Yes – The Quest


Erscheinungsjahr 2021 | Blu-ray Disc | Progressive Rock

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Seit mehr als einem halben Jahrhundert gibt es die britische Progressive Rock Band Yes und sie sind immer noch aktiv. THE QUEST heißt das neue Album, welches vor Kurzem veröffentlicht wurde und auch eine Abmischung in Surround Sound spendiert bekommen hat.

Yes ist eine der Bands, die so viele Besetzungswechsel erfahren hat, dass man irgendwann den Überblick verliert. Schauen wir mal, wer ist dieses Mal offizielles Yes-Mitglied, bzw. wer ist es nicht mehr? Leider nicht mehr dabei ist der 2015 verstorbene Bassist Chris Squire. Squire war die einzige Konstante bei Yes, der auf jedem Album seit 1969 dabei war. THE QUEST ist nun das erste Yes-Album ohne ihn. Auch die Stimme von Yes, Jon Anderson, ist nicht mehr Mitglied bei Yes, dies war er auch schon auf den letzten beiden Alben nicht mehr. Von den Gründungsmitgliedern ist somit niemand mehr dabei.

Dabei sind noch zwei langjährige Mitglieder, Gitarrist Steve Howe und Alan White, der seit 1972 hinter dem Schlagzeug bei Yes sitzt und seinerzeit Bill Bruford ersetzt hat, der zu King Crimson gewechselt war. Zur aktuellen Besetzung gehört noch Keyboarder Geoffrey Downes, der bereits Anfang der 80er kurz bei Yes war und danach mit Steve Howe bei Asia spielte. Bassist Billy Sherwood heuerte bereits in den 90ern mal bei der Band an, war da aber eher als Gitarrist und Keyboarder gefordert. Sänger ist nun Jon Davison, der bereits auf dem letzten Album mit von der Partie dabei war.

Skepsis auf das neue Album machte sich in Fankreisen breit. Das letzte Album HEAVEN & EARTH von 2014 ist nicht gut angekommen, sodass viele eher die Meinung vertreten, dass Yes ihren Zenit weit überschritten haben. Ich selber habe die Band seit dem 2001 erschienenen Album MAGNIFICATION nicht mehr verfolgt. Schon damals fand ich den neuen Output nicht mehr so wirklich berauschend. Auf THE QUEST wurde ich nur dadurch aufmerksam, weil es sie eben auch in 5.1 gibt. Ja, ich weiß, ich bin ganz leicht zu triggern!

Yes The Quest Deluxe Edition


Tracklist:

1 The Ice Bridge – 7:01
2 Dare to Know – 6:00
3 Minus the Man – 5:35
4 Leave Well Alone – 8:06
5 The Western Edge – 4:26
6 Future Memories – 5:08
7 Music to My Ears – 4:41
8 A Living Island – 6:52
9 Sister Sleeping Soul (Bonus Track) – 4:51
10 Mystery Tour (Bonus Track) – 3:33
11 Damaged World (Bonus Track) – 5:20

Gesamtdauer: 61:33


Die Musik:

Yes gehörten Anfang der 70er zu den Bands, die den neu aufkommenden Progressive Rock maßgeblich beeinflussten. 50 Jahre später kann man natürlich nicht mehr erwarten, dass sie den Progressive Rock neu erfinden. Aber anscheinend erwarten genau das viele Prog-Fans von der Band und vergessen nebenbei, dass dieses Musikgenre schon seit Jahrzehnten in seiner Weiterentwicklung stagniert.

Ich bin von THE QUEST positiv überrascht, habe eigentlich auch nicht viel erwartet. Ich finde aber, dass das Album besser ist als die letzten Alben der Band, die ich Ende der 90er noch mitgenommen habe. Es gibt Stücke, die mir überhaupt nicht gefallen, aber auch welche, die ich richtig gut finde. Was auffällt ist, dass das Grundtempo des Albums eher gemächlich ist. Nur im ersten Stück The Ice Bridge wird die Handbremse ein wenig gelöst, ein Stück, welches mich aber auch mehr an Asia erinnert als an Yes.

Mit Yes-Werken zu vergleichen wird es eh etwas schwierig, denn typische Progressive Rock Muster findet man auf dem Album nicht so viele. Am Gitarrenspiel von Steve Howe erkennt man noch die Verbindung zu Yes, auch Billy Sherwood bemüht sich mit seinem Bassspiel an Chris Squire zu erinnern. Ich würde es aber eher in die Alternative Rock und Folk Rock Schublade stecken, wenn ich es denn irgendwo reinstecken müsste. Von daher kann ich auch so eine Menge mit der Musik anfangen und mit einigen Hördurchläufen bleiben einige der Melodien im Ohr hängen.

Wertung: 77 %


Besetzung:

 Jon Davison – lead vocals, guitar
Steve Howe – guitars, Sitar Guitar, Sho Bud Pedal Steel guitars, mandolin, koto, autoharp, vocals
Geoff Downes – piano, organ, synthesizers, Mellotron
Billy Sherwood – bass guitar, vocals, piano, keyboards, acoustic guitar
Alan White – drums

Jay Schellen – percussion
FAMES Studio Orchestra
Paul K. Joyce – orchestra arrangements
Oleg Kondratenko – conductor


Der Surroundmix:

Den Surroundmix hat Curtis Schwartz erstellt, der meines Wissens nach noch nicht als Surround Sound Engineer in Erscheinung getreten ist. Wie dem auch sei, er hat seine Sache sehr ordentlich gemacht. Denn größtenteils haben wir es mit einem durchweg diskreten Mix zu tun. Dabei findet sich eine ziemlich klassische Verteilung der Instrumente im Raum vor. Die Lead Vocals, Schlagzeug, Bass und die Leadgitarre sind in der Regel vor dem Hörer platziert. Keyboards finden sich häufig seitlich vom Hörer oder hinten, manchmal auch vorne. Keyboardsoli erklingen, soweit mir aufgefallen ist, immer hinten links. Die weiteren Gitarren werden ebenfalls oft in die Rears gepackt oder sind auch seitlich vom Hörer platziert, was zu einem schönen Rundumklang führt. Die Percussion-Einsätze werden ebenfalls in der Regel hinter den Hörer platziert.

Natürlich gibt es auch zahlreichen Chorgesang. Auf einigen Songs gibt es Gesangsduete zumeist mit Steve Howe. Die Zweitstimme ist wie der Leadgesang eher vorne vorzufinden, in einigen Stücken variiert dies etwas und sie wird mehr in die Raummitte gelegt. Der mehrstimmige Chorgesang findet sich aber in der Regel immer hinten. Es gibt ein paar Stücke, die von einem Orchester begleitet werden, welches gut im Raum verteilt wird. Es ist nicht zwingend hinten, auch vorne kann man einige Instrumente hören. Man hat aber niemals das Gefühl, dass das Orchester den Bandsound erdrückt.

Was den Klang angeht, gefällt mir das Album ebenfalls gut, hier gibt es nichts auszusetzen. Allerdings ist es auch kein Klang, der einen mit der Zunge schnalzen lässt. Das gilt auch größtenteils für den Surroundmix. Er ist schön diskret, aber er ist eben etwas konventionell, was die Verteilung der Instrumente im Raum angeht. Das soll auf keinen Fall als Kritikpunkt missverstanden werden! Der Mix ist sehr songdienlich aufgebaut und am Ende ist es das, was zählt.

Wertung: 92 %


Vorhandene Tonformate:
DTS HD Master Audio 5.1
LPCM 48/24 5.1
LPCM 96/24 2.0
 

Album starten:

Die Musik startet regulär in Stereo. Über die Audiotaste lässt sich dies auf Surround einstellen, nur verpasst man dadurch die ersten Sekunden des ersten Stückes. Das ist nicht schön. Vorher im Menü umstellen ist ohne eingeschaltetes visuellen Hilfsmittel (Fernseher) eine Tortur, denn man muss im Audio-Menü nach der Wahl der Tonquelle auf „close“ navigieren, um dieses Menü wieder zu schließen. Im Blindflug wird man genau daran scheitern. Die Tastenkombination für DTS HD Master lautet:

LEFT > ENTER > DOWN > ENTER > DOWN > DOWN > DOWN > ENTER> RIGHT > ENTER

Yes The Quest Blu-ray Menu

LEFT > ENTER

Yes The Quest Blu-ray Menu

DOWN > ENTER > 3x DOWN > ENTER > RIGHT > ENTER

Abwertung: – 3,5 %


Bonusmaterial:

Es gibt drei Bonus Tracks auf der zweiten CD. Diese sind auch auf der Blu-ray in Surround vorhanden und starten automatisch nach den ersten acht regulären Tracks. Außerdem sind auf der Blu-ray Instrumentalversionen enthalten. Das große Mediabook-Booklet enthält Texte, Lyrics und viele Bandfotos und Zeichnungen von Roger Dean. Vom Design her wirkt das Ganze aber ziemlich simpel und ideenlos. Auf mich wirkt das, als hätte man das an einem halben Tag in einer Fotobuch-Software schnell zusammengebaut.

Aufwertung: + 0,5 %


Anspieltipp:

The Ice Bridge, Leave Well Alone


Fazit:

Das Album ist besser als sein junger Ruf und der Surroundmix gefällt!

Pros / Cons:
+ Sehr guter Surroundmix
+ High Resolution (+1 %)
– Das Menü ist nicht gut gelöst
– Das Artbook ist eher wenig Art

 

GESAMTWERTUNG: 86 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

Limited Artbook: Die günstige Variante an den 5.1 Mix zu kommen, ist über das Artbook in LP-Größe. Enthalten sind zwei CDs und eine Blu-ray. Kostenpunkt: 35-40 Euro. 

Limited Deluxe Box Set: Diese Version enthält noch 2 LPs, ein Poster und anderen Schnick-Schnack für ca.100 Euro.

Stand: 09.12.2021

 


Links:

Offizielle Seite von Yes

 

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