reed

 

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