Robert Reed – Cursus 123 430


Erscheinungsjahr 2020 | DVD | Electronic

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Robert Reed war im letzten Jahr sehr fleißig, was das Veröffentlichen von neuen Alben angeht. Mit seiner Stammband Magenta hat er ein neues Album herausgebracht. Ein weiteres musikalisches Projekt, welches bereits vor einigen Jahren ins Leben gerufen wurde und den Namen Chimpan A trägt, wurde mit einem neuen Album reaktiviert. Schließlich arbeitete Robert Reed noch an seiner Solokarriere und veröffentlichte ein neues Soloalbum. Zu allen diesen drei veröffentlichten Alben erstellte Reed auch jeweils einen Surroundmix. Die anderen beiden werde ich in nächster Zeit besprechen. Heute geht es um sein Soloalbum CURSUS 123 430.

Den Namen Robert Reed verbindet man vor allem mit seiner durchaus erfolgreichen Reihe Sanctuary. Hier sind mittlerweile drei Alben erschienen, auf denen Reed der Musik von Mike Oldfield huldigt. Eigentlich befand sich Robert Reed in den Aufnahmen zu Sanctuary IV, welches ein Doppelalbum werden soll. Sein kreativer Output ging jedoch in eine völlig andere Richtung, sodass er beschloss, die Aufnahmen zu diesem Album erst einmal ruhen zu lassen und den neuen kreativen Strömungen freien Lauf zu lassen.

Herausgekommen ist ein elektronisches Synthesizer Album alter Schule. Auch hier hat Robert Reed wieder eine Reihe alter Helden, denen er mit eigener Musik huldigen wollte. CURSUS 123 430 ist eine Hommage an die synthetische Musik der 70er-Jahre.

Robert Reed Cursus 123 430 Surround


Tracklist:

1 Erthynge – 8.19
2 The Hawk And The Harbinger of Dawn – 1.20
3 Stoneborn Watchers – 5.24
4 The Man of Sight and Feathers – 8.08
5 Witness – 4.39
6 Stoneglow Warnings – 6.31
7 Stalemate – 5.05
8 Dust and Flowers In A Lost Eden – 0.54
9 Gatherings At Farewell Places – 7.35
10 Erthsheelde – 8.09

Gesamtdauer: 55:55


Die Musik:

Die alten Helden, die Robert Reed auf CURSUS 123 430 zum Leben erweckt, sind Jean-Michel Jarre, Tangerine Dream und Vangelis. Auch bei den musikalischen Soundtracks von John Carpenter hat sich Robert Reed inspirieren lassen. Regisseur John Carpenter, der Horrorklassiker wie Halloween und The Fog gedreht hat, hat in seinen Filmen zumeist den Score selbst geschrieben und diese mit Synthesizern eingespielt.

Wie man schon am Albumcover erkennen kann, ist CURSUS 123 430 die Vertonung einer Reise durch den Weltraum. Ich finde, dass musikalisch die größte Nähe zu den Werken von Jean-Michael Jarre besteht. Auch die schwelgerischen Melodien des Griechen Vangelis kann ich hier wiederfinden, während man die etwas schrägen, hypnotischen und tranceartigen Klanglandschaften, wie sie Tangerine Dream damals erschaffen haben, hier nur sporadisch wiedergefunden werden.

Les Penning, der schon auf den Sanctuary-Alben zu hören war, kommt hier wieder als Erzähler zu Wort und spricht immer wieder mal einige bedeutungsschwangere Textpassagen ein. Das ist der Punkt, wo mich das Album dann doch etwas nervt. Es passiert bei fast jedem Stück und je länger das Album dauert, desto mehr stört es mich. Seine tiefe Stimme lässt das alles arg gekünstelt klingen und nicht selten habe ich Bilder von Science-Fiction B-Movies aus den 50er-Jahren im Kopf.

Robert Reed nutzt weitestgehend aktuelle analoge Synthesizer statt alte Vintage Geräte, die die Vorbilder schon verwendet haben. Dabei handelt es sich um Hardwaresynthesizer, der Trend geht seit vielen Jahren ja eigentlich zu Softwaresynthesizern. Gerade hier gibt es etliche Plug-ins, die die alten Instrumente sehr überzeugend nachstellen können. Robert Reed erzählt in dem kleinen Interview, welches sich auf der DVD befindet, dass er hier mit echter Hardware arbeiten wollte, diese aber auch erst einmal erlernen musste. Anfangs konnte er keinen Ton herausbekommen.

Musikalisch lässt Robert Reed die alten Synthesizer-Zeiten mit seinem Album wieder aufleben. Es schafft es ganz gut, das Feeling dieser Musik einzufangen, die immer etwas futuristisch optimistisch erklang. Was mir aber auf CURSUS 123 430 fehlt, sind die Melodien, die hängen bleiben. Es scheint mehr, dass alles an einem schnell vorbeifliegt.

Wertung: 77 %


Besetzung:

Robert Reed – Keyboars, Percussion
Les Penning – Narrator


Der Surroundmix:

Robert Reeds Surroundmix zu seinem letzten Soloalbum Sanctuary III gehört zu den besten Mixen, die ich auf dieser Seite vorgestellt habe. Wie macht sich nun der Mix zu CURSUS 123 430?

Auch dieses Album ist wieder mal sehr diskret abgemischt. Reed legte die verschiedenen Synthie-Sounds gekonnt im gesamten Raum ab. Leadsynths kommen dabei in der Regel von vorne, während begleitende Klänge mehr in den Rears zu hören sind. Natürlich gibt es auf diesem Album auch zahlreiche repetitive und hypnotische Sequenzer-Spuren. Diese lässt Reed in der Regel nie an einem Ort stehen, sondern lässt diese immer um den Hörer durch den Raum wandern. Das passt zu dieser Musik natürlich ganz gut, manchmal würde ich mir aber wünschen, dass Robert Reed diese Effekte etwas weniger einsetzt, da mir das in der Musik manchmal zu unruhig wurde.

Für ruhigere Momente sorgt die Stimme von Les Penning, die immer klar von vorne kommt. Später im Album wird sie kurz auch in die hinteren Lautsprecher gelegt, dann nämlich, wenn die Stimme in den Frequenzen eine Funkgeräte-Charakteristik erhält. Es geht ja immerhin um Weltraumabenteuer auf dem Album.

Das Weltall in seinen unendlichen Weiten ließ Robert Reed auch auf die Idee kommen, dass man auch reichlich Hall einfügen müsse. Meines Erachtens etwas zu viel, es geht ein wenig die Präsenz verloren. Klanglich sind die Sounds nicht glasklar. Wenn ich das mit den Kraftwerk Surroundmixen vergleiche, klingen dort die synthetischen Sounds alle deutlich besser, weil der Mix viel klarer rüber kommt.

Alles in allem ein sehr guter Surroundmix, der allerdings nicht immer klanglich auf höchstem Niveau ist.

Wertung: 94 %


Vorhandene Tonformate:
DTS 5.1
Dolby Digital 5.1

Album starten:

Auf der DVD gibt es nur den Surroundmix, keinen Stereomix. Durch Drücken der Enter-Taste erklingt direkt der Mix in DTS. Perfekt!


Bonusmaterial:

Etwas weniger Bonusmaterial als gewohnt gibt es bei dieser Veröffentlichung aus dem Hause Reed. Vorhanden ist lediglich ein kurzes Interview und zwei Darbietungen auf dem Klavier.

Aufwertung: +1 %


Anspieltipp:

Gatherings At Farewell Places


Fazit:

Kommt nicht ganz an die großen Klassiker der 70er Jahre heran. Lohnt aber trotzdem.

Pros / Cons:
+ Diskreter Surround Mix
+ Bonusmaterial (+1%)
+ DTS als Tonspur ist vorausgewählt
– Klanglich etwas zu viel Hall (Geschmackssache)

 

 

GESAMTWERTUNG: 90 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

CD / DVD: Gibt es noch ohne Probleme für ca. 20 Euro zu kaufen.

Stand: 29.05.2021

 


Links:

Offizielle Webseite von Robert Reed

 

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