The Black Crowes – A Pound of Feathers
Erscheinungsjahr: 2026 | STREAMING | Rock
Eine Dolby Atmos Streaming Review
Nach dem überraschend erfolgreichen Comeback mit HAPPINESS BASTARDS haben die Black Crowes offenbar keine Lust, lange über den nächsten Schritt nachzudenken. Gerade einmal zwei Jahre später steht mit A POUND OF FEATHERS bereits das zehnte Studioalbum der Band in den Regalen. Chris und Rich Robinson gingen Anfang 2025 erneut mit Produzent Jay Joyce ins Studio und ließen sich dabei vor allem von der Energie ihrer Tour inspirieren.
Viel Zeit haben sie sich für die Aufnahmen allerdings nicht genommen. Das komplette Album entstand innerhalb von gerade einmal acht bis zehn Tagen, und auch beim Schreiben wollten die Brüder möglichst wenig zerdenken. Alle elf Stücke stammen von Chris und Rich Robinson, wobei vieles spontan im Studio entstand. Das hört man A POUND OF FEATHERS auch an: Die Songs wirken direkt, rau und weniger auf Hochglanz poliert als manches frühere Werk der Band.
Musikalisch bleiben die Black Crowes ihrem Blues- und Southern-Rock-Fundament treu, lassen aber durchaus neue Farben zu. Neben schweren Gitarrenriffs und Chris Robinsons unverwechselbarem Gesang finden sich funkige Rhythmen, soulige Momente und ein paar ungewohnte Ausflüge, die dem Album zusätzliche Bewegung geben. Songs wie Profane Prophecy, Cruel Streak oder Do the Parasite! zeigen dabei die eher wilde Seite der Band, während andere Stücke etwas ruhiger und bluesiger daherkommen.
Der Titel A POUND OF FEATHERS spielt übrigens nicht einfach nur auf das bekannte Rätsel an, ob ein Pfund Federn oder ein Pfund Blei schwerer ist. Chris Robinson entlehnte die Formulierung „a pound of feathers or a pound of lead“ aus einem Song der britischen Band Broadcast und gefiel daran vor allem der Gedanke, dass ein Pfund eben immer ein Pfund bleibt, egal, woraus es besteht. Auf dem Album wird die Zeile im Opener Profane Prophecy gleich zum kleinen Motto: „Pound of feathers or a pound of lead“.
A POUND OF FEATHERS erschien am 13. März 2026 über das bandeigene Label Silver Arrow Records und bringt es auf elf Songs mit einer Gesamtspielzeit von knapp 42 Minuten. Damit fällt das neue Album zwar nicht besonders lang aus, dafür ist es in der kurzen Spielzeit ziemlich dicht gepackt und klingt vor allem so, als hätten die Robinson-Brüder momentan tatsächlich wieder richtig Spaß daran, eine Black-Crowes-Platte aufzunehmen. Wie auch schon der Vorgänger ist das neue Album auch in Dolby Atmos abgemischt worden.
Screenshot Apple Music App
Tracklist:
1 Profane Prophecy – 4:07
2 Cruel Streak – 4:09
3 Pharmacy Chronicles – 4:32
4 Do the Parasite! – 3:46
5 High & Lonesome – 3:41
6 Queen of the B-Sides – 2:02
7 It’s Like That – 3:20
8 Blood Red Regrets – 4:07
9 You Call This a Good Time? – 3:40
10 Eros Blues – 3:53
11 Doomsday Doggerel – 4:42
Gesamtdauer: 42:03
Der Atmos-Mix von A POUND OF FEATHERS setzt vor allem auf eine räumliche Erweiterung des typischen Black-Crowes-Rocksounds. Die Gitarren werden häufig etwas aus der Mitte herausgezogen und seitlich beziehungsweise weiter hinten im Raum platziert, während Gesang und Schlagzeug meist im vorderen Bereich bleiben. Der Gesang ist dabei auffällig oft etwas höher und mittig im Raum angesiedelt. Auch die Backing Vocals finden sich regelmäßig hinter beziehungsweise über dem Hörer wieder. Bei den rockigeren Stücken bleibt der Mix allerdings insgesamt eher frontlastig, was die Energie der Songs erhalten soll.
Interessanter wird es, sobald die Arrangements etwas ruhiger oder vielseitiger werden. Dann öffnet sich der Raum deutlich stärker. Bei High and Lonesome beispielsweise verteilen sich neben der Akustikgitarre auch E-Piano, Backing Vocals, Violine und weitere Gitarren über den Raum. Queen of the B-Sides schließt sich direkt an und arbeitet ebenfalls mit einer schönen räumlichen Staffelung. Auch bei Blood Red Regrets sind die E-Gitarren weiter im Raum verteilt, während Orgel, weitere Gitarren oder Violine und am Ende sogar Akustikgitarre und Mellotron aus unterschiedlichen Richtungen dazukommen. Hier bekommt der Mix deutlich mehr Tiefe und Immersion.
Schöne Details finden sich aber auch in den härteren Nummern. Schon bei Profane Prophecy reicht das Schlagzeug bis in die Höhenkanäle, sodass beispielsweise die Kuhglocke von oben zu hören ist. Bei Do the Parasite! wird der zunächst eher frontale Mix gegen Ende durch ein Gitarrensolo aus dem hinteren Bereich interessanter. Auch bei You Call This a Good Time? werden zusätzliche Gitarrenriffs hinter dem Hörer platziert, während sich zum Schluss die Stimmen stärker im hinteren Raum verteilen. Insgesamt bleibt der Mix dabei angenehm dreckig und rockig, mit einem leicht halligen Klangcharakter.
A POUND OF FEATHERS ist damit kein Album, bei dem permanent etwas aus allen Richtungen auf den Hörer einprasselt. Stattdessen wird die Räumlichkeit passend zu den Arrangements eingesetzt. Gerade bei den ruhigeren Stücken und den Songs mit etwas mehr Instrumentierung wird es deutlich immersiver.
Anspieltipp:
Queen of The B-Sides
Fazit:
Größtenteils zufriedenstellend!
WERTUNG DOLBY ATMOS MIX: 85 %
Streaming: Den Dolby Atmos Mix von A POUND OF FEATHERS gibt es bei entsprechendem Abo bei Apple Music, Amazon Music Unlimited und Tidal zu hören.
Stand: 27.09.2026
Links:
Offizielle Webseite von den Black Crowes