R.E.M. – Monster


Erscheinungsjahr 1994 | DVD-Audio | Alternative Rock

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Als die amerikanische Band R.E.M. im Jahr 1994 einen Nachfolger für ihr gefeiertes Album Automatic For The People präsentierte, war die Überraschung groß. MONSTER war fast der genaue Gegenentwurf dazu. Statt der ruhigen, akustischen Stücke, wie sie die Band vor allem in den letzten Jahren spielte, als sie weltweit für höheres Aufsehen sorgte, kehrte R.E.M. zu ihren rockigen Wurzeln zurück. Statt akustischen Gitarren, Mandolinen, Streicherarrangements und Klavier, gab es jetzt verzerrte Gitarrenwände, die selbst Michael Stipes Gesang in den Hintergrund drängten.

Der Grund für die neue Ausrichtung war, dass man wieder touren wollte. Das hatte die Band zuletzt Ende der 80er gemacht. Mit dem ruhigen Material der letzten Alben wollte man nicht auf Tour, da man dann so langweilig wie Pink Floyd wäre, so ein Zitat Michael Stipes im Jahre 1994.

MONSTER erschien im September 1994 und war das neunte Studioalbum der Band. Es verkaufte sich nur halb so gut wie Automatic und ich kann mich daran erinnern, dass man damals etwas enttäuscht von dem neuen Sound war. Mir gefiel das Album jedoch so gut, dass es damals meine erste R.E.M.-CD wurde, die Alben davor hatte ich nur auf Audiokassette überspielt (das waren Zeiten). MONSTER hatte ich gebraucht einem Freund abgekauft, dem sie nicht gefiel.

Im Jahr 2005 wurden die Warner-Alben von R.E.M. als DVD-Audio mit jeweils einem Surroundmix wiederveröffentlicht, für die Elliot Scheiner verantwortlich war. Diese Rezension behandelt diese Ausgabe (siehe Bild). Im letzten Jahr ist eine Deluxe Edition (mit blauem statt orangenem Cover) zum 25. Geburtstag veröffentlicht worden. Obwohl hierfür das Album neu gemixt wurde, befindet sich als Surroundmix weiterhin der alte 5.1 Mix von Elliot Scheiner auf der Blu-ray. Es gibt keinen neuen.

R.E.M. Monster DVD-Audio


Tracklist:

  1 What’s the Frequency, Kenneth? – 4:00
2 Crush with Eyeliner – 4:39
3 King of Comedy – 3:40
4 I Don’t Sleep, I Dream – 3:27
5 Star 69 – 3:07
6 Strange Currencies – 3:52
7 Tongue – 4:13
8 Bang and Blame – 5:30
9 I Took Your Name – 4:02
10 Let Me In – 3:28
11 Circus Envy – 4:15
12 You – 4:54

Gesamtdauer: 49:15


Die Musik:

Musikalisch gibt es eine deutliche Nähe zum Grunge, der damals durch Bands wie Nirvana und Pearl Jam sehr populär war und gegen Techno und Euro Dance anstinken wollte. Das Jahr wurde zwischendurch vom Tod der Grunge-Ikone Kurt Cobain überschattet. Michael Stipe war mit Cobain befreundet, was schließlich zum Song Let Me In führte, der sich mit seinem Selbstmord befasst. Auf dem Song spielt Bassist Mike Mills Kurt Cobains Gitarre.

Die Arrangements sind im Vergleich zu den beiden Vorgängern Out of Time und Automatic For The People simpler und es gibt weniger Overdubs. Tasteninstrumente sind auch eher selten zu hören. Nichtsdestotrotz gibt es auf dem Album immer noch die Anzeichen leichter Extravaganz, die R.E.M. immer an den Tag gelegt hat, was sich vor allem an den Gitarrensounds und Effekten niederschlägt, sodass das Album immer noch etwas anders klingt als gewöhnliche Alternative Rock oder Grunge-Platten. Und man macht erste Experimente mit elektronischen Drumsounds, die einige Jahre später, als Drummer Bill Berry ausstieg, noch wichtig wurden.

Ruhige Songs und mehr radiofreundliches Material, welches noch an die Vorgänger erinnert, gibt es aber auch. Diese Stücke finden sich vor allem in der Mitte des Album wieder, in Songs wie Bang And Blame, Tongue und Strange Currencies.

Wertung: 85 %


Besetzung:

Bill Berry – drums, percussion, bass guitar, backing vocals
Peter Buck – guitar, Farfisa organ on „Let Me In“
Mike Mills – bass guitar, piano, organ, backing vocals, guitar on „Let Me In“
Michael Stipe – lead vocals

Ané Diaz – backing vocals on „Bang and Blame“
Sally Dworsky – backing vocals on „King of Comedy“ and „Bang and Blame“
Lou Kregl – backing vocals on „Bang and Blame“
Thurston Moore – vocals and guitar on „Crush with Eyeliner“
Rain Phoenix – backing vocals on „Bang and Blame“
Lynda Stipe – backing vocals on „Bang and Blame“


Der Surroundmix:

Von den von mir bisher besprochenen R.E.M.-Surroundmixen auf dieser Seite ist der Mix zu MONSTER eindeutig mein Favorit. Der Sound kommt sehr wuchtig und dicht daher. Zumeist ist er so aufgebaut, dass sich vor dem Hörer eine Wand aus Gitarren, Schlagzeug und Bass aufbaut. Im Laufe eines Songs gesellen sich in den Rears weitere Instrumente hinzu. Zumeist sind das weitere Gitarren, die Akkorde oder Riffs spielen, aber auch Töne, die über den üblichen Gitarrensound hinweggehen, wie Tremolo- oder Staccato-Noten.

Was den Leadgesang angeht, kommt der zwar häufig wie üblich ebenfalls aus den vorderen Kanälen, aber nicht immer! Bei gut der Hälfte der Stücke ist er viel weiter in den Raum platziert, teilweise schon fast hinten oder wie im Kopf des Hörers platziert. Vor allem im dritten Stück King Of Comedy, kann man das gut hören. Das passt zu der dichten Wand der Instrumente, die vorne aufgebaut wurde sehr gut, vor allem weil der Gesang dadurch nicht eingeengt wird, wie das zum Teil in der Stereofassung ist. Insgesamt ist es sehr interessant, wie die einzelnen Instrumente in diesem dichten Klang, wo scheinbar kein Papier mehr dazwischen passt, immer noch genug Raum zur Entfaltung haben. Da hat Elliot Scheiner gute Arbeit geleistet.

Das Stück Bang And Blame, was damals auch als Single veröffentlicht wurde, liefert in diesem Mix die größten A-ha-Effekte. Während in den meisten anderen Liedern, die Rears effektvoll mit allerlei Gitarrensounds und Hintergrundgesang bestückt werden, legt Scheiner bei diesem Track noch mal eine Schippe drauf. In diesem Stück kommen mit der Zeit mehr und mehr Instrumente hinzu, die alle links und rechts neben und hinter den Hörer platziert werden. Vorne gibt es lediglich Schlagzeug, Bass, Leadgesang und später eine Akustikgitarre. Die im Stück prägende Tremologitarre kommt sehr präsent hinten rechts zum Vorschein, während hinten links ein Shaker, den Rhythmus unterstützt. Dazu weitere Gitarren. Weiblicher Hintergrundgesang wird ebenfalls nach hinten gemischt und schließlich mit Congas hinten rechts abgerundet. Im Anschluss an Bang And Blame gibt es eine kurze instrumentale Coda, die von vorne nach hinten zieht.

Wertung: 95 %


Vorhandene Tonformate:
MLP Lossless 5.1
MLP Lossless Stereo
DTS  5.1
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital Stereo

Album starten:

Wie üblich für eine DVD Audio. Rein in den Player, etwas warten, Enter drücken. Man muss sich nicht durch irgendwelche Menüs hangeln.

 


Bonusmaterial:

Auf der Rückseite des Digipacs der DVD-Audio-Ausgabe wird unter den Songtiteln mit einer unveröffentlichten Video-Doku mit drei Songs geworben. Das Ganze dauert lediglich neun Minuten, also kaum der Rede Wert. Dazu gibt es noch eine Fotogalerie.

Aufwertung: +0,5%


Anspieltipp:

Bang And Blame


Fazit:

Ein Surroundmix der sehr gut zu diesem Album passt.

Pros / Cons:
+ sehr guter Surroundmix und dichter Sound
+ Einfacher Start des Albums
+ High Resolution (+1 %)
– Extras eher dürftig (+ 0,5 %)

 

GESAMTWERTUNG: 93 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

DVD Audio: Ist out of Print, aber man kann sie gebraucht ab 18 Euro kaufen. Neupreise 70 Euro aufwärts.

Blu-ray: Die Deluxe Ausgabe zum 25. Geburtstag, bestehend aus 5 CDs und einer Blu-ray gibt es ab 65 Euro zu kaufen, was aber reichlich überteuert ist, wie ich finde.

Stand: 03.04.2020


Links:

Offizielle Webseite von R.E.M

 

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