Tears for Fears – The Tipping Point


Erscheinungsjahr 2022 | Blu-ray Disc / Streaming | Rock

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Am 25. Februar erschien das siebte Studioalbum THE TIPPING POINT von Tears for Fears. Die Arbeiten an dem Album begannen bereits vor neun Jahren. Damals wollte das Management der Band, dass diese mit jungen Künstlern zusammenarbeitet, um ein modernes und kommerziell klingendes Album zu erstellen. Mit dem Ergebnis dieser Sessions waren die zwei langjährigen Mitglieder Roland Orzabal und Curt Smith nicht zufrieden. Die Arbeiten verzögerten sich weiter und wurden zwischenzeitlich ganz auf Eis gelegt, weil Orzabals Frau im Jahr 2017 starb. Vor dem Corona-Zeitalter waren Tears for Fears aber 2019 auf einer erfolgreichen Tour und entschlossen sich anschließend dazu, es noch mal mit dem Album zu versuchen.

Da bereits zwei Alben von Tears for Fears in Surroundsound abgemischt wurden, ließ es sich Steven Wilson nicht nehmen, auch das neue Album in einem entsprechenden Mix zu bearbeitet. THE TIPPING POINT liegt nun in Dolby Atmos vor, der allerdings ausschließlich für Streamingdienste erstellt wurde und nur dort gehört werden kann. Die Webseite superdeluxeeditions.com legte jedoch in Zusammenarbeit mit der Band eine Kleinstauflage von 2000 Stück des Albums als Blu-ray auf, auf der sich der Dolby Atmos Mix und einer in 5.1 DTS befindet. Diese 2000 Blu-rays waren am selben Tag noch ausverkauft, vermutlich werden sich viele davon zu überteuerten Preisen demnächst bei Ebay wiederfinden.

Ich war an diesem Tag glücklicherweise auf dieser Seite und habe schnell zugeschlagen, ohne allerdings die Rechnung mit dem Zoll zu machen. Brexit sei Dank wurde diese Blu-ray zu einem kostspieligen Spaß. 22 Pfund hat die Blu-ray gekostet, es kamen noch 7 Pfund Versandkosten drauf. Da der britische Onlineshop der Seite keine Einfuhrumsatzsteuer an die EU abgibt, kommt entsprechend Zoll hinzu, der vom Empfänger beglichen werden muss. Zusätzlich dazu verlangt die DHL für diese „Dienstleistung“ eine weitere Pauschale von 6 Euro. Insgesamt kostete mich die Blu-ray 46 Euro. Ein stolzer Betrag!

Tears For Fears The Tipping Point Dolby Atmos


Tracklist:

1 No Small Thing – 4:42
2 The Tipping Point – 4:13
3 Long, Long, Long Time – 4:31
4 Break the Man – 3:55
5 My Demons – 3:08
6 Rivers of Mercy – 6:08
7 Please Be Happy – 3:05
8 Master Plan 4:37
9 End of Night – 3:23
10 Stay – 4:36

Gesamtdauer: 42:25


Die Musik:

Musikalisch macht das Album eine sehr gute Figur. Tears For Fears sind einige schöne Ohrwürmer geglückt. Was auf jeden Fall augenscheinlich ist, ist der Sound, der nicht verheimlichen möchte, dass es sich bei Tears for Fears um eine Band handelt, die ihre Wurzeln in den 80ern hat. Synthesizer dominieren, Gitarren sind zurückgefahren, es gibt Hall. Es kommt aber andererseits auch kein völliges Retrogefühl auf.

THE TIPPING POINT klingt wie ein Album von heute, welches sich aber die 80er zum Vorbild genommen hat. So wie die 80er letzten Endes abwechslungsreich waren, so ist es auch mit diesem Album. Es startet mit einer recht folkigen Nummer, geht dann über in einen stark elektronisch geprägten Titelsong über. Dazu gibt es auch die obligatorischen melancholischen Balladen, die sich mit einigen Uptempo-Nummern abwechseln. Die Highlights finden sich meiner Meinung nach vornehmlich in den ersten sechs Stücken.

Wertung: 79 %


Besetzung:

Roland Orzabal – vocals, guitars, keyboards, programming
Curt Smith – vocals, bass, keyboards

Charlton Pettus – guitars, keyboards, programming
Sacha Skarbek – piano
Florian Reutter – programming
Doug Petty – accordion, Hammond organ, piano
Carina Round – background vocals
Aaron Sterling – drums
Jamie Wollam – drums
Max von Ameln – guitar
Jason Joseph – choir
Charles Jones – choir
Jessi Collins – choir
Lauren Evans – choir


Der Surroundmix:

THE TIPPING POINT ist ziemlich elektronisch ausgefallen, soll heißen, es gibt zahlreiche synthetische Sounds, die Steven Wilson gekonnt im Raum verteilt. Gelegentlich bewegen sich diese Sounds auch durch den Raum, wobei mir dies im Dolby Atmos Mix um einiges lebhafter vorkommt als im normalen 5.1 DTS-Mix. Letzterer scheint mir aber wieder am Ende etwas diskreter zu sein. Da findet hinter dem Hörplatz mehr statt, während in Dolby Atmos eher die Seiten prall gefüllt sind.

Ich hatte es ja schon im Mix von LET IT BE beschrieben, dass Dolby Atmos Mixe eher für das binaurale Konsumieren über Handys und Kopfhörer optimiert werden. Das Gehirn ortet Sounds dann von hinten, wenn diese spezifische Laufzeitunterschiede zwischen beiden Ohren haben und diese Geräusche etwas dumpfer klingen, da die Ohrmuscheln die höheren Frequenzen absorbieren. Für virtuelle Surroundklänge auf Stereokopfhörern bedeutet dies letztendlich, dass einem Dolby Atmos Signal eben diese Laufzeitunterschiede und der dumpfere Klang im Processing hinzugefügt werden, um dem Gehirn das Gefühl zu vermitteln, es würden sich tatsächlich hinterm Hörer Rearlautsprecher befinden. Und genau aus diesem Grund will man hier bei Dolby Atmos nicht zu viel in die Rears packen, da dies den Gesamtklang beeinträchtigen würde. Man konzentriert sich stattdessen mehr auf die Seiten.

Und so klingt meiner Wahrnehmung nach der Dolby Atmos Mix von THE TIPPING POINT einerseits zwar sehr immersiv, man befindet sich mitten drin im Geschehen und es schwirren hier und da einem die Sounds am Kopf vorbei. Anderseits sind hinter dem Hörer etwas weniger zu hören, als dies im DTS 5.1-Mix der Fall ist. Vor allem Backing Vocals kommen in DTS deutlicher von hinten, während man in Dolby Atmos mehr das Gefühl hat, dass sich die Stimmen neben einem befinden.

Gesamtsoundtechnisch macht THE TIPPING POINT Spaß, wobei ich sagen würde, dass es sich nicht um einen Referenzmix handelt, da gibt es Alben, die besser klingen. Es mag am Einsatz des Halls liegen. Ich bin kein Freund davon, allerdings muss man sagen, dass THE TIPPING POINT meilenweit von dem Hallbrei vieler 80er-Jahre Produktionen entfernt ist.

Wertung: 97 %


Vorhandene Tonformate:
Dolby Atmos
DTS HD Master  5.1

Album starten:

Nachdem man im Menü auf Enter drückt erklingt das Album in DTS. Will man es in Dolby Atmos hören, muss man im Menü entsprechend einstellen, ein Umschalten über die Audio-Taste ist nicht möglich. Ist man bereits im „DTS-Abspielmodus“ geht folgende Kombination auf der Fernbedienung:

UP > UP > ENTER

Tears For Fears Tipping Point Blu-ray Menu

UP > UP > ENTER

Will man das bereits vor Start des Albums umstellen, ist es um einiges komplizierter:

DOWN > ENTER > DOWN > ENTER > ENTER > UP > ENTER

Tears For Fears Tipping Point Blu-ray Menu

DOWN > ENTER

Tears For Fears Tipping Point Blu-ray Menu

DOWN > ENTER > ENTER > UP > ENTER

Abwertung: -1 %


Bonusmaterial:

Auf der Blu-ray befindet sich nur der Mix des Albums in 5.1 bzw Dolby Atmos. Es gibt keinen Bonus.


Anspieltipp:

The Tipping Point


Fazit:

Tolles neues Lebenszeichen einer alten Band mit einem Steven Wilson Mix, wie man ihn erwarten konnte.

Pros / Cons:
+ Sehr guter Surroundmix
+ High Resolution (+1 %)
– Etwas umständlich, im Menü auf Dolby Atmos umzuschalten (-1 %)
– Blu-ray nur in Kleinstauflage in einem Online-Shop verfügbar (gewesen). Das Album gibt es so eigentlich nur im Streaming zu hören.

 

 

GESAMTWERTUNG: 91%

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

Blu-ray: 2000 Stück, die sofort ausverkauft waren. Es wird aber eine zweite Auflage veröffentlicht! Siehe Kommentar unten. Hier gibt es alle Infos.

Stand: 20.04.2022

 


Links:

Offizielle Webseite von Tears for Fears

 

2 Gedanken zu „Tears for Fears – The Tipping Point

  1. SDE wird eine Second Edition pressen lassen! Kann bis 4 Mai vorbestellt werden. Da ich die erste Runde verpasst habe freue ich mich als Tears for Fears und Surround Musik fan riesig darüber (der Preis ist mir in dem Fall egal …). Vor allem mag ich die neue Scheibe.

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