King Crimson – In The Wake Of Poseidon


Erscheinungsjahr 1970 | DVD-Audio | Progressive Rock

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Knapp ein halbes Jahr nach ihrem Erstlinkswerk erschien im Mai 1970 das zweite Studioalbum von King Crimson, IN THE WAKE OF POSEIDON. Die Aufnahmen begannen Anfang des Jahres und bereits da zeichnete sich ab, was über die gesamte Lebenszeit der Band bis heute die Konstante werden sollte: die ständigen Besetzungswechsel.

Nach dem Debüt In The Court Of The Crimson King verließ Ian McDonald King Crimson, um einige Jahre später Foreigner zu gründen. Auch Greg Lake war eigentlich nicht mehr dabei, wenn auch sein Gesang auf einigen Stücken noch zu hören ist. Lake wurde Mitglied bei der Supergroup Emerson, Lake und Palmer. Schlagzeuger Michael Giles ereilte ähnliches Schicksal, auf dem Album ist er noch zu hören, bei der Veröffentlichung war er ebenfalls nur noch ein Ex-Mitglied von King Crimson.

Auf diese Weise kristallisierte sich bereits heraus, dass Gitarrist Robert Fripp zum Bandleader wurde. Neben ihm war Songtexter Peter Sinfield noch aus der ersten Besetzung übrig geblieben.

Im Zuge der 40th Anniversary Series wurde IN THE WAKE OF POSEIDON von Steven Wilson vor 10 Jahren in Surround Sound abgemischt und auf DVD Audio veröffentlicht. Diese kann auch auf normalen DVD- und Blu-ray-Playern abgespielt werden, allerdings dann nicht im hochauflösedem Format.

King Crimson In The Wake Of Poseidon DVD Audio


Tracklist:

1 Peace – A Beginning – 0:51
2 Pictures of a City – 7:57
3 Cadence and Cascade – 4:35
4 In the Wake of Poseidon – 8:24
5 Peace – A Theme – 1:15
6 Cat Food – 4:52
7 The Devil’s Triangle – 11:30
8 Peace – An End – 1:54
9. Groon (Bonustrack) – 3:35

Gesamtdauer: 44:37


Die Musik:

IN THE WAKE OF POSEIDON ist wie eine kleine Schwester zum großen Bruder In The Court Of The Crimson King. Musikalisch findet man hier einige ähnlich aufgebaute Stücke mit einem ähnlichen Sound vor. Das erscheint zunächst interessant, wo es doch so viele Besetzungswechsel zwischendurch gab. Allerdings dürften die meisten Songs bereits 1969 geschrieben worden sein. Bei manchen hatte auch noch Ian MacDonald seine Hände mit im Spiel.

Zu den deutlichsten Unterschieden zum ersten Album gehört das Stück Piece, welches über das gesamte Album in drei kleine Stücke aufgeteilt wurde. Zu Beginn ist es ein A-Capella-Stück, das Zweite ist ein Gitarrenstück und das Dritte vereint Gitarre und Gesang. Cat Food ist eine relativ geradlinige Rocknummer, die es so auf dem ersten Album nicht gab und als Single veröffentlicht wurde. The Devil‘s Trangle ist das längste Stück mit 11 Minuten und zeigt die Band wieder von ihrer experimentelleren Seite. Es ist stark an Teile der Orchestersuite „Die Planeten“ von Gustav Holst angelehnt, die übrigens einige Jahre später auch John Williams zu seinem Star Wars Soundtrack inspiriert haben sollten.

Die restlichen Stücke klingen dagegen wie ein zweites In The Court Of The Crimson King. Pictures Of the City ist das zweite 21st Century Schizoid Man, Cadence and Cascade erinnert stark an I Talk To The Wind und das Titelstück entwickelt die gleiche Magie wie Epitaph.

Wertung: 78 %


Besetzung:

Robert Fripp – guitars, Mellotron, celesta, Hohner pianet, devices, production
Peter Sinfield – lyrics, production
Michael Giles – drums
Greg Lake – vocals
Mel Collins – saxophones, flute
Gordon Haskell – vocals
Peter Giles – bass guitar
Keith Tippett – piano


Der Surroundmix:

Nicht alles auf dem Album wurde von Steven Wilson remixt. Von der Triangel des Teufels fanden sich die Masterbänder nicht mehr. Hier musste also ein Upmix her, den interessanterweise nicht Steven Wilson machte, sondern Simon Heyworth, der wenig später einige Alben von Anthony Phillips wie The Geese And the Ghost in 5.1 remixte. An aktuelle Upmixe mit Penteo reicht der Upmix von The Devil‘s Triangle nicht heran, obwohl das Stück stellenweise doch sehr räumlich daherkommt. Vor allem an der Soundqualität merkt man, dass man hier nicht die einzelnen Spuren nochmal optimieren konnte. Die restlichen Songs klingen nämlich in Surround Sound nun eine Ecke klarer. Lediglich das Titelstück klingt weiterhin etwas limitiert. Hier hat wohl der Zahn der Zeit an den Bändern ordentlich genagt.

Was die Verteilung der Instrumente im Raum angeht, erlebt man hier wieder ein von Steven Wilson bekanntes Muster. Es ist alles schön diskret in allen Ecken verteilt. In den hinteren Kanälen findet man häufig Gitarren und Tasteninstrumente wieder. Auch das Schlagzeug ist, wie man das bei Wilson Mixen schon oft gehört hat, mehr in der Raummitte vorzufinden, statt dass es nur in die Frontkanäle gelegt wurde.

Allerdings finde ich, dass ihm bei Cat Food ein wenig die Gäule durchgegangen sind. Wie Steven Wilson hier den Song abgemischt hat, gefällt mir überhaupt nicht. Das Schlagzeug wurde hier ziemlich nach hinten gelegt, man hat das Gefühl, dass es komplett in den Rear Lautsprechern ist, was ich sehr irritierend finde. Ich bin in dieser Hinsicht Purist und finde, dass man immer noch das Gefühl haben sollte, dass die Drums auch vorne zu hören sein müssen.

Eine Rarität ist Groon, die B-Seite der Cat Food Single, die nicht auf dem Album enthalten war. Auch dieses kurze Instrumentalstück gibt es nun im Anschluss an das Album in 5.1 zu hören. Auch hier ist das Schlagzeug relativ weit hinten angesiedelt, hier klingt es für mich aber besser als bei Cat Food. Es mag daran liegen, dass es nur ein Instrumental ist.

Wertung: 85 %


Vorhandene Tonformate:
MLP 5.1
MLP 2.0
DTS 5.1  (48 kHz / 24 bit)
LPCM 2.0

Album starten:

Alle King Crimson Remixe werden als hybride Audio/Video-DVD veröffentlicht (mit der CD als Beigabe). Wer einen DVD-Audio Player besitzt, kann die Alben hochauflösend genießen, allen anderen bleibt die DTS Spur der DVD-Video Version. Ganz gleich welche Version nun vom Player gelesen wird, man kann jedes der Alben einfach per Entertaste starten, nachdem man geduldig ein kurzes Intro und den Aufbau des Menüs abwartet.

 


Bonusmaterial:

Neben dem oben angesprochenen Groon gibt es noch einige Studioouttakes auf CD und DVD (in Stereo). Das wären diverse Versionen von Groon, sowie von Cadence & Cascade. Bei einer singt sogar Greg Lake die Vocals, was auf dem Album bereits Gordon Haskell übernommen hat. Außerdem noch dabei eine Triangle-Version aus dem Proberaum. Wer den Original Mix von 1970 nicht missen möchte, findet den zudem ebenfalls auf der DVD.

Aufwertung: +1 %


Anspieltipp:

Pictures Of a City


Fazit:

Guter Surroundmix mit einigen Abstrichen in der B-Note.

Pros / Cons:
+ Guter Surroundmix mit zumeist sehr guter Tonqualität
+ High Resolution (+ 1%)
+ Bonusmaterial (+ 1%)
– The Devil’s Triangle liegt nur im Upmix vor.

 

GESAMTWERTUNG: 85 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

DVD-Audio: Ist auch 10 Jahre nach Erscheinen noch für ca. 19 Euro (JPC) zu bekommen.

Stand: 04.01.2021

 


Links:

Offizielle Webseite von King Crimson: DGM Live

 

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