Bryan Ferry – Bête Noire


Erscheinungsjahr: 1987 | Blu-ray / Streaming | Pop

Eine Dolby Atmos Streaming Review

Mit BÊTE NOIRE veröffentlichte Bryan Ferry am 2. November 1987 sein siebtes Soloalbum und knüpfte damit an den Erfolg von BOYS AND GIRLS aus dem Jahr 1985 an. Nachdem Ferry in den Jahren zuvor sowohl mit Soloprojekten als auch mit Roxy Music beschäftigt war, präsentierte er ein Album, das den Zeitgeist der späten 80er Jahre aufgriff, ohne dabei seine musikalische Identität aufzugeben. Das Ergebnis ist eine stilvolle Mischung aus Pop, Rock, Soul und Funk, verpackt in einer makellos produzierten Klangästhetik.

Für die Entstehung von BÊTE NOIRE arbeitete Ferry mit einer Reihe namhafter Musiker und Songwriter zusammen. So steuerte unter anderem Johnny Marr von The Smiths Gitarrenparts bei, Patrick Leonard war als Keyboarder und Co-Songwriter beteiligt und Guy Pratt übernahm auf einem Stück den Bass. Trotz dieser prominenten Unterstützung bleibt das Album unverkennbar ein Bryan-Ferry-Werk, dessen markante Stimme und elegante Ausstrahlung sämtliche Songs prägen.

Musikalisch zeigt sich BÊTE NOIRE rhythmischer und direkter als BOYS AND GIRLS. Klare Drum-Sounds, zahlreiche Synthesizer und ein insgesamt moderneres Klangbild bestimmen das Album, während Ferrys charakteristisch zurückhaltender Gesang für die gewohnt melancholische Note sorgt. Mit Songs wie Kiss and Tell, The Right Stuff oder dem Titelstück verbindet das Album eingängige Pop-Hooks mit einer für Ferry typischen Mischung aus Eleganz und kühler Distanz.

In UK erreichte das Album Platz 9 der Charts, während Kiss and Tell zu einem internationalen Hit avancierte. Für Surround-Fans ist BÊTE NOIRE inzwischen ebenfalls interessant geworden. Neben der Streaming-Veröffentlichung des Dolby-Atmos-Mixes erschien dieser auch physisch auf Blu-ray in der SDE Surround Series von SuperDeluxeEdition. Dort bildet BÊTE NOIRE die Ausgabe Nummer 63 und wurde gemeinsam mit Ferrys Nachfolgealbum TAXI (Nummer 64) veröffentlicht.

Screenshot Apple Music App


Tracklist:

 1 Limbo – 5:00
2 Kiss and Tell – 4:57
3 New Town – 4:50
4 Day for Night – 5:35
5 Zamba – 3:00
6 The Right Stuff – 4:25
7 Seven Deadly Sins – 5:10
8 The Name of the Game – 5:28
9 Bête Noire – 4:53

Gesamtdauer: 43:44


Der Dolby Atmos Mix:

Den Atmos Mix erstellte Bob Clearmountain, der neben Steven Wilson und Bruce Soord zu den bekannteren Namen gehört. Von ihm sind beispielsweise Mixe von Huey Lewis & The News oder The Band. Insgesamt lieferte er mit BÊTE NOIRE einen Dolby-Atmos-Mix ab, der zeigt, dass 80er-Jahre Alben sich für dieses Format hervorragend eignen.

Das Album lebt von seinen detailreichen Arrangements mit zahlreichen Keyboards, Gitarren, programmierten Rhythmen und viel zusätzlichem Gesang, Das sind ideale Voraussetzungen, um den Raum intensiv auszunutzen. Clearmountain macht davon reichlich Gebrauch.

Besonders auffällig ist die Vielzahl an Keyboardsounds, die praktisch während des gesamten Albums im Raum verteilt werden. Mal erklingen sie hinter dem Hörplatz, mal seitlich oder oberhalb der Hörposition und wechseln sich dabei immer wieder mit Gitarren und elektronischen Percussion-Elementen ab. Auch die programmierten Beats beschränken sich nicht ausschließlich auf den Frontbereich. Immer wieder werden Hallfahnen oder einzelne rhythmische Elemente bis in die hinteren oder oberen Lautsprecher gezogen, wodurch ein sehr luftiges und räumliches Klangbild entsteht. Bewegungen sind ebenfalls keine Seltenheit. Bereits im Intro des ersten Stückes wandern einzelne Sounds durch den Raum, später schweben immer wieder Effekte oder Stimmen über den Hörplatz oder ziehen von vorne nach hinten.

Bryan Ferrys Leadgesang bleibt erwartungsgemäß überwiegend im Frontbereich verankert, wirkt dabei aber immer wieder leicht angehoben. Backing Vocals dagegen nutzt Clearmountain sehr offensiv. Sie tauchen regelmäßig hinter dem Hörplatz oder oberhalb des Hörers auf und sorgen gerade in den Refrains für zusätzliche Räumlichkeit. Vereinzelt werden auch weibliche Gesangsstimmen oder verfremdete Vocal-Effekte als eigenständige Klangereignisse im Raum platziert, was den Mix zusätzlich belebt.

Auch instrumental gibt es einiges zu entdecken. Gitarren wechseln je nach Song zwischen Front-, Seiten- und Rückbereich, während Synthesizer und Pads praktisch überall auftauchen können. Besonders gelungen sind die vielen kleinen Details, die man im Stereomix kaum wahrnimmt. Mal erklingen elektronische Percussion-Instrumente oberhalb des Hörplatzes, mal tauchen Klavier, Akkordeon oder sogar Streicher an unerwarteten Positionen im Raum auf.


Anspieltipp:

Limbo, Zamba


Fazit:

Ein weiterer sehr guter Atmos-Mix von Bob.

 

WERTUNG DOLBY ATMOS MIX: 96 %

 


Verfügbarkeit:

SDE-Shop Blu-ray: Die Blu-ray wurde im Juli veröffentlicht und ist überraschenderweise noch immer im Shop erhältlich, TAXI übrigens auch. Kostenpunkt: 30 Pfund plus Versand, dürfte so um die 45-50 Euro sein.

Streaming: Den Dolby Atmos Mix von BÊTE NOIRE gibt es bei entsprechendem Abo bei Apple zu hören. Bei Tidal konnte ich das Album nicht finden. Ob es bei Amzon Music zu finden ist, kann ich nicht sagen.

Stand: 16.08.2026


Links:

Offizielle Webseite von Bryan Ferry

 

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