Porcupine Tree – Lightbulb Sun


Erscheinungsjahr 2000 | DVD-Audio | Progressive Rock

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Von Mike W. K.

Das Album erschien ursprünglich im Jahr 2000. Den neuen Stereo- und Surroundmix hat Steven Wilson 2007 erstellt, das Album erschien unter Nr. KSCOPE102 auf gleichnamigen Label 2008 als CD+DVD-A im Jewel-Case mit einem 20 seitigen Booklet. Darin sind detaillierte Credits, Fotos und die Lyrics enthalten. Insgesamt ist der Klang noch etwas besser als bei „Stupid Dream„, er ist weniger harsch.

LIGHTBULB SUN ist das sechste Studioalbum von Porcupine Tree und das zweite, welches innerhalb der PT Diskografie in 5.1 auf DVD-A veröffentlicht wurde. Genau genommen stimmt das nicht, denn „In Absentia“ wurde 2003 als Surround Mix auf DVD auf den Markt gebracht. Aber der Mix wurde nicht von Steven Wilson erstellt, sondern von Elliott Scheiner. Dieses Album und der Mix wird in einer der kommenden Rezensionen in Kürze besprochen. In 2005 erschien „Deadwing“, ebenfalls als DVD-A mit 5.1 Sound, was ebenfalls noch besprochen werden wird.

LIGHTBULB SUN ist eines meiner Lieblingsalben, weil es abwechslungsreich ist, wunderschöne Songs enthält, gut klingt – wenn man weiß, dass es mit relativ überschaubarem Aufwand produziert wurde -, dafür aber mit viel Gefühl und Gespür für wunderbare Songs und Sounds.


Tracklist:

 1 Lightbulb Sun – 5:31
2 How Is Your Life Today? – 2:46
3 Four Chords That Made A Million – 3:36
4 Shesmovedon – 5:13
5 Last Chance To Evacuate Planet Earth Before It Is Recycled – 4:48
6 The Rest Will Flow – 3:24
7 Hatesong – 8:26
8 Where We Would Be – 4:12
9 Russia On Ice – 13:03
10 Feel So Low – 5:18

(Bonustracks nur als 5.1 Mix)
11 Disappear – 3:40
12 Buying New Soul – 10:26
13 Cure For Optimism – 6:36

Gesamtdauer: 76:49


Die Musik und der Surroundmix:

Wilson mischt grundsätzlich diskret ab, so dass möglichst alle Instrumente gut zu hören sind. Das tut seinen oftmals reichhaltigen Arrangements gut.

Lightbulb Sun…
… ist ein melodiöser Pop/Rocksong mit Gitarrensolo und den „noisy“ Gitarren aus dem Vorgängeralbum „Stupid Dream“, die diesmal nicht so krachig daherkommen, etwas weniger schrill sind. Mir gefallen die Akustikgitarren sehr gut.

How Is Your Life Today:
Dieser Song ist eher spärlich instrumentiert und im 3/4 Takt, ein Piano führt in den Song ein. Der mehrstimmige Gesang des Chorus im Surround ist beeindruckend schön komponiert und arrangiert. Vor allem in der Mitte des Songs gibt es einen wunderschönen Kanon, die Stimmen sind überall im Surroundfeld verteilt, die Hammered Dulcimer, gespielt von Steven Wilson, bringt zusätzlich eine interessante Klangfarbe in den Song.

For Chords That Made A Million:
Die noisy Gitarren, die bereits auf dem „Stupid Dream“ Album vorkamen, sind hier wieder dabei. Aber wieder nicht so krachig, wie auf jenem. Insgesamt sind diese gut auf den Lautsprechern verteilt, der Gesang ist in der Mitte und das Schlagzeug vorne hörbar. Der Bass ist schön mittig und im Subwoofer gemischt, aber nicht im Center zu hören. Dort ist nahezu nur Wilsons Lead-Vocal wahrzunehmen.

Bei Shesmovedon ist auffällig, dass das Schlagzeug sehr präsent ist und zwar dadurch, weil Wilson es gut im Raum platziert hat. Du meinst, du stehst vor dem Schlagzeug im Studio. Das ist sehr
räumlich, aber ausgewogen. Auch wurde wieder der Chorus gegen Ende mit den vielen Stimmen gut im Surroundfeld verteilt. Das Gitarrensolo ist dafür gut präsent in der Mitte platziert.

Last Chance To Evacuate Earth:
Fließend geht es von Shesmovedon über mit einem Banjo in Last Chance über. Eine akustische Gitarre zu Beginn im Center, ein kurzes Introsolo, ebenfalls auf einer akustischen in den Rears, ist
sowohl recht originell arrangiert, als auch gemischt. Es beginnt im Grunde wie ein Singer-Songwriter-Stück mit akustischen Gitarren und legt im Verlauf immer noch einen oben drauf.
Die Struktur ist dagegen sehr unüblich für Singer-Songwriter, und es ist nicht vorhersehbar, wie sich der Song entwickeln wird. Das macht das Ganze so spannend und interessant. Der Umbruch beginnt nach dem ersten Drittel mit einer Ansage, den Planeten zu verlassen, bevor er recycelt wird. Britischer, trockener Humor ist das, obwohl der Sprecher einen US-Akzent hat. Wo Wilson den „geklaut“ hat, möchte ich gerne wissen… Das Ganze wird dann noch von einer Flöte (Samples) begleitet, E-Piano uvm.

The Rest Will Flow:
Wie der Name schon sagt, der Song fließt wie ein kleiner Fluss mit ein paar Stromschnellen drin. Ein schöner, kurzer Pop-Song (das ist kein Makel und absolut nicht abwertend gemeint), mit akustischen Gitarren, Streichern, Orgel, Schlagzeug und einem prägnanten Bass. Eine E-Gitarre spielt gegen Ende ein schönes Solo.

Hatesong…
…beginnt mit dem markanten Basslauf, ein Stück, dass PT (und Wilson Solo) gerne Live spielt, weil es viel Raum für Improvisationen lässt. Ob PT im Studio bei ihren Aufnahmen auch so schön improvisiert hat, ist mir nicht bekannt, jedoch macht auch diese Studioversion Spaß anzuhören, auch weil die Instrumente so diskret gemischt gut zu orten sind.

Where We Would Be:
Es geht mit Vogelgezwitscher und Kirchenglocken fließend über in Where We Would Be. Akustische Gitarren umgeben den Hörer, Shaker, etwas Schlagzeug, Lead Vocals auf dem Center
und weitere Stimmen (beim Chorus) im Raum verteilt. Wilson spielt in der Mitte des Songs ein lautes Gitarrensolo. Fließend mit dem Vogelgezwitscher geht es über in…

Russia on Ice…
…ist einer meiner Favoriten auf der DVD-A. Der Text lässt viel Spielraum für eigene Interpretationen. Das hat Wilson beabsichtigt. Uwe Häberle (http://www.voyage-pt.de/lyrics_lightbulbsun.html) übersetzt den Titel mit „Eisige Beziehungen“. An diesem Stück liebe ich die Entwicklung des Songs, die Dynamik und das sphärische, auch die Balance zwischen akustischen und elektronischen Instrumenten ist schön. In etwas mehr als der Hälfte gibt es wieder eine Passage, die live zum improvisieren einlädt und durchaus heavy ist. Ein überlanges Outro, wenn man so will, welches wieder fließend übergeht in…

Feel so Low:
Ein sehr melancholisches Lied zum Ende dieser bemerkenswerten Platte, ohne Bass und Schlagzeug, das den Hörer ein wenig irritiert zurück lassen kann.

Die drei folgenden Bonustracks gibt es „nur“ als 5.1 Mix. Da die DVD-A Player problemlos einen Downmix nach Stereo erstellen können, ist eine Stereoversion verzichtbar.

Dissapear startet mit akustischer Gitarre in der Mitte, nach der ersten Strophe öffnet sich das Feld und es kommt die Leslie-E-Gitarre, Schlagzeug und mehr dazu, sowie Vocals – im Kanon gesungen -, die im Raum verteilt sind. Auch die Toms des Schlagzeugs sind entsprechend verteilt.

Buying New Soul beginnt mit sehr, sehr leisen Keyboards, sehr räumlich und sanft. Sie kommen von weit her. Colin Edwin spielt Kontrabass (mit dem Bogen gestrichen), der im Center und im Subwoofer gemischt wurde und auch etwas auf den Frontlautsprechern zu hören ist. Das ist ein sehr emotionaler Einstieg, der für Gänsehaut sorgt. Im weiteren Verlauf spielt Wilson eine akustische Gitarre, Edwin zupft dann seinen Kontrabass. Klavier und Schlagzeug kommen dazu. Das Ganze nimmt ordentlich Fahrt auf bis etwas zur Mitte des Songs und wird dann wieder ruhig mit typischen Porcupine Tree Synthie-Texturen in den Rears, bevor der Song wieder an Fahrt gewinnt und laut wird. Das Outro ist ähnlich wie das Intro und schließt den Song ab, allerdings mit gezupftem Kontrabass. Mir gefällt auch, wie Wilson seine Vocals gedoppelt hat. Text: Ich finde den Text irgendwie schräg, gut gereimt, er lässt auch wieder viel Raum für Interpretationen mit oder ohne Augenzwinkern.

Cure For Optimism ist die letzte Zugabe auf der Wiederauflage des Albums und beginnt sowohl mit Synthesizertexturen, Tiefbass als auch weiteren experimentellen Sounds. Surround ist ideal, um so etwas musikalisch gut darstellen zu können. Nach dem langen Intro beginnt Wilson mit akustischen Gitarren und ein Piano mit viel Delay und Hall kommt hinzu, bis zum Gesang. Enden tut es mit synthetischen Drones.

Wertung: Musik: 95 %  / Mix: 90 %


Besetzung:

Richard Barbieri – keyboards
Colin Edwin – bass, double bass (Kontrabass), fretless bass
Chris Maitland – drums, percussion, backing vocals
Steven Wilson – vocals, guitars, keyboards, samples, hammered dulcimer

Details sind auf der Seite https://www.discogs.com/de/Porcupine-Tree-Lightbulb-Sun/release/2299032 zu finden (oder im Booklet).


Der Sound:

Der Sound ist ausgewogener als „Stupid Dream“. Die Dynamic-Range Database listet den 5.1 Mix mit DR14 für die Frontkanäle. Das ist dynamisch und sehr gut. So lässt sich das Album sogar bei ordentlich aufgedrehter Anlage entspannt hören.


Vorhandene Tonformate:
MLP 5.1 48/24 (DVD-Audio)
MLP 2.0 48/24 (DVD-Audio)
DTS 5.1 48/24 (DVD-Video)
PCM 2.0 48/24 (DVD-Video)

Album starten:

Einlegen und es ist ein Auszug aus Buying New Soul als Menu-Schleife zu hören, ENTER drücken und es geht los in 5.1.


Bonusmaterial:

Lyrics, Gallery
Dissapear in 5.1
Buying New Soul in 5.1
Cure For Optimism in 5.1
orignaler 16bit Stereo Master

Das ist reichlich!

Aufwertung: + 4 %


Anspieltipp:

Rusia On Ice + Feel So Low, Buying New Soul (Bonustrack) ist eins der besten Stücke, die Wilson je geschrieben hat und auch Last Chance.


Fazit:

Unbedingt kaufen!

Pros / Cons:
+ Wieder ein sehr guter, diskreter Surroundmix
+ Bonusmaterial mit einem der besten Porcupine Tree Songs (Buying New Soul) (+4 %)
+ High-Res (+1%)

 

GESAMTWERTUNG: 96 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

CD + DVD-A: KSCOPE102,  gebraucht ab ca. 8 € zu haben.

Stand: 25.01.2020

 


Links:

Webseite von Porcupine Tree

 

 

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