Deep Purple – Machine Head


Erscheinungsjahr: 1972 | BLU-RAY / STREAMING | Hard Rock

Eine Dolby Atmos Streaming Review

Als Deep Purple im Dezember 1971 nach Montreux in der Schweiz kamen, wollten sie dort ihr nächstes Album aufnehmen. Dafür nutzten sie das mobile Studio der Rolling Stones. Doch die geplanten Aufnahmen im Casino von Montreux wurden durch einen Brand vereitelt, der während eines Konzerts von Frank Zappa and the Mothers of Invention ausbrach. Die Band musste sich nach einer anderen Unterkunft umsehen. Der Rauch über dem Genfersee und die Ereignisse rund um das abgebrannte Gebäude gingen später in Smoke on the Water ein.

MACHINE HEAD erschien im März 1972 und gilt als eines der wichtigsten Alben von Deep Purple. Die klassische Mark-II-Besetzung mit Ian Gillan, Ritchie Blackmore, Jon Lord, Roger Glover und Ian Paice verbindet druckvolle Gitarrenriffs mit Jon Lords prägender Hammond-Orgel und einer kraftvollen Rhythmusgruppe. Songs wie Highway Star, Lazy und Space Truckin’ zeigen die Band in unterschiedlichen Facetten, während Smoke on the Water mit seinem berühmten Riff längst Rockgeschichte geschrieben hat.

Für MACHINE HEAD gibt es bereits seit Jahrzehnten verschiedene Surround-Abmischungen. 2024 kam ein neuer Dolby-Atmos-Mix von Dweezil Zappa hinzu, der sowohl auf Streamingdiensten als auch auf Blu-ray Audio verfügbar ist. Damit stellt sich die Frage, wie sich dieses Album mit seinem markanten Zusammenspiel von Gitarre, Orgel und Rhythmusgruppe im dreidimensionalen Klangraum schlägt.

Deep Purple Machine Head Dolby AtmosScreenshot Tidal App


Tracklist:

 1 Highway Star – 6:06
2 Maybe I’m a Leo – 4:51
3 Pictures of Home – 5:03
4 Never Before – 3:58
5 Smoke on the Water – 5:40
6 Lazy – 7:22
7 Space Truckin‘ – 4:32
8 When A Blind Man Cries (B-Side) – 3:33

Gesamtdauer: 41:43


Der Dolby Atmos Mix:

Der Atmos-Mix von MACHINE HEAD lebt vor allem vom reizvollen Wechselspiel zwischen den beiden wichtigsten Instrumenten der Band. Jon Lords Hammond-Orgel ist häufig hinten rechts zu hören, während Ritchie Blackmores Gitarre meist vorne links den Gegenpol bildet. Dadurch entsteht eine klare räumliche Trennung, die sich durch das gesamte Album zieht. Das übrige Klanggeschehen verteilt sich ebenfalls großzügig im Raum: Das Schlagzeug reicht oft bis in die Höhenkanäle, der Bass ist teilweise höher positioniert und auch Gesang und Backingvocals lösen sich immer wieder von der klassischen Frontabbildung.

Dabei bleibt es keineswegs bei einer statischen Aufteilung. Gerade die Soli nutzen den gesamten Raum und wechseln ihre Position. Schon im Opener Highway Star wandert die Leadgitarre von vorne links bis nach hinten rechts, während eine zweite Gitarre ebenfalls ihren Platz im Raum findet. Die Orgel taucht immer wieder in den hinteren Kanälen auf und bekommt dort auch bei ihren Soli genügend Raum. Bei Maybe I’m a Leo ist das E-Piano-Solo hinten zu hören, während die Gitarrensoli teilweise sogar in den Höhen angesiedelt sind. Auch Pictures of Home bietet eine weitläufige Darstellung: Das Schlagzeug ist vorne und hinten präsent, das Gitarrensolo rückt weit in den Raum und beim Basssolo scheint sich das Instrument förmlich um den Hörer zu drehen.

Besonders eindrucksvoll wird die räumliche Gestaltung bei Smoke on the Water und Lazy. Das berühmte Gitarrenriff steht links im Raum, während die verzerrte Orgel hinten rechts einsetzt. Gesangseffekte schweben nach hinten, und auch das Gitarrensolo löst sich ein Stück weit von der Front. Bei Lazy erstreckt sich bereits das Orgelintro über den gesamten Raum bis hinauf zur Decke. Im weiteren Verlauf wandern Gitarren zwischen verschiedenen Positionen, das Solo taucht rechts oben auf und später ist sogar die Mundharmonika in den Höhen zu hören. In Space Truckin’ bekommt schließlich auch das Schlagzeug zusätzliche Präsenz im hinteren Bereich und liefert dort ein eigenes kleines Solo.

Klanglich bewegt sich der Mix ebenfalls auf einem hohen Niveau. Die Aufnahmen klingen überwiegend druckvoll und transparent, auch wenn Pictures of Home im direkten Vergleich etwas muffiger wirkt. Insgesamt ist das eine sehr gelungene Umsetzung, die den Charakter der Musik bewahrt und gleichzeitig den gesamten Raum für die Instrumente nutzt. Die klare Gegenüberstellung von Orgel und Gitarre, die beweglichen Soli und die Einbindung der Höhenkanäle machen den Atmos-Mix von MACHINE HEAD zu einem echten Hörvergnügen.


Anspieltipp:

Never Before, Smoke on the Water


Fazit:

Ein Klassiker in Bestform.

 

WERTUNG DOLBY ATMOS MIX: 93 %

 


Verfügbarkeit:

Streaming: Den Dolby Atmos Mix von MACHINE HEAD gibt es aktuell nicht bei Apple Music, sondern bei Tidal. Ob er auch bei Amazon Music Unlimited zu hören ist, kann ich nicht überprüfen.

Blu-ray: Bereits 2024 erschien die Deluxe-Box mit LP, 3 CDs und der Blu-ray, auf der sich drei Surroundmixe befinden: Atmos, Quad und 5.1. Die Box ist allerdings nur noch gebraucht zu bekommen. EAN: 00600753993149 

Stand: 05.11.2026


Links:

Offizielle Webseite von Deep Purple

 

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