Jethro Tull – Benefit


Erscheinungsjahr 1970 | DVD | Progressive Rock

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BENEFIT ist das dritte Studioalbum von Jethro Tull und erschien 1970. Dieses wurde gerade innerhalb der Mediabook-Reissue-Serie wiederveröffentlicht und enthält einen von Steven Wilson erstellten Surround Mix. Dieser Mix ist schon einige Jahre alt, denn bereits 2013 erschien eine Sonderedition des Albums mit einer DVD. Damals jedoch wurde es als gewöhnliches Digipack veröffentlicht, während die anderen Reissues alle im Buchformat erschienen sind.

Es war relativ klar, dass man dies mit BENEFIT früher oder später auch so machen würde, allein weil es sich im Regal viel besser macht, wenn alle Alben im gleichen Look aneinandergestellt sind. Im Vergleich zur alten Digipack-Version gibt es mehr Inhalt und natürlich wieder ein 100-Seiten dickes Begleitbuch, was den einen oder anderen Käufer von damals noch mal zum Kauf verleiten dürfte. Es ist somit davon auszugehen, dass der Preis für das gebrauchte Digipack in nächster Zeit sinken dürfte, da es öfter angeboten wird.

Aufgenommen hatte die Band das Album im Winter 1969/1970 noch als Quartett. Als Gastmusiker holte man John Evan hinzu, der die Tasteninstrumente bediente und kurz darauf festes Mitglied wurde. Für den Bassisten Glenn Cornick war die Jethro Tull Reise nach BENEFIT beendet, da Ian Anderson mit seiner ausschweifenden Lebensweise nicht einverstanden war und ihn rauswarf.

BENEFIT erschien international leicht abgewandelt im Vergleich zur britischen Version. Statt dem Stück Alive And Well An Living In, wurde der Song Teacher hinzugefügt. Zudem wurde Inside an dritter Stelle auf der A-Seite platziert, statt an der dritten der B-Seite. In Europa war das Album überaus erfolgreich und erreichte fast überall die Top 10. Auch in den USA kam nun der Erfolg. Hier kletterte das Album bis auf Platz 11.

Jethro Tull Benefit 50th Anniversary Edition Review


Tracklist:

1 With You There to Help Me – 6:20
2 Nothing to Say – 5:10
3 Alive and Well and Living In – 2:47
4 Son – 2:52
5 For Michael Collins, Jeffrey and Me – 3:59
6 To Cry You a Song – 6:09
7 A Time for Everything? – 2:43
8 Inside – 3:40
9 Play in Time – 3:45
10 Sossity, You’re a Woman – 4:35

Gesamtdauer: 41:25


Die Musik:

Musikalisch erlaubte sich die Band auf BENEFIT mehr Freiheiten. Jethro Tull verwendeten hier und da einige Effekte aus der Studiotechnik, wie rückwärts abgespielte Flöten und Klavierspuren oder Variationen der Bandgeschwindigkeit. Außerdem brachten die Klangfarben der Tasteninstrumente die Band auf ein neues Level.

Nichtsdestotrotz bezeichnete Ian Anderson BENEFIT als Riff-Album. Die Rockmusik wurde zu der Zeit immer rifforientierter und Jethro Tull nahmen diesen Trend auf. Im Vergleich zum Vorgänger STAND UP klingt BENEFIT vermutlich dadurch lebendiger und hat trotz der Studiospielereien mehr Live-Charakter. Heutzutage kommt sein Stellenwert als Nachfolger von STAND UP und Vorgänger von AQUALUNG einem Übergangsalbum gleich, bei dem die Band allmählich ihren Sound für die nächsten Jahre fand.

Wertung: 81 %


Besetzung:

Ian Anderson – vocals, guitar, flute, balalaika, keyboards
Martin Barre – electric guitar
Glenn Cornick – bass guitar, Hammond organ
Clive Bunker – drums, percussion

John Evan – piano, organ


Der Surroundmix:

BENEFIT ist das letzte Album von Jethro Tull, welches lediglich auf einer 8-Spur Bandmaschine aufgenommen wurde. Steven Wilson berichtet in dem Buch davon, dass er in der Verteilung der Instrumente dementsprechend etwas limitiert war. Das Schlagzeug z. B. befand sich auf einer einzigen Spur, also in Mono. Dementsprechend war es nicht möglich, es im breiten Panorama im Raum zu verteilen. Es fällt auf, dass Wilson das Schlagzeug etwas mehr in die Raummitte positioniert hat, mit einem leichten Schlag nach links, vermutlich weil dies dem originalen Stereomix entspricht.

Ist man sich der Tatsache bewusst, dass das Album nicht so viele Einzelspuren enthält, ist man am Ende doch überrascht, dass man weitestgehend einen diskreten Surroundmix vorfindet. Die Leadgitarre ist zumeist in den hinteren Lautsprechern positioniert, entweder links oder rechts. Das heißt, dass auch Gitarrensoli stets hinten erklingen, was schon zu einem starken Rundumklang führt. Tasteninstrumente spielen auf diesem Album noch eine etwas untergeordnete Rolle, schließlich war John Evan zu dem Zeitpunkt noch kein offizielles Mitglied. Hier hat sich Steven Wilson dazu entschieden, seine Parts in die Front zu platzieren. Gelegentlich hört man aber auch hinten das ein oder andere Klavier oder eine Orgel.

Die Flöte hat keine feste Position auf dem Album. Oft erklingt sie hinten, bei einigen Stücken aber auch vorne. Gleiches gilt für den Gesang. Bei To Cry You A Song ist der Gesang sehr weit im Raum platziert. Zusammen mit den Gitarren, die links und rechts erklingen, dürfte dies der immersivste Song auf dem Album sein, bei dem man das Gefühl hat, mittendrin im Geschehen zu sein. Auch Play In Time ist ein Highlight im Mix. Dies ist der Song, bei dem Jethro Tull exzessiven Gebrauch von damaligen Studiotricks machte. Rückwärts abgespielte Instrumente und Manipulationen in der Wiedergabegeschwindigkeit von Gitarrenspuren kann man hier hören, die Wilson effektvoll im Raum kreisen lässt.

Was den Gesamtsound angeht, merkt man BENEFIT natürlich das Alter an. Es klingt wie vieles, was Ende der 60er aufgenommen wurde. Der Klang wurde von Steven Wilson leicht verbessert, Wunderdinge kann man hier aber nicht erwarten. Dies ist aber auch gut so, denn so bleibt dem Album der etwas raue Charakter erhalten.

Wertung: 95 %


Vorhandene Tonformate:
DTS (96 kHz / 24 bit)  5.1
Dolby Digital  5.1
PCM (96 kHz / 24 bit) Stereo

Album starten:

Will man BENEFIT in Surround hören, muss man den Sound entsprechend umstellen, da das Album in der Voreinstellung in Stereo beginnt. Dies geht zum Glück über die Audiotaste in den ersten Sekunden des ersten Stückes. Vorher im Menü umstellen ist etwas umständlich:

ENTER > RIGHT > RIGHT > ENTER > DOWN > ENTER > ENTER

Jethro Tull Benefit DVD Menu

ENTER

Jethro Tull Benefit DVD Menu

RIGHT > RIGHT > ENTER

Jethro Tull Benefit DVD Menu

DOWN > ENTER > ENTER

Auch die Bonustracks kann man in Surround hören. Allerdings hat man dies hier im Gegensatz zu anderen Veröffentlichungen aus dem Hause Jethro Tull schlecht gelöst. Ist das Album beendet, landet man wieder im Hauptmenü und die alten Stereomixe sind vorausgewählt. Man muss hier also wieder auf den Eintrag der Remixe gehen, dort in das Untermenü und da die Extra Tracks auswählen. Nervig:

UP > ENTER > LEFT > LEFT > ENTER > ENTER

Abwertung: – 2 %


Bonusmaterial:

Im Vergleich zur Collector’s Edition von 2013 gibt es in diesem neuen Release deutlich mehr Bonusmaterial. Auf den ersten beiden CD’s gibt es insgesamt sieben Stücke mehr. Es gibt zwei weitere CD’s mit Livemitschnitten und eine zweite DVD mit dem gefilmten Tanglewood-Konzert, welches sich auf der dritten CD befindet. Dieses liegt auf der DVD auch in Surround vor.

Aufwertung: + 3 %


Anspieltipp:

To Cry You A Song, Play In Time


Fazit:

Auch diese Veröffentlichung ist ein Muss für jeden Jethro Tull und Surround Sound Fan.

Pros / Cons:
+ sehr guter Surroundmix
+ informatives Buch und Bonuscontent (+3 %)
– DVD-Menü ist auf Stereo voreingestellt (-2 %)
– leider nur eine normale DVD und daher kein hochauflösendes Tonformat

 

GESAMTWERTUNG: 92 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

Mediabook „50th Anniversary Edition“: Ist erst seit November 2021 draußen und noch gut erhältlich. Kostenpunkt etwa 35-40 Euro.

Collector’s Edition: Diese Version von 2013 ist mittlerweile Out of Print, gebraucht bekommt man es derzeit günstig für unter 20 Euro, da viele Besitzer auf das neue Mediabook umsteigen.

Stand: 29.12.2021


Links:

Offizielle Webseite von Jethro Tull

 

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