Michael Jackson – Dangerous


Erscheinungsjahr 1991 | STREAMING | Pop

Eine Dolby Atmos Streaming Review

Zuletzt wurden auf Streaming Portalen einige Alben von Michael Jackson hinzugefügt. THRILLER gab es zumindest bei Apple Music schon länger. Dieses hatte ich auch schon vor einiger Zeit besprochen. Neu hinzu kamen jetzt auch OFF THE WALL, BAD und DANGEROUS. Da aktuell die Biographie von Michael Jackson im Kino läuft, könnte dies die derzeitige Aktivität erklären. Übrigens tauchten bei Apple kurzzeitig auch zwei spätere Alben von ihm in der Rubrik „Jetzt in 3D-Audio“ auf, die aber weiterhin nur in Stereo vorlagen. Entweder war es einfach ein Fehler oder es könnte in nächster Zeit noch einen Nachschlag geben.

Als DANGEROUS Ende November 1991 erschien, stand Michael Jackson vor einer besonderen Herausforderung. Zuvor hatte er bereits drei der erfolgreichsten Pop-Alben aller Zeiten veröffentlicht und war zum größten Popstar seiner Generation aufgestiegen. Ursprünglich war für 1989 ein Best-Of-Album mit einigen neuen Tracks geplant. Da aber mehr und mehr neue Songideen hinzukamen, wurde schließlich ein neues Studioalbum angepeilt. Anstatt die bewährte Zusammenarbeit mit Quincy Jones fortzusetzen, entschied sich Jackson jedoch für einen Neuanfang. Er wollte mehr kreative Kontrolle über seine Musik und zugleich einen Sound, der stärker an den urbanen Strömungen der frühen 1990er-Jahre orientiert war.

Für DANGEROUS holte Jackson deshalb unter anderem Teddy Riley ins Boot, einen der wichtigsten Vertreter des damals modernen New Jack Swing. Die Aufnahmen erstreckten sich über mehr als zwei Jahre und fanden in mehreren Studios in Los Angeles statt. Mit geschätzten Produktionskosten von bis zu zehn Millionen US-Dollar gehörte das Album zu den aufwendigsten Produktionen seiner Zeit. Aus mehr als 50 aufgenommenen Songs wurden schließlich 14 Titel für das fertige Album ausgewählt.

Der kommerzielle Erfolg gab Jackson recht. DANGEROUS erreichte weltweit Spitzenpositionen in den Charts und verkaufte sich bis heute mehr als 40 Millionen Mal und damit häufiger als BAD. In Deutschland dauerte es mit der Spitzenposition dagegen fast ein Jahr, hier hatten Genesis über Monate Platz 1 mit dem fast zeitgleich erscheinenden Album WE CAN‘T DANCE blockiert.

Mit Singles wie Black or White, Remember the Time, In the Closet, Heal the World und Will You Be There brachte das Album zahlreiche internationale Hits hervor, befeuert durch aufwendige Musikvideos, in denen unter anderem Eddie Murphy und der Junge aus Kevin – Allein zu Haus (Macaulay Culkin) mitspielten.

Michael Jackson Dangerous Dolby AtmosScreenshot Apple Music App


Tracklist:

1 Jam – 5:39
2 Why You Wanna Trip on Me – 5:25
3 In the Closet – 6:32
4 She Drives Me Wild – 3:41
5 Remember the Time – 4:00
6 Can’t Let Her Get Away – 4:59
7 Heal the World – 6:25
8 Black or White – 4:16
9 Who Is It – 6:35
10 Give in to Me – 5:28
11 Will You Be There – 7:40
12 Keep the Faith – 5:57
13 Gone Too Soon – 3:23
14 Dangerous – 6:57

Gesamtdauer: 77:05


Der Dolby Atmos Mix:

Beim ersten Hören könnte man meinen, DANGEROUS sei vergleichsweise spartanisch arrangiert. Gerade die ersten Stücke bestehen scheinbar hauptsächlich aus elektronischen Beats, über die Michael Jackson singt, ergänzt durch vereinzelte Keyboard- oder Gitarreneinsätze sowie gelegentliche Rap- und Sprechpassagen. Erst in der zweiten Albumhälfte werden die Arrangements deutlich opulenter und abwechslungsreicher. Die anfängliche Zurückhaltung ist jedoch ein typisches Merkmal des damals modernen New Jack Swing. Hört man genauer hin, offenbart sich ein äußerst detailreiches Sounddesign. Genau diese Vielzahl an kleinen Beats, Samples, Geräuschen, Seufzern, Jauchzern und anderen für Michael Jackson so typischen stimmlichen Einwürfen macht der Atmos-Mix hervorragend hörbar. Die zahlreichen Details werden wirkungsvoll im gesamten Raum verteilt und gewinnen dadurch zusätzlich an Präsenz.

Der Leadgesang bleibt überwiegend erwartungsgemäß im Frontbereich verankert, wirkt bei einigen Titeln jedoch leicht angehoben und erhält dadurch zusätzliche Räumlichkeit. Backing Vocals sowie einzelne Gesangslinien oder Refrainpassagen werden dagegen häufig in die hinteren Kanäle verlagert. Besonders gelungen ist der Einsatz der Chöre. Will You Be There entwickelt sich hier zu einem der klanglichen Höhepunkte des Albums, wenn der Gospelchor majestätisch aus den hinteren Höhenkanälen über dem eigentlichen Song zu schweben scheint.

Keyboards, Synthesizer und die Anfang der 1990er-Jahre bereits etwas angestaubten Orchestra Hits aus der Keyboardkonserve werden je nach Song ebenfalls häufig in die Höhenebene gelegt. Besonders plastisch gelingt dies beim E-Piano in Gone Too Soon, das hinter dem Hörplatz positioniert wurde. Auffällig ist außerdem, dass selbst Bass-Synthesizer nicht ausschließlich im Frontbereich verbleiben, sondern teilweise ebenfalls nach hinten oder in die Höhenkanäle verlagert werden. Das sorgt für eine ungewöhnlich dreidimensionale Wiedergabe des gesamten Frequenzspektrums.

Gitarren erhalten im Atmos-Mix ebenfalls eine sehr präsente Rolle und werden häufig hinter dem Hörer positioniert. Das gilt sowohl für die rhythmischen Funk-Licks der New-Jack-Swing-Titel als auch für die rockigeren Songs, die auf Michael-Jackson-Alben traditionell ebenfalls ihren Platz fanden. Ein besonderes Highlight ist Black or White. Hier verteilen sich Rhythmus- und Leadgitarren eindrucksvoll über die Rear- und Höhenkanäle und sorgen für ein ausgesprochen immersives Hörerlebnis. Auch das hörspielartige Intro profitiert enorm von der räumlichen Abmischung und entfaltet im Atmos-Format eine beeindruckende Wirkung.

Insgesamt ist der Dolby-Atmos-Mix von DANGEROUS hervorragend gelungen. Er überzeugt nicht nur durch seine räumliche Gestaltung, sondern auch klanglich auf ganzer Linie. Die vielen kleinen Details der aufwendig produzierten Arrangements treten deutlicher hervor als im Stereomix und machen das Album zu einer ausgesprochen abwechslungsreichen Atmos-Produktion. Selbst Hörer, die wie ich mit der Musik von Michael Jackson eher wenig anfangen können, dürften an dieser immersiven Umsetzung ihre Freude haben.


Anspieltipp:

Black or White, Will You Be There


Fazit:

Ein Atmos-Mix, der sehr viel Spaß bereitet.

 

WERTUNG DOLBY ATMOS MIX: 97 %

 


Verfügbarkeit:

Streaming: Den Dolby Atmos Mix von DANGEROUS gibt bei entsprechendem Abo bei Apple Music, Amazon Music Unlimited und Tidal zu hören.

Stand: 04.07.2026


Links:

Offizielle Webseite von Michael Jackson

 

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