John Lennon – Gimme Some Truth


Erscheinungsjahr 2020 | Blu-ray Disc | Rock

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Der Mann ist seit mittlerweile 40 Jahren tot, aber er lebt weiter in den zahlreichen Wiederveröffentlichungen seines musikalischen Schaffens. Das beinhaltet auch zahlreiche Best Of Zusammenstellungen, die in regelmäßigen Abständen auf den Markt geworfen werden. Nun ist es wieder geschehen. Mit GIMME SOME TRUTH ist eine insgesamt 36 Song-starke Retrospektive von John Lennon erschienen.

Was unterscheidet diese von den bisherigen? Es sind wieder die bekanntesten Songs Lennons Soloschaffens enthalten, die zwischen den letzten Atemzügen der Beatles und seiner Ermordung am 8. Dezember 1980 entstanden sind. Das erste Mal gibt es diese Songs aber auch in Surround Sound zu hören. John Lennons Witwe Yoko Ono wollte eine Veröffentlichung, die die Songs in einem neuen Gewand zeigt. John Lennons Stimme sollte deutlicher und klarer hervorkommen und der Mittelpunkt der Songs werden.

Um diese Ultimate Mixes möglichst authentisch klingen zu lassen wurden die Original Mehrspurbänder mit analogem Equipment neu abgemischt, statt dass man alles digital mit Plug-ins nachgebaut hat. Lediglich im Surroundmix musste man die Mischung digital vornehmen. Diese liegt nun auch in Dolby Atmos vor.

Erstellt hat den Mix Paul Hicks. Um auch von den Songs des Imagine-Albums Atmos-Mixe zu erstellen, hat er diese sechs Stücke ebenfalls neu remixt. Imagine war vor einiger Zeit bereits als „Ultimate Mix“ in 5.1 erschienen. Neben einer Einzel-CD-Ausgabe und einer Doppel-CD-Version gibt es GIMME SOME TRUTH mit dem Surroundmix in einer Deluxe Edition, welche neben zwei CDs und einer Blu-ray-Disc noch ein 124 Seiten starkes Hardcover Buch enthält. Als Vinyl ist es natürlich auch erschienen (in Stereo).

John Lennon Gimme Some Truth Ultimate Mixes


Tracklist:

1 Instant Karma! (We All Shine On) – 3:22
2 Cold Turkey – 5:01
3 Working Class Hero – 3:47
4 Isolation – 2:52
5 Love – 3:21
6 God – 4:11
7 Power to the People – 3:54
8 Imagine – 3:02
9 Jealous Guy – 4:10
10 Gimme Some Truth – 3:15
11 Oh My Love – 2:43
12 How Do You Sleep? – 5:35
13 Oh Yoko! – 2:43
14 Angela – 4:05
15 Come Together (live) – 4:17
16 Mind Games – 4:11
17 Out the Blue – 3:21
18 I Know (I Know) – 3:50
19 Whatever Gets You Thru the Night – 3:27
20 Bless You – 4:38
21 #9 Dream – 4:46
22 Steel and Glass – 4:39
23 Stand by Me – 3:31
24 Angel Baby – 3:41
25 (Just Like) Starting Over – 3:50
26 I’m Losing You – 3:55
27 Beautiful Boy (Darling Boy) – 4:02
28 Watching the Wheels – 3:33
29 Woman – 3:32
30 Dear Yoko – 2:34
31 Every Man Has a Woman Who Loves Him – 3:18
32 Nobody Told Me – 3:34
33 I’m Stepping Out – 4:05
34 Grow Old With Me – 3:21
35 Happy Xmas (War Is Over) – 3:33
36 Give Peace A Chance – 4:54

Gesamtdauer: 137:49


Die Musik:

Enthalten sind insgesamt 36 Songs auf GIMME SOME TRUTH, angefangen von Instant Karma bis zur letzten Single I‘m Stepping Out von 1984, welche auf dem posthumen Album Milk And Honey erschienen ist. Viele Songs kennt man natürlich als Musikfan, es gibt aber auch einige eher unbekanntere Stücke, die aber qualitativ nicht abfallen und alles andere als Lückenfüller sind.

John Lennons Solokarriere lief ja eigentlich nur in den 70er Jahren. Anhand dieses kurzen Zeitraumes gibt sie einen guten Einblick, wie musikalisch vielfältig dieses Jahrzehnt war. Die Stücke auf dem Album decken eine Vielzahl an verschiedenen Stilen ab, von Rock, Folk, Funk, Soul bis Rock‘n‘Roll. Die meisten Songs sind dabei aus seinen erfolgreichsten Alben entnommen, allen voran von dem 1971 erschienen Album Imagine und Lennons vermeintlichem Comeback-Album Double Fantasy, dem ersten Album mit neuer Musik aus seiner Feder seit 1974. Doch es sollte nur ein kurzes Comeback werden.

Wertung: 82 %


Besetzung:

  John Lennon – vocals, piano, electric guitar, acoustic guitar, whistling, harmonica
und viele andere (ich spare mir die endlose Liste)


Der Surroundmix:

Bei diesem Album hatte ich zum ersten Mal die Möglichkeit den Atmos Mix auf einem entsprechenden System zu hören. Ich werde also sowohl auf den Atmos Mix eingehen, wie auch auf die 5.1 Version. Eigentlich gibt es zwei verschiedene Versionen von GIMME SOME TRUTH in 5.1. Es gibt die reguläre DTS HD Variante und es gibt den Downmix des Atmos Formats. Atmos ist abwärtskompatibel, d.h. wer keinen entsprechenden Verstärker (und Lautsprecher hat), der bekommt dieses Signal in Dolby True HD, bzw. bei noch älteren Verstärkern in Dolby Digital. Ich finde, die beiden Signale DTS vs. Dolby True HD unterscheiden sich in einigen Punkten. Der DTS-Mix klingt etwas unausgewogen und weniger räumlich, wodurch ich den Dolby True HD Mix vorziehe.

Was ist zum richtigen Atmos Mix zu sagen? Hier möchte ich darauf hinweisen, dass ich diesen Mix nicht wirklich zu bewerten vermag. Meiner Meinung nach macht es schon einen gehörigen Unterschied, wie viele Lautsprecher hier am Werke sind und wo diese aufgebaut sind. Die Anlage auf der ich GIMME SOME TRUTH in Dolby Atmos gehört habe, war ein 5.1.2-System. Auf den Frontlautsprechern gibt es zwei zusätzlich installierte Lautsprecher, die den Schall an die Decke feuern, von der er dann zum Hörer reflektiert wird. Diese Methode halte ich für etwas fehleranfällig und ist in meinen Augen lediglich eine Behelfslösung. Es fängt damit an, dass der Schall, der zur Decke gerichtet ist, dennoch so diffus ist, dass der Hörer auch von Vorne einiges abbekommt. Je nach Deckenbeschaffenheit ist das Reflexionsvermögen auch eine nicht zu unterschätzende Variable.

Auf mich wirkt der Dolby Atmos Mix um einiges frontlastiger, als der True HD Downmix, vielleicht vergleichbar mit dem DTS HD Mix. Ich hatte auch kaum das Gefühl, dass nun viele Instrumente über mir thronen. Ich glaube, dass macht in der Musik eh nur sehr selten Sinn und wirkt schnell effekthascherisch. Was die Höhe angeht, ist GIMME SOME TRUTH nur wenig diskret, die Deckenlautsprecher sorgen hier für einen weiträumigeren Höreindruck. Zum Vergleich habe ich mir anschließend noch Autobahn von Kraftwerk in Dolby Atmos angehört. Hier hatte ich dann stärker das Gefühl, das Sounds über meinen Kopf hinweg schwirren (Kometenmelodie).

Der Atmos Mix von GIMME SOME TRUTH ist um einiges luftiger. Vielleicht wäre er weniger frontlastig, wenn es auch hinten bei den Rearlautsprechern entsprechende Upfiring Lautsprecher gäbe, also ein 5.1.4-System, statt des 5.1.2-Systems, welches ich verwendet habe. Ein definitives Urteil über einen Atmos Mix kann man meiner Meinung nach nur machen, wenn man Lautsprecher an der Decke montiert hat und nicht mit irgendwelchen Reflexionen herumhantiert. Aber die Kabel! Wie sieht das dann aus?

Atmos ist dennoch ein spannendes Thema. Interessanter hierbei finde ich aber nicht diese Deckenlautsprecher Thematik, sondern der eigentliche Kern des Formats. Atmos ist objektbasiert, während alle anderen Formate kanalbasiert sind. Bei DTS, Dolby Digital und so weiter bekommt jeder Lautsprecher das ab, was der Mischer am Mischpult beschlossen hat. Bei Atmos wird dagegen die Quelle im Raum positioniert. Wenn der Raum vereinfacht ein Schachbrett ist, kann man also bei Atmos sagen, dass eine bestimmte Schallquelle, z.B. eine Flöte auf D4 positioniert wird. Es ist somit exakter, denn je nach Raumbeschaffenheit und der Einmessung des Systems kann die Position D4 genau und in Echtzeit reproduziert werden. Somit passt vielleicht auch der Eindruck, dass der Atmos Mix „luftiger“ ist.

John Lennon Gimme Some Truth Ultimate Mixes

Back to topic: Obwohl zwischen den Aufnahmen der Songs auf GIMME SOME TRUTH lediglich zehn Jahre liegen, macht sich dies bei den Songs und ihrer Räumlichkeit stark bemerkbar. Wirklich diskret wird es erst, wenn das halbe Album durch gehört ist. Klangtechnisch klingen die Songs viel besser als früher, Drums und Bass sind druckvoll (in DTS etwas zu basslastig), John Lennon klingt mit seinem Gesang deutlicher und hebt sich besser vom Rest ab. Bei den ersten Songs sind es aber eher wenig Momente, wo wirklich Entscheidendes in den Rears passiert. Man hat es also mit einer eher frontlastigeren Abmischung zu tun.

Das ändert sich aber, sobald man bei den Songs ab Mind Games ankommt. Von nun an hat man es mit einem sehr diskreten Mix zu tun, der sehr räumlich ist. Diese Beobachtung konnte ich auch im Atmos Mix machen, die späteren Songs sind deutlich diskreter. Man kann eine Menge an Instrumenten heraushören, die früher im Stereomix untergegangen sind. Ich bin begeistert, da bekommt nahezu jedes Lied die Bestnote.

Deutliche Abstriche gibt es aber in der Live Version von Come Together und der Demoversion von Grow Old with Me, der man im Nachhinein noch Streicher hinzugefügt hat. Letztere klingt überhaupt nicht Surround, diese wurde auch nicht von Paul Hicks remixt, dürfte also eher ein schwacher Upmix sein. Come Together nervt mich dagegen in Surround. Hier wurde in den Rears ein stark verhalltes Tambourine gemischt, was für mich aber so wirkt, als würde hinter mir eine andere Konzertbühne sein, auf der eine andere Band spielt. Klingt nicht gut.

Wertung: 93 %


Vorhandene Tonformate:
DTS HD Master 5.1
Dolby Atmos
LPCM 96/24 2.0

Album starten:

GIMME SOME TRUTH startet sein Abspielen sofort nach dem Laden der Blu-ray, allerdings in Stereo. Die Audiotaste funktioniert nicht, man muss im Menü auf Surround umschalten.

Für Dolby Atmos bzw. Dolby True HD: UP > ENTER

John Lennon Gimme Some Truth Ultimate Mixes Blu-ray Menu

UP > ENTER

Für DTS HD Master: UP > UP > ENTER

 

Abwertung: – 1 %


Bonusmaterial:

Das Bonusmaterial ist nichts akustisches, im Sinne von weiteren Songs. Stattdessen gibt es das dicke Buch mit den Songtexten, Entstehungsgeschichten zu den Liedern und vielen Fotos. Dazu ein großes Poster, zwei Postkarten und ein Aufkleber.

Aufwertung: + 1,5 %


Anspieltipp:

Alles ab Mind Games (außer Grow Old With Me)


Fazit:

Die erste Hälfte etwas frontlastig (unter 90%), die andere Hälfte sehr diskret (kratzt an die 100%). Musikalisch sollte man eh was von John Lennon im Schrank haben.

Pros / Cons:
+ High Resolution (+1 %)
+ Dickes Begleit-Buch (+1,5 %)
+ Vor allem das „Spätwerk“ in einem referenzwürdigen Mix.
+ Auch Dolby Atmos vorhanden
– Menü geht auch einfacher (-1 %)

 

 

GESAMTWERTUNG: 91%

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

Deluxe Edition: Ich habs im Oktober noch für unter 50 Euro gekauft, mittlerweile scheint der Preis angezogen zu haben auf über 80 Euro..

Stand: 20.01.2021

 


Links:

Offizielle Webseite von John Lennon

 

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