Yes – The Yes Album


Erscheinungsjahr 1971 | Blu-ray Disc | Progressive Rock

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Auch die britische Band Yes, eine dieser Rockdinosaurier, die Anfang der 70er Jahre den Progressive Rock maßgeblich prägte, gehört zu jenen Bands, die von Steven Wilson eine Frischzellenkur in Form von neuen Remixen erfährt.

Bei dem 1971 mit simplen Titel erschienen Output THE YES ALBUM, handelt es sich um das dritte Studioalbum der Band. Waren die ersten beiden Veröffentlichungen noch mehr der 60er Jahre angehauchten Beat- und Psychodelic-Musik zugeneigt, fanden Yes mit diesem neuen Album ihren eigenen Sound. Gitarrist Peter Banks hatte die Band verlassen und wurde durch Steve Howe ersetzt, der auch die Optionen hatte, bei Jethro Tull oder The Nice einzusteigen.

Die ersten beiden Platten hatten sich sehr schlecht verkauft, sodass Atlantic Records kein Geld in Werbung investieren wollte. Stattdessen plakatierte man in Eigenregie halb London mit Yes-Postern, was dazu führte, dass das neue Album sich hier gut verkaufte. Durch einen Poststreik konnten die Albenverkäufe des gesamten Landes nicht ermittelt werden, sodass man für die Wochencharts nur die Verkaufe des Virgin-Ladens in London hinzuzog. So waren Yes plötzlich in den Charts. Diese hohe Platzierung verhalf dann der Band zum Durchbruch im ganzen Land.

43 Jahre später ist das Album neu veröffentlicht worden und enthält nun den Steven Wilson Surroundmix. Dieser befindet sich auf einer Blu-ray und ist zusammen mit der normalen CD in einem Papersleeve, welches dem original Vinyl Gatefoldcover nachempfunden wurde.


Tracklist:

 1 Yours Is No Disgrace – 9:41
2 Clap – 3:17
3 Starship Trooper – 9:29
a. Life Seeker
b. Disillusion
c. Würm
4 I’ve Seen All Good People – 6:56
a. Your Move
b. All Good People
5 A Venture – 3:21
6 Perpetual Change – 8:58

Gesamtdauer: 41:36


Die Musik:

Mit dem YES ALBUM begann die progressive Phase der Band. Die Stücke wurden länger und komplexer. So finden sich hier gleich vier Stücke, die sieben Minuten oder länger sind und von Variationen und musikalischen Wechseln durchsetzt sind. Der neue Gitarrist Steve Howe drückt der Band mit seinem Spiel, welches aus Country- und Rock’n’Roll-Einflüssen besteht, deutlich den Stempel auf. Da Keyboarder Rick Wakeman noch nicht an Bord ist, fehlen auf diesem Album noch sämtliche überkandidelten, symphonischen Sperenzchen der späteren Album, sodass die Musik deutlich erdiger und rockiger klingt. Zudem ist das Album, wenn man es mit den Veröffentlichungen der anderen Progbands, wie Genesis, King Crimson und ELP anno 1970/1971 vergleicht, deutlich fröhlicher. Im Gegensatz zu diesen anderen Bands, konnte man bei Yes immer noch etwas Flower Power Zeit heraushören.

Wertung: 85 %


Besetzung:

John Anderson – vocals, percussion
Chris Squire – bass guitar, vocals
Steve Howe – electric and acoustic guitars, vachalia, vocal
Tony Kaye – piano, organ, Moog
Bill Bruford – drums, percussion

Colin Goldring – recorders


Der Surroundmix:

Wenn man sich den Surroundmix von Steven Wilson anhört, hat man mitunter etwas das Gefühl, dass er für seine Verhältnisse die einzelnen Instrumente auf diesem Album etwas mit angezogener Handbremse im Raum verteilt hat. Es klingt einen Ticken frontlastiger, als andere seiner Mixe. Da die Aufnahmen zum Album Ende 1970 stattgefunden hatten und die Plattenfirma aufgrund der enttäuschenden Verkaufe der ersten beiden Alben, lieber kein Geld mehr in Yes stecken wollte, kann man vermuten, dass THE YES ALBUM nur auf einem 8-Spur-Band aufgenommen wurde und sich daher nur begrenzte Möglichkeiten geben, die Instrumente im Raum zu verteilen.

Das soll aber nicht heißen, dass man es hier mit einem langweiligen Mix zu tun hat. Wilson hat dennoch dafür gesorgt, dass der Hörer von einem dichten Sound umgeben wird. Oftmals wurde hierfür das Schlagzeug mittig platziert. Orgeln kommen zudem fast ausschließlich aus den hinteren Kanälen. Die Gitarrenspuren von Steve Howe kommen mal von vorne, mal von hinten und wechseln auch währenddessen gerne mal die Richtung, wie sein funkyartiges Riff bei Yours is no Disgrace.

Zweimal wendet Wilson bei längeren Instrumentalpassagen einen Kniff an. Sowohl bei Perpetual Change als auch im Dritten Teil von Starship Troppers (Würm) fängt der Instrumentalteil relativ frontlastig an und wird mit der Zeit voller und raumfüllender.

Auch I`ve Seen All Good People fängt mit seiner Akustikgitarre und seinen Shakern zunächst hauptsächlich vorne an. Erst als einzelne Schläge auf der Bassdrum mittig im Raum erklingen und der begleitende Gesang hinten im Raum einsetzt und dort später auch Blockflöten erklingen, erhält das Lied seine ganze Entfaltung. Im zweiten Teil des Songs, der deutlich rockiger ist, kommt der Gesang schließlich aus den Rears.

Das instrumentale Clap ist dagegen nur ein Upmix. Es ist ein Solostück auf der Akustikgitarre im Stile des Gypsy-Jazz und ein Livemitschnitt von einem Konzert.

Die Surroundmixe der anderen bisher veröffentlichten Yes-Alben sind mitunter etwas spektakulärer, als der hier vorliegende, alle Lautsprecher haben aber dennoch auf THE YES ALBUM Schwerstarbeit zu leisten. Klanglich lassen sich die fast 50 Jahre alten Aufnahmen kaum anmerken.

Wertung: 90 %


Vorhandene Tonformate:
DTS HD Master 5.1
LPCM 96/24 5.1
LPCM 96/24 2.0
 

Album starten:

Das Album kann ohne Zuschalten des Fernsehers gestartet werden und beginnt automatisch mit der DTS-Spur. Sehr schön: Beim Authoring der Blu-ray hat man sich zudem Gedanken gemacht, wie der Konsument ohne TV sein gewünschtes Tonformat einstellen kann. Das Album kann mittels grüner Taste auf der Fernbedienung in LPCM 5.1 und mit gelber Taste in Stereo abgespielt werden. Die rote Taste schaltet dann wieder auf DTS HD Master um. Das dürften gerne auch andere so übernehmen. Leider ist es die einzige Blu-ray, bei der das so zu sein scheint.

 


Bonusmaterial:

Bonusmaterial gibt es auf der Blu-ray nur in Audio-Form mit alternativen Mixen, Single Edits und Livedarbietungen. Das ist alles kaum spektakulär und nur für Hardcore Yes-Fans interessant. Eine Doku über die Entstehung des Albums mit Bandinterviews wäre schön gewesen.

Aufwertung: + 0,5 %


Anspieltipp:

I’ve Seen All good People


Fazit:

Vielleicht ein gutes Einstiegsalbum, um Yes kennenzulernen, da noch nicht zu überdreht. Der gute Surroundmix bereichert das Album und sollte in keiner Sammlung fehlen.

Pros / Cons:
+ qualitativ guter Steven-Wilson-MIx, wenn auch etwas weniger spektakulär als üblich
+ High Resolution (+1 %)
+ Sehr gutes, durchdachtes Blu-ray Authoring
–  Bonuscontent nur für Die Hard Fans wirklich interessant

 

GESAMTWERTUNG: 90 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

Blu-ray: Ist 2014 erschienen und noch gut für ca 22 Euro zu bekommen

Stand: 01.11.2017

 


Links:

Offizielle Seite von Yes

 

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