The Doors – The Best Of (Quad-Mix)


Erscheinungsjahr 1973 | Blu-ray Disc | Psychedelic

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2017 feierten The Doors ihren 50. Geburtstag. Anlässlich dieses runden Jubiläums veröffentlichte man eine Compilation, die alle Singles der Band inklusive B-Seiten enthält. Diese wurde zum einen in Form von 20 Vinyl-Singles veröffentlicht (also genau in der Aufmachung wie die Singles auch in den 60ern veröffentlicht wurden), dann noch als normale Doppel-CD und als Doppel-CD mit zusätzlicher Blu-ray. Auf dieser Blu-ray befindet sich kein Videomaterial, sondern der originale Quadrophonie-Mix ihres Best Of-Albums von 1973.

Dieses Best Of-Album ist seinerzeit nur als Quadrophonie-Platte veröffentlicht worden, um die neue Technik und den Absatzmarkt an neuen Geräten und zusätzlichen Lautsprechern anzukurbeln. In den 80ern, als Quadrophonie längst wieder tot war, kam eine Wiederveröffentlichung als herkömmliche Stereo-Schallplatte.

Obwohl die Compilation damals veröffentlicht wurde, nachdem die restlichen Doors-Mitglieder nach dem Tod von Jim Morrison zwei weitere Alben veröffentlichten, befinden sich auf dieser Best Of nur Stücke, die in der vollen Besetzung aufgenommen wurden.

Die Wiederveröffentlichung des Mixes im heutigen digitalen Zeitalter ist nicht neu. 2015 wurde bereits eine SACD mit dem Mix veröffentlicht. Die aktuelle Veröffentlichung kommt in einem Gatefoldcover, welches ein neues Covermotiv erhalten hat. Der Quad-Mix fungiert hier mehr als Bonusbeigabe zu der Singles-Zusammenstellung. Bei den Singles sind auch die (erfolglosen) Singles des übriggebliebenen Trios enthalten.


Tracklist:

1 Who Do You Love – 6:48
2 Soul Kitchen – 3:30
3 Hello, I Love You – 2:23
4 People Are Strange – 2:10
5 Riders on the Storm – 7:05
6 Touch Me – 3:15
7 Love Her Madly – 3:20
8 Love Me Two Times – 3:16
9 Take It As It Comes – 2:14
11 Moonlight Drive – 3:01
12 Light My Fire – 6:50

Gesamtdauer: 44:08


Die Musik:

Wenn man sich die Tracklist ansieht, dann sieht man, dass sich da das eine oder andere Stück hineingeschlichen hat, welches man eher nicht zum Besten der Doors zählen würde. Einige der Stücke waren nicht mal Singles und essentielle Klassiker wie Break on Through oder The End fehlen völlig. Stattdessen gibt es eine Live-Coverversion eines Bo Diddley Klassikers. Hier fehlt mir der historische Hintergrund (bin nicht so alt!), ob dieses Stück damals ein Highlight auf Konzerten war und deswegen seine Berechtigung als Opener des Albums hat.

Wertung: 79 %


Besetzung:

Jim Morrison – vocals
Robby Krieger – guitar
Ray Manzarek – piano, organ, marimba, bass
John Densmore – drums


Der Surroundmix:

Als in den 60er Jahren mehr und mehr LPs auch in Stereo veröffentlicht wurden, hatten die Herren Tontechniker, die zuvor alles in Mono abgemischt hatten, noch nicht das richtige Händchen für den neuen zusätzlichen Kanal (und Lautsprecher), der jetzt hinzugekommen war. Oftmals waren die Stereoabmischungen alles andere als wirklich gut. Da wurde ein Teil der Instrumente nach links gemischt und der andere Teil nach rechts, sodass man oft das Gefühl hatte, man hört zwei Musikstücke gleichzeitig. Der Begriff Phantomschallquelle, war wohl vielen damals noch nicht vertraut, die zwischen beiden Lautsprechern entsteht, wenn eine Quelle in beide Lautsprecher gemischt wurde.

Die Quadrophonieabmischung des Doors-Best Of hat stellenweise leider das gleiche Problem, und das obwohl sie in der 70ern abgemischt wurde und man diese Anfängerfehler im Stereo nicht mehr machte. Dafür wurden sie jetzt anscheinend in der Quadrophonie gemacht. Hier gibt es vereinzelt Stücke (Soul Kitchen, Take it as it Comes) bei denen das komplette Schlagzeug hinten links gemischt wurde. Das klingt dann so, als würde dort ein Radio spielen in dem sich ein Schlagzeuger an einem Solo versucht. Drums sollte man immer mit mindestens zwei Lautsprechern abbilden. An anderen Stellen des Albums wird das auch gemacht, dann ist John Densmore nicht nur links hinten zu hören, sondern auch links vorne. Es befindet sich dann die Phantomschallquelle des Schlagzeugs mittig im linken Raum. Das klingt zwar räumlicher, aber es ist immer noch sehr seltsam, und man wird das Gefühl nicht los, dass man falsch sitzt oder seine Lautsprecher falsch angeschlossen hat. Die Hörgewohnheit will das Rhythmusgrundgerüst immer vor dem Hörer haben.

Bei anderen Songs wird das Schlagzeug eher in den hinteren Raum gelegt (dann aber schon vertrauter mit links und rechts Verteilung), was schon deutlich besser wirkt und durchaus zu gefallen vermag. Hello, I Love you wäre hier als Beispiel zu nennen. Dieser Song hat zudem einen interessanten Effekt, bei dem ein Hawaiigitarrenakkord von rechts vorne nach rechts hinten und dann nach links hinten gezogen wird.

Es gibt aber auch Stücke, die vollkommen überzeugen können. People are Strange und Riders on the Storm klingen richtig gut. So klingt das Gewitter und der niederprasselnde Regen beim zweiten Stück für die damalige Zeit überraschend plastisch (vergleichbar mit Soundeffekten eines heutigen Blockbusters in DTS 5.1). Die flüsternde und etwas mystisch klingende zweite Gesangstimme kommt hier aus den Rears und lässt einem einen Schauer über den Rücken laufen.

Alles in allem historisch mit Sicherheit interessant, aber kein Muss für die gepflegte Surroundmix-Sammlung. Es existieren übrigens 5.1-Mixe aller Doors Alben mit Jim Morrison, die um die Jahrtausendwende erstellt wurden, um den Absatzmarkt von DVD-Audio anzukurbeln. Diese sind aber mittlerweile sehr schwer zu bekommen.

Wertung: 75 %


Vorhandene Tonformate:
DTS HD Master 5.1
 

Album starten:

Da nur der Quadrophonie Mix des Best Of Albums von 1973 auf der Blu-ray ist, braucht man diese lediglich in den Player schieben um ihn abspielen zu können.


Bonusmaterial:

Es gibt keine Extras


Anspieltipp:

Riders on the Storm


Fazit:

Hier sind die beiden normalen Stereo-CDs mit Singles und B-Seiten fast interessanter, als der Quadrophonie Mix auf der Blu-ray. Allerdings kann man die (bis jetzt) 2-3 Euro mehr, die das Paket mit Blu-ray kostet durchaus investieren.

Pros / Cons:
+ historisch interessant
+ High Resolution (+1 %)
+ keine Stolperfallen durch ein schlechtes Menü
– der Mix ist eher mittelmäßig
– Meine Best Of würde etwas anders aussehen

 

GESAMTWERTUNG: 77 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

Blu-ray: Ist noch ohne Probleme zu bekommen und kostet etwa 16 Euro.

ältere SACD-Ausgabe: Hier gibts nur den Mix, keine Single-Collection auf weiteren Tonträgern. Preis 60 Euro aufwärts….

Stand: 16.01.2018


Links:

Offizielle Seite von The Doors (Ja, die gibt’s)

 

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