Steven Wilson – To The Bone


Erscheinungsjahr 2017 | Blu-ray Disc | Progressive Pop

Springen zu:  Musik  |  Surroundmix  |  Albumstart  |  Bonusmaterial  |  Fazit  |  Verfügbarkeit

Zwischen den zahlreichen Remixen für diverse Bands, fand Steven Wilson Ende 2016 wieder Zeit, an eigener Musik zu arbeiten. Der ehemalige Kopf von Porcupine Tree veröffentlichte sein letztes Album HAND CANNOT ERASE 2015. Im folgenden Jahr kam schließlich mit 4 ½ ein Album heraus, welches ältere, zumeist unveröffentlichte Stücke enthielt.

Wilson wird weitestgehend mit dem Progressive Rock in Verbindung gebracht. Für Fans ist er so etwas wie der letzte Jedi, man könnte auch meinen, der King of Progressive Rock. Während sich die weiteren Vertreter des Genres kaum in die Albencharts verirren, schaffen es die Veröffentlichungen von Steven Wilson sogar in die Top 10. So auch das in diesem Jahr veröffentlichte TO THE BONE, welches in Deutschland auf Platz 2 kam.

Dabei kann man bei TO THE BONE kaum mehr davon sprechen, dass es sich um Progressive Rock handelt. Wilson will sich in keine Schublade stecken lassen und wollte ein Album machen, welches von diversen Platten aus seiner Jugend inspiriert ist. Gehört hat er damals Werke von Peter Gabriel, Kate Bush, Talk Talk, Tears for Fears und Depeche Mode. So wird der ein oder andere etwas irritiert ob der eingängigeren und poppigeren Klänge auf diesem Album gewesen sein.

Dass jemand, der in den letzten Jahren unzählige Surroundmixe für diverse Bands erstellt hat, auch sein eigenes Album in 5.1 anbietet, war logisch. Neben einer teuren Deluxeausgabe, die ratzfatz ausverkauft war, gibt es TO THE BONE auch als normale Blu-ray Einzelveröffentlichung.


Tracklist:

 1 To the Bone – 6:41
2 Nowhere Now –    4:03
3 Pariah – 4:46
4 The Same Asylum as Before – 5:14
5 Refuge – 6:43
6 Permanating – 3:34
7 Blank Tapes – 2:08
8 People Who Eat Darkness – 6:02
9 Song of I – 5:21
10 Detonation – 9:19
11 Song of Unborn – 5:55

Gesamtdauer: 59:53


Die Musik:

Was Steven Wilsons Musik angeht, würde ich mich nicht als großen Fan bezeichnen. Mir wär‘s tatsächlich lieber, er würde sich nur aufs Remixen konzentrieren, denn das kann er wie kaum ein anderer. Musikalisch gesehen ist er ein großer Schwamm. Er saugt alle möglichen musikalischen Ideen und Einflüsse auf und macht daraus seine eigenen Sachen. Die eigene Handschrift fehlt da etwas und zumindest mir geht es so, dass ich fast bei jedem seiner Stücke Assoziationen bekomme: „Das klingt ja so wie…“. Auch auf TO THE BONE habe ich fast immer eine Band im Kopf, von der dieses oder jene Lied auch hätte sein können.

Das Album klingt eindeutig songorientierter und weniger progressiv als frühere Veröffentlichungen. Nichtsdestotrotz findet sich auch hier eine Vielzahl an instrumentalen Passagen, wobei man gelegentlich den Eindruck bekommt, Wilson hätte die nur deshalb eingebaut, um seine Fans nicht zu sehr vor den Kopf zu stoßen. Im großen Ganzen findet man ein gutes Album vor, welches in der Mitte einige Längen aufweist.

Wertung: 81 %


Besetzung:

Steven Wilson – vocals, guitars, bass, keyboards
Ninet Tayeb – vocals, backing vocals
David Kollar – guitars
Paul Stacey – guitar
Nick Beggs – bass, chapman stick
Robin Mullarkey – bass
Adam Holzman – piano, clavinet, organ, Solina strings
Craig Blundell – drums
Jeremy Stacey – drums
Pete Eckford – percussion
Mark Feltham – harmonica
Sophie Hunger – vocals
Jasmine Walkes – spoken word
David Kilminster – backing vocals
Dave Stewart – strings
The London Session Orchestra – strings
Paul Draper – sequencer

 


Der Surroundmix:

TO THE BONE ist voll bepackt mit Ideen. Man findet die meiste Zeit einen sehr vollen und dichten Sound vor. Gelegentlich klingt das Ganze aber etwas überproduziert, was sich auch im Surroundmix bemerkbar macht. Man wird erschlagen vor der Fülle an verschiedenen Sounds. Man hat als Hörer das Gefühl, man wäre unmittelbar vor einer Wall of Sound und bekommt fast klaustrophobische Zustände. Das kann mitunter aber auch sehr effektvoll sein, z.B. beim Song Pariah, der zunächst gemächlich anfängt mit leisen, im Raum flirrenden Synthiearpeggios, einer Akustikgitarre und einem E-Piano-ähnlichem Sound in den vorderen Gefilden. Später, wenn die israelische Gastsängerin Ninet Tayeb zu ihrem emotionalen Höhepunkt kommt, baut sich urplötzlich in Form eines Instrumentalparts die besagte Wall of Sound auf und aus allen Lautsprechern erklingen unzählige E-Gitarren und Synthesizer.

Die wirklichen Surround-Highlights des Albums sind aber die etwas sparsam instrumentieren, ruhigeren Nummern, wie z.B. Refugee, die mit dezenten elektronischen Sounds in den hinteren Lautsprechern getragen wird, während vorne ein Klavier zu hören ist. Auch Blank Tapes ist so ein ruhiger Song, der sich im Surroundmix erst richtig entfaltet.

TO THE BONE ist immer wieder mal durchsetzt von elektronischen Spielereien. Hier versteht es Steven Wilson sehr gut, diese atmosphärisch und sehr räumlich im Songkontext einzubauen. Song of I und Detonation sind zwei Beispiele, wo das meiner Meinung nach richtig gut rüber kommt.

Über die Soundqualität muss man keine Worte verlieren, diese ist eigentlich wie immer bei Steven Wilson kristallklar. Was den Surroundmix angeht, ist der summa summarum so wie man einen Mix von Wilson erwarten kann. Es dürfte aber nicht sein allerbester Mix sein.

Wertung: 94 %


Vorhandene Tonformate:
DTS HD Master 5.1
LPCM 96/24 5.1
LPCM 96/24 2.0
 

Album starten:

Einfach die Enter Taste drücken, sobald das Menü geladen hat.

 


Bonusmaterial:

Als Extras bietet die Einzel-Blu-ray ein fast 90 minütiges Making-Of des Albums, welches ganz gut einfängt, wie ein Musikalbum produziert wird. Außerdem gibt es zwei Musikvideos (Song Of I und Pariah). Wer Interesse an Instrumentalmixen in Stereo hat, wird hier ebenfalls fündig.

Aufwertung: + 2 %


Anspieltipp:

Pariah


Fazit:

Auch hier findet sich die bekannte hohe Qualität eines Steven Wilson Surround Mix wieder. Musikalisch wäre aber etwas weniger mehr gewesen.

Pros / Cons:
+ sehr gute Abmischung
+ High Resolution (+1 %)
+ Album startet ohne Stolperfallen im Menü
+ Interessante Doku (+ 2 %)
– Gelegentlich wirkt das Ganze überproduziert

 

 

GESAMTWERTUNG: 93 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

Blu-ray: Ist noch ohne Probleme zu bekommen, Kostenfaktor: ca 17 Euro

Stand: 09.12.2017

 


Links:

Offizielle Seite von Steven Wilson

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.