Schiller – Epic


Erscheinungsjahr 2021 | Blu-ray Disc | Electronic

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Christopher von Deylen, besser bekannt unter seinem Musikprojekt Schiller, hat kürzlich ein neues Album präsentiert, welches einen Surroundmix in Dolby Atmos auf einer Blu-ray enthält. Das neue Album trägt den Namen EPIC.

Das Besondere an EPIC ist, dass Schiller hier mit einem Orchester arbeitet. Vor Kurzem habe ich ja auch schon eine Rezension zu REPRISE von Moby veröffentlicht. Auch hier hat ein Musiker aus dem Gebiet der elektronischen Musik ein Album mit einem Orchester aufgenommen. Die Herangehensweise von Schiller ist aber eine andere. Während Moby seine bekannten Songs in ein akustisches Gewand umwandelte und die Elektronik nur sparsam einsetzte, ist Schillers Album weiterhin in erster Linie elektronisch. Das Orchester unterstützt lediglich die künstlichen Klangsphären.

Erschienen ist der Surroundmix auf zwei verschiedenen Deluxe Editions, einmal in einer etwas luxuriöseren im Mediabook-Format, welche 2 CDs enthält und eine Blu-ray. Günstiger fährt man mit der wohl regulären Ausgabe, die nur eine CD und die Blu-ray enthält und den Preis eines normalen Albums hat. Den Surroundmix erstellte Harald Gericke.

Schiller Epic Dolby Atmos Rezension


Tracklist:

1 Willkommen – 0:34
2 Do You See The Light? – 6:10
3 The Endless – 5:45
4 Midnight in Shiraz – 3:50
5 She Never Saw The Ocean – 6:37
6 Doppelgänger – 6:36
7 Beyond The Horizon – 5:03
8 Dark Sun – 6:48
9 White Nights (Don’t Let Me Go) – 4:37
10 It Was Only A Dream – 5:33
11 From Here To Eternity – 12:39
12 Free The Dragon – 4:35

Gesamtdauer: 68:41


Die Musik:

Es ist eigentlich verwunderlich, dass die Mischung aus künstlichen und orchestralen Klängen immer noch etwas ungewöhnlich ist. Heutzutage ist es für jeden Musiker eigentlich kein Problem mehr, diese musikalischen Kulturen zu mischen. Es gibt Unmengen an Libraries, mit denen man zu Hause orchestrale Sounds produzieren kann, die mittlerweile gar nicht mehr so künstlich klingen. Viele Musiker werden sie auch zu Hause auf dem Rechner haben, weil sie meistens Bestandteil größerer Bundles sind, in denen auch etliche Synthesizer Software enthalten ist. Bestimmt hat von Deylen seine Kompositionen zu EPIC bereits mit solchen Libraries angereichert. Für die fertigen Aufnahmen wurde aber doch lieber auf ein echtes Orchester zurückgegriffen.

Aufgenommen wurden die symphonischen Parts des Albums mit dem Orchester der Synchron Stage Vienna. Diese ist für viele Filmscores verantwortlich. Hans Zimmer nahm hier unter anderem einige seiner Filmmusiken auf. Diese Assoziation zu Filmmusik stellt sich auch beim Hören des Albums ein. Das war auch Schillers Intention, etwas wie Filmmusik zu erschaffen.

Die elektronischen und die echten Instrumente fügen sich gut in die Musik ein. Man hat nie das Gefühl, dass es da irgendwelche Fremdkörper gibt. Der Titel des Albums EPIC passt gut in das Gehörte, denn manchmal wird es schon ziemlich episch, wenn nicht gar etwas zu episch. Im großen Ganzen ist Schiller aber ein recht kurzweiliges Album geglückt, welches neben einigen mittelmäßigen Tracks auch ein paar gute hat. Nur dieses unsägliche „Willkommen in der Welt von Schiller“ am Anfang nervt.

Wertung: 74 %


Besetzung:

  Christopher von Deylen – keyboards, electronics
Orchester des Synchron Stage Vienna – Orchester


Der Surroundmix:

Die Musik von Schiller gehört zu der Sorte elektronischer Musik, die starken Gebrauch von Flächensounds macht. Sie soll unendliche Weiten suggerieren, in der der Hörer eintauchen und sich darin verlieren kann. Durch die Hinzunahme des Orchesters auf dem Album EPIC wird dies sogar noch verstärkt. Denn das Orchester spielt in erster Linie auch epische Flächen, seien sie von Streichern oder Blasinstrumenten intoniert.

Für den Surroundmix bedeutet dies, dass sich die Padsounds und das Orchester über die ganze Fläche des Raumes ausbreiten. Man kann sie also schwer einer genauen Position im Raum zuweisen, sie sind eben überall zu hören. Dies hat auf den Mix zwei Auswirkungen. Zum einen gibt dies einen schönen Rundumklang, in dem man wirklich mittendrin ist. Andererseits klingt das Album aber auch nicht so diskret wie typische Rockproduktionen, wo in den Rears mal Gitarren oder Keyboards gelegt werden.

So hat man es mit einem sehr immersiven Album zu tun, bei dem man immer von einem Grundrauschen von Flächen umhüllt ist. Wenn man aber genau hinhört, gibt es aber doch zahlreiche Effektsounds zu entdecken, die immer mal irgendwo im Raum aufpoppen. Auch gibt es repetitive Sequenzerspuren, die sich durch den Raum bewegen oder bei einigen Stücken in den hinteren Lautsprechern für eine Rhythmik sorgen.

Die synthetischen Beats erklingen zumeist vor dem Hörer, wodurch einem aufgrund der vielen Flächensounds ein Bezugspunkt gegeben wird und man nicht völlig im Raum die Orientierung verliert. Im Stück Doppelgänger gibt es aber auch in den Rears zahlreiche Percussion zu hören, was diesen Song dann letztendlich zu einem Highlight im Mix macht, weil dieser dann doch um einiges diskreter als der Rest klingt.

Was den Klang betrifft, klingt EPIC sehr klar und feinaufgelöst. Als Musik, die irgendwie immer auch mit 80er-Jahre-Synthie-Musik kokettiert, wird hier auch nicht mit Hall gespart. Im Vergleich zu vielen Produktionen aus diesem Jahrzehnt ist bei EPIC der Hall aber angenehm hinzugemischt worden. Lediglich im Stück It Was Only A Dream finde ich, dass man das mit dem Hall doch etwas übertrieben hat, was dieses Stück Musik im Vergleich zum Rest des Albums etwas wie einen Fremdkörper aussehen lässt.

Wertung: 94 %


Vorhandene Tonformate:
Dolby Atmos
DTS HD Master 5.1
LPCM 96/24 2.0

Album starten:

Das Menü gehört zu der Sorte Epic Fail. Hier hat man sich dazu entschieden, dass das auf der Blu-ray ebenfalls enthaltende Video „Live in Vienna“ der Hauptinhalt der Scheibe ist, der durch drücken der Enter-Taste aufgerufen werden kann. Das ist einerseits verständlich, denn für viele dürfte dies das wichtigste auf der Blu-ray sein und nicht der Dolby Atmos Mix. Allerdings ist es unlogisch, dies im Menü dort zu platzieren. Wenn man das Video sehen will, hat man auch bereits den Fernseher eingeschaltet, sodass man mit der Fernbedienung auch schnell dorthin navigieren könnte. Will man aber den Dolby Atmos Mix von EPIC hören, ist man eben nicht daran interessiert, den Fernseher einzuschalten, denn man will ja nur Audio konsumieren. Aber man wird durch das Menü dazu gezwungen, den Fernseher einzuschalten. Demnach ist der Aufbau des Menüs nicht bis zu Ende durchgedacht. Um zum Album in Dolby Atmos zu kommen, benötigt man folgende Tastenkombination:

RECHTS > ENTER > ENTER

Dolby Atmos ist vorausgewählt. Zugegeben, es gibt noch viel schlimmere Menüs.

Abwertung: – 1 %


Bonusmaterial:

Das „Live In Vienna“ Video ist insgesamt 40 Minuten lang und zeigt Orchester und Schiller beim Performen von 8 Stücken aus dem Album im Aufnahmestudio. Das hat mehr Musikvideo Charakter, als das eines Livekonzertes, das Album ist schließlich während der Pandemie entstanden. Man dürfte hier zudem den fertigen Albummix hören, statt der vor Ort live gespielten Musik. Außerdem gibt es noch ein kleines Making Of Video und weitere Videos, die aber mehr Lückenfüller sind. Unter anderem gibts eine extrem langsame Fahrt über das Coverartwork, was 20 Minuten lang dauert.

Aufwertung: + 2 %


Anspieltipp:

Doppelgänger


Fazit:

Sehr guter Surroundmix mit tollem Klang, musikalisch aber mit gelegentlichen Längen.

Pros / Cons:
+ Sehr guter Surroundmix
+ High Resolution (+1 %)
+ Viel Bonus, aber nur die Performance mit dem Orchester und das Making of ist wirklich essentiel (+2 %)
– Im Menü muss zum Album navigiert werden (-1 %)

 

 

GESAMTWERTUNG: 90%

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

Super Deluxe Edition: Die Box mit Hardcover-Buch, 2CDs und einer Blu-ray ist realativ erschwinglich für 35 € zu haben. Faires Preis-Leistungs-Verhältnis.

Deluxe Edition: Beinhaltet nur eine CD und die Blu-ray. Das ist die Ausgabe, die ich habe und hier besprochen habe. Kostenpunkt: ca. 21 €.

Stand: 09.02.2022

 


Links:

Offizielle Webseite von Schiller

 

3 Gedanken zu „Schiller – Epic

  1. Wird denn hier der Atmos-Mix besprochen? Mit einem vollen Atmos-Lautsprecher-Setup? Ich besitze kein Atmos und habe bei der Yello „Point“ festgestellt, dass es einen klanglichen Unterschied macht, wenn man den Atmosmix dann quasi als Downmix anhört.

  2. Hallo Oliver, ich beziehe mich hier auf beides, große Unterschiede zwischen Atmos und 5.1 habe ich hier nicht feststellen können. Das ist z.B. bei Let It Be anders, welches ich demnächst bespreche. Generell finde ich Atmos Besprechungen etwas schwierig, denn es dürfte schon einen Unterschied machen, ob man 4 Lautsprecher an die Decke hängt, oder nur zwei als Reflexboxen nutzt. Letzteres ist für mich eine Behelfslösung, dürfte aber in den meisten Wohnzimmern so zu finden sein. Eine Rezension zu Point kommt übrigens auch demnächst. Hier macht das Album aber auch in normalen 5.1 sehr viel Spaß, wobei es hier sicherlich die Frage ist, ob man als Downgrade den Dolby True HD Mix zu hören bekommt oder den komprimierten Dolby Digital Mix, falls der Verstärker True HD nicht kann.

  3. Atmos ist definitiv ein Klanggewinn und Erlebnis! Kein Vergleich zu Stereo. Wer hört heute noch Stereo. Abgesehen davon was denkt ihr warum 3 Tonspuren auf der Schiller BluRay sind. Bei Stereo sollte man nicht den Atmos downmix wählen sondern pcm Stereo wie sich das gehört, wenn man unbedingt stereo möchte. Übrigens. Am 22 Mai ist die High End in München. Vielleicht mal den grobi stand besuchen dann werdet ihr niemehr Stereo hören. Stereo = langweilig.

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