Cardinals – Masquerade
Erscheinungsjahr: 2026 | STREAMING | Alternative Rock
Eine Dolby Atmos Streaming Review
Cardinals ist eine junge neue Band aus dem irischen Cork, die im Februar ein vielbeachtetes Debütalbum mit dem Namen MASQUERADE herausbrachte. Bereits zuvor veröffentlichte Singles und eine EP ließen aufhorchen und erkennen, dass Cardinals zu den spannendsten Vertretern der aktuellen irischen Gitarrenmusik zählen und sich stilistisch deutlich von vielen Genrekollegen abheben.
Aufgenommen wurde MASQUERADE in den renommierten RAK Studios in London unter der Regie von Produzent Shrink. Die fünfköpfige Band um die Brüder Euan und Finn Manning verbindet auf ihrem Debüt Indie Rock mit Post-Punk-Einflüssen und Folk-Elementen. Besonders das von Finn Manning gespielte Akkordeon verleiht vielen Stücken einen unverwechselbaren Charakter und sorgt für eine Klangfarbe, die man in diesem musikalischen Umfeld nur selten hört.
Auch inhaltlich verfolgt MASQUERADE einen abwechslungsreichen Ansatz. Die Songs beschäftigen sich mit Liebe, Glauben, Verletzlichkeit und Zynismus, greifen aber ebenso historische Ereignisse auf, etwa im Stück The Burning of Cork, das sich auf die Zerstörung großer Teile der irischen Stadt während des Unabhängigkeitskrieges bezieht. Gleichzeitig besitzt das Album eine bewusst angelegte Dramaturgie: Während die erste Hälfte vergleichsweise offen und melodisch wirkt, entwickelt sich die zweite Seite zunehmend in eine düsterere und nachdenklichere Richtung.
Mit einer Laufzeit von knapp 34 Minuten präsentiert sich MASQUERADE erfreulich kompakt und verzichtet auf überflüssige Längen. Stattdessen setzt das Debüt auf dichte Arrangements, markante Melodien und eine stimmungsvolle Atmosphäre, die den Cardinals bereits kurz nach Erscheinen viel Aufmerksamkeit und hervorragende Kritiken einbrachte.
Screenshot Apple Music App
Tracklist:
1 She Makes Me Real – 2:59
2 St. Agnes – 2:10
3 Masquerade – 3:09
4 I Like You – 4:14
5 Over At Last – 4:58
6 Anhedonia – 2:26
7 Barbed Wire – 3:05
8 Big Empty Heart – 2:48
9 The Burning of Cork – 2:00
10 As I Breathe – 6:08
Gesamtdauer: 33:52
Verzerrte Gitarren und ein Akkordeon, das sich immer wieder gegen diese durchzusetzen versucht – schon das macht deutlich, dass MASQUERADE überwiegend von einem dichten Klangbild geprägt ist. Das gilt insbesondere für die schnelleren und rockigeren Stücke. Gleichzeitig finden sich auf dem Album aber auch ruhigere, luftiger arrangierte Songs. Diesem Kontrast trägt auch der Atmos-Mix Rechnung und behandelt beide Seiten des Albums unterschiedlich.
Die druckvollen Rocknummern setzen weniger auf spektakulär im Raum verteilte Einzelelemente, sondern vielmehr auf einen räumlichen Gesamteindruck. Gitarren sind überwiegend vorne oder seitlich positioniert und variieren immer wieder auch in ihrer Höhenposition. Das Akkordeon schwebt häufig oberhalb des übrigen Klangbildes, wandert aber je nach Song oder sogar innerhalb eines Stückes zwischen linker und rechter Seite. Gerade bei diesen rockigeren Titeln entsteht das Gefühl, als stünde man mit der Band in einem Proberaum oder einem kleinen Club. Der Mix setzt hier bewusst auf einen gewissen Anteil an Rauminformationen, wodurch der Gesamtklang leicht verwaschen wirkt und sich die einzelnen Instrumente nicht immer klar voneinander abgrenzen. Das mag zunächst ungewohnt erscheinen, vermittelt letztlich aber eine sehr authentische Live-Atmosphäre und wirkt keineswegs langweilig.
Die ruhigeren Stücke gehen einen anderen Weg. Hier öffnet sich das Klangbild deutlich stärker und bietet mehr Raum für diskret platzierte Instrumente. Cleane Gitarren, Akkordeon und weitere Details werden wesentlich präziser im Raum verteilt und sorgen für ein immersiveres Hörerlebnis. Bereits der Titeltrack Masquerade gibt einen guten Eindruck davon, welches Potenzial der Mix in diesen ruhigeren Momenten entfaltet.
Seinen Höhepunkt erreicht der Atmos-Mix schließlich im über sechs Minuten langen Abschlusstitel As I Breathe. Im Vergleich zu den übrigen Songs, die oft nicht länger als drei Minuten sind, wirkt das Stück beinahe wie ein Prog-Rock-Longtrack. Das Akkordeon erhält hier erneut einen prominenten Platz in der Höhenebene, während im hinteren Bereich dezente Keyboardflächen und plastisch klingende Glockenklänge das Klangbild bereichern. Trotz später einsetzender Gitarren bleibt die Abmischung angenehm luftig und transparent, wobei die Gitarren überwiegend seitlich im Raum positioniert werden.
Insgesamt ist der Atmos-Mix sehr gelungen. Er verfolgt nicht das Ziel, jeden Song maximal spektakulär im Raum zu verteilen, sondern orientiert sich konsequent an den jeweiligen Arrangements. Während die dichteren Rockstücke von einem räumlichen Gesamtklang profitieren, nutzen die ruhigeren Titel die Möglichkeiten des Formats deutlich offensiver. Diese unterschiedliche Herangehensweise wirkt jederzeit nachvollziehbar und passt hervorragend zum Charakter des Albums. Aber natürlich reicht das Album nicht an die Qualität von Mixen heran, die durchgehend diskret abgemischt sind.
Anspieltipp:
As I Breathe, Masquerade
Fazit:
Gutes Debüt, passender Atmos-Mix
WERTUNG DOLBY ATMOS MIX: 84 %
Streaming: Den Dolby Atmos Mix von MASQUERADE gibt es bei entsprechendem Abo bei Apple Music, Amazon Music Unlimited und Tidal zu hören.
Stand: 21.07.2026
Links:
Offizielle Webseite von den Cardinals