Mike Oldfield – Tubular Bells (Dolby Atmos)


Erscheinungsjahr 1973 | STREAMING / Blu-ray | Progressive Rock

Eine Dolby Atmos Review

Über 50 Jahre ist es mittlerweile her, dass Mike Oldfield sein Debüt-Album TUBULAR BELLS herausgebracht hat, was als Meilenstein der instrumentalen Rockmusik gilt. Mit gerade 20 Jahren nahm der schüchterne Musiker ein Album auf, welches er fast im Alleingang einspielte. Das alles innerhalb weniger Tage, weil Studiozeit Geld kostete, welches die neugegründete Plattenfirma Virgin Records nicht hatte.

Es war fast eine logische Konsequenz, dass TUBULAR BELLS zu diesem Geburtstag in Dolby Atmos abgemischt wurde. Die Aufnahmespuren lagen eh seit Jahren in digitaler Form vor, nachdem Oldfield im Jahr 2009 selbst das Album in 5.1 abmischte. Zu diesem Surroundmix gibt es bereits eine Rezension von mir. Für den neuen Mix ist nicht Mike Oldfield verantwortlich, der sich vor einigen Jahren aus gesundheitlichen Gründen aus dem Musikgeschäft verabschiedet hat. Erstellt hat den Dolby Atmos Mix David Kosten, der aus dem Umfeld von Steven Wilson kommt, also fähig sein sollte, ähnlich gute Mixe zu erstellen, wie es Wilson selbst tut.

Gehört werden kann TUBULAR BELLS in Dolby Atmos fast ausschließlich auf den unterstützenden Streamingportalen. Es gab aber eine kleine Auflage einer Blu-ray-Ausgabe, die vom SDE-Shop initiiert wurde, der regelmäßig solche Veröffentlichungen in seiner SDE Surround Series herausbringt. TUBULAR BELLS war Teil 10 der Serie und konnte im Frühjahr letzten Jahres vorbestellt werden. Der Preis dieser Blu-rays ist nicht ganz billig und beläuft sich inklusive Versandkosten um die 40 Euro. Die Kleinstauflagen, die sich meistens zwischen 2000 und 6000 Stück bewegen, sind natürlich schnell vergriffen. Über Ebay und andere Portale sind sie im Anschluss aber ganz gut zu bekommen, allerdings werden hier die Preise in der Regel noch höher liegen. Man kann aber auch Glück haben. Ich konnte dort zuletzt einige Blu-rays aus der Serie beobachten, für die um die 30 Euro gezahlt wurde.

Tubular Bells Dolby Atmos


Tracklist:

1 Part 1 – 25:30
2 Part 2 – 23:20

Gesamtdauer: 48:50


Der Dolby Atmos Mix:

Der Dolby Atmos Mix von David Kosten beginnt genauso unspektakulär wie TUBULAR BELLS musikalisch gesehen im Grunde auch startet. Anders ausgedrückt, ähnlich wie sich das frühe Meisterwerk von Mike Oldfield mit den Minuten mehr und mehr aufbaut, entfaltet sich auch der Dolby Atmos Mix zu einem immer intensiveren Erlebnis. Zu Beginn ist die berühmte Klavierfigur aber weitestgehend vor dem Hörplatz angesiedelt.

Je mehr Takte verstreichen, desto mehr passiert um einen herum und auch über dem Kopf. In den Höhenlautsprechern ereignet sich allerhand Spektakel. Oftmals sind es Leadinstrumente, die David Kosten dort platziert hat, vor allem Oldfields Leadgitarre. Selbst kleinere Soloeinschübe, wie zum Beispiel vom Glockenspiel, werden effektvoll nach oben gesetzt.

Seitlich und hinten handelt es sich meist um unterstützende Gitarren, Orgeln sowie Klaviersequenzen, die die Musik zu einem rundum beeindruckenden Erlebnis machen. Besonders interessant ist die räumliche Aufteilung im Finale des ersten Teils. Die Hintergrundbegleitung an Gitarre und Bass ist unspektakulär vorne platziert. Die Ansagen der verschiedenen Instrumente erfolgen auf der linken Seite des Zimmers. Die Soloinstrumente machen anschließend einen großen Bogen: Sie beginnen unten links, wandern nach oben und klingen schließlich unten rechts ab. Mit Ausnahme der TUBULAR BELLS, deren Klänge majestätisch direkt von der Decke niederprasseln.

Im Gegensatz dazu erscheint mir der zweite Teil von TUBULAR BELLS etwas weniger räumlich, insbesondere die als „Caveman“ bekannte rockige Stelle mit Oldfields Gesang wirkt mit Ausnahme des Klaviers und der Hintergrundchöre recht frontlastig.

Insgesamt merkt man auch diesem Dolby Atmos Mix an, dass die Aufnahmen nicht gerade von höchster Klangqualität zeugen. Auch fallen hier kleine Unsicherheiten in Oldfields Instrumentierung deutlicher auf als in der Stereoabmischung. Das verleiht dem Album einerseits seinen authentischen Charakter, andererseits lenkt es auch etwas ab. Dennoch übertrifft der Dolby Atmos Mix Oldfields eigens erstellten 5.1 Mix. Eine bessere Klangqualität dürfte das Original-Album (Mike Oldfield erstellte 2003 eine Neuaufnahme) wohl nicht mehr erhalten, es sei denn, man würde es irgendwann durch irgendeine KI-Software glätten. Aber dann wäre es nicht mehr TUBULAR BELLS.


Anspieltipp:

Part 1 und 2 (sollte man nur als Einheit anhören)


Fazit:

In meiner Rezension zur Mike Oldfields erstellter 5.1-Version wünschte ich mir, dass es irgendwann einen neuen Mix geben wird, der dem Album gerecht wird. Hier ist er.

 

WERTUNG DOLBY ATMOS MIX: 90 %

 


Verfügbarkeit:

Blu-ray: Die Blu-ray gab es kurz im SDE Shop zu kaufen (ca. 40 Euro). Gebraucht gibt es sie ab ca. 50 Euro. Manchmal auch für weniger.

Streaming: Den Dolby Atmos Mix von TUBULAR BELLS gibt bei entsprechendem Abo bei Apple Music, Amazon Music Unlimited und Tidal zu hören.

Stand: 05.04.2024


Links:

Offizielle Webseite von Mike Oldfield

Rezension zu Mike Oldfields 5.1-Mix von Tubular Bells

 

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