Dream Theater – Distance Over Time


Erscheinungsjahr 2019 | Blu-Ray Audio / DVD | Progressive Metal

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Von Mike W. K.

Nachdem ich die gerade erst erschienene Live Blu-Ray „Distant Memories Live In London“ gesehen habe, kam ich nach deren etwas schwachen 5.1 Mix auf die Idee, das Studio Album zur Tour mal genauer anzuhören. Zu der Konzert-Box (3x CD, 2x BD) für anständige rund 25 EUR bliebe zu sagen, dass der Sound zwar gut ist, aber zu wenig Bass hat. Der Subwoofer hat definitiv zu wenig zu tun. Auch wäre auf den hinteren Lautsprechern viel mehr gegangen, außer mal gelegentlich Effekte und Publikum. Deswegen ist das ein etwas schwacher Mix. Das ist aber bei den meisten Konzerten leider so. Das Konzert und die Darbietung von 20 Jahre „Metropolis Pt. 2“ selbst sind klasse.

Zu erwähnen: Pineapple Thief hat auf seiner Konzert-Blu-Ray „Where We Stood“ sogar zwei 5.1 Mixe zur Auswahl, einmal „klassisch 5.1“ und den von mir bevorzugten erweiterten 5.1 Mix. Das ist natürlich optimal.

Aber zurück zum Album: DISTANCE OVER TIME ist ein Dream Theater Album der neueren Zeit (2019), d.h. John Petrucci ist Produzent. Er macht seine Sache gut, aber früher hatte er mit Mike Portnoy noch eine zweite Meinung. Es bietet zehn Progmetal Stücke, zusammen knapp über eine Stunde Laufzeit, in gewohnter solider DT Qualität. Allerdings ist wie beim schon rezensierten 2013er Album „Dream Theater“ nicht viel neues bahnbrechendes dabei. Das eingangs erwähnte Live Album, welches das 1999 erschienene Konzeptalbum Metropolis Pt. 2 auf die Bühne bringt, ist musikalisch eine ganz andere Nummer, viel ideenreicher und mit vielen verschiedenen Facetten. Das fehlt hier leider.

Ich habe das Artbook mit zwei CDs, DVD (Video) und Blu-Ray-Audio. Das Buch ist nett gemacht, enthält je eine Doppelseite pro Song mit den Lyrics, Bilder, ein Interview und die Geschichte des Albums. Für den aktuellen Mehrpreis von nicht einmal 10 Euro gegenüber der CD+Blu-Ray Variante sollte man zugreifen, wenn dafür Platz im Schrank ist (LP Format).

Dream Theater Distance Over Time Surround Sound


Tracklist:

1 Untethered Angel – 6:14
2 Paralyzed – 4:17
3 Fall Into The Light – 7:04
4 Barstool Warrior – 6:43
5 Room 137 – 4:23
6 S2N – 6:21
7 At Wit’s End – 9:20
8 Out Of Reach – 4:04
9 Pale Blue Dot – 8:25
10 Viper King – 4:00

Gesamtdauer: 60:57


Die Musik und der Surroundmix:

Mit einer ruhigen Gitarre beginnt Untethered Angel (1), bis Dream Theater wie gewohnt loslegen. Einige Effekte und zusätzliche Gitarren bzw. deren Effektanteil sind hinten zu hören. Es wäre gut gewesen, wenigstens die Orgel nach hinten zu legen, waren meine ersten Eindrücke und Gedanken. Das bleibt im Wesentlichen während des ganzen Albums so. Ich weiß auch nicht, was sich Ben Grosse beim Center Speaker gedacht hat. Der ist ideal für Leadgesang und Soli. Steven Wilson macht es vor, wie das funktioniert. Er war nicht umsonst mehrfach für seine Surround Mixes Grammy nominiert.

Paralyzed (2) ist schon ziemlich dominiert von den Gitarren, rockt dafür aber heftig gut. Ich finde die Keyboards unterrepräsentiert, weil sie sich auf den vorderen Lautsprechern zwischen den Gitarren kaum durchsetzen können. Im Surround wäre mehr Platz gewesen.

Fall Into The Light (3) klebt förmlich vorne. Wurden die hinteren Kanäle vergessen? Nein, ab dem ersten Refrain ist dort ein wenig zu hören. Schade.

Dream Theater Distance Over Time Surround Sound

Der Barhockerkrieger (4) beginnt mit einem langen instrumentalen Intro, bis LaBrie mit Gesang einsetzt. Ansonsten gilt das zuvor Geschriebene. Im ruhigen Mittelteil sind endlich die Instrumente auf allen Lautsprechern verteilt, Piano hinten, Gitarre vorne und ich frage mich, warum nicht gleich so? Aber das ist nur in dem Teil des Songs so. Trotzdem sind für mich die Surroundkanäle insgesamt einfach zu leise, zu nebensächlich gemischt.

Für 5. Room 137 hat Mike Mangini die Lyrics geschrieben.

In S2N, Song Nr.6, geht der Surround Mix etwas mehr auf, die breitwandige Gitarren, Keyboards und Effekte nutzen endlich die zusätzlichen Kanäle. Im Gitarrensoloteil spielt das meiste wieder vorne, was aber in Ordnung geht, da auch nicht mehr Instrumente beteiligt sind.

At Wit’s End (7) finde ich vor allem den Bass so gut hörbar, wie es John Myung verdient hat, gehört zu werden. Ist er doch einer der Besten seiner Klasse. Auch hier tut sich endlich etwas mehr auf den hinteren Kanälen.

Out of Reach (8) ist eine Progmetalballade, LaBries Gesang ist hier auch hinten zu hören.

Pale Blue Dot (9): aha, es geht also doch. Nicht nur, dass es jetzt richtig rumpelt im Karton, jetzt wird der Surround auch besser genutzt. Zwar noch nicht optimal, aber jetzt intensiver.

Dream Theater Distance Over Time Surround Sound

Das letzte Stück Viper King hat irgendwie eine bluesige Note, auch wenn im Surroundmix hier wieder weniger los ist, wie zuvor. Aber der Bass und das Schlagzeug gehen gut zur Sache, insofern macht das Zuhören Spaß.

Zusammenfassung: Schade. Der 5.1 Mix bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück. Wahrscheinlich müsste ich die hinteren Kanäle einfach separat lauter einstellen können, damit sich das lohnt. Den omnipotenten und omnipräsenten virtuosen Gitarrist Petrucci hätte man ruhig vorne lassen können, LaBries Gesang mehr in den Center und Rudess Keyboards nach hinten mischen sollen und zwar so, dass er ein Gegengewicht zu den Gitarren bilden kann. Denn Jordan Rudess ist mindestens musikalisch auf seinem Instrument so gut, wie John Petrucci auf seinen Gitarren. Schlagzeug und Bass sind gut zu vernehmen und der Subwoofer als „low frequency extension“ hat zu tun.

Wertung: Musik: 78 % / Mix: 65 %


Besetzung:

James LaBrie – Vocals
Mike Mangini – Drums & Percussion
John Myung – Bass
John Petrucci – Guitar
Jordan Rudess – Keyboards


Der Sound:

Zur Ehrenrettung muss ich aber sagen, der Sound ist klanglich echt gut, unkomprimiertes oder verlustlos eingedampftes Audio klingt anständig im Gegensatz zu dem bescheidenen Sound von Opeth Sorceress DVD (in Dolby Digital 5.1?? 48 kHz, 16Bit). DR12 schreibt die Dynamic Range Database. Für ein Metal-Album ist das wirklich viel Dynamik, sehr schön! Deswegen lässt sich das Album auch sehr gut laut hören. Auch sind die Animationen bzw. der Film zum Ton schön, die von Pale Blue Dot hat mir besonders gefallen.

Wertung: Sound: 90 %


Vorhandene Tonformate:
LPCM 5.1 24bit / 96kHz
DTS-HD MA 5.1 24bit / 96kHz
LPCM 2.0 24bit / 96kHz

Album starten:

RUNTER  > RUNTER > ENTER > ENTER > RUNTER (DTS-HD MA) > ENTER

für 96/24 5,1 LPCM einmal mehr runter. Ohne Fernseher fast nicht bedienbar.

Abwertung: – 2 %


Bonusmaterial:

Kein Bonus


Anspieltipp:

At Wit’s End, Pale Blue Dot


Fazit:

Pros / Cons:
+ dynamisch, Bass ist endlich gut hörbar, Sound ist gut
+ BD-A (+1 %)
+/- Musik nicht so abwechslungsreich im Vergleich zum Konzeptalbum Metropolis Pt. 2
– zu Beginn ist der Surroundmix echt schwach, steigert sich aber
– Menü (-2 %)

 

 

GESAMTWERTUNG: 73 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

Artbook (2 CDs, Blu-ray Disc, DVD): 30 EUR neu, das ist anständig.

Special Edition (CD + Blu-ray):  ca. 21 EUR, neu

Stand: 06.01.2021

 


Links:

Webseite von Dream Theater

 

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