Al Stewart – Time Passages


Erscheinungsjahr 1978 | DVD | Soft Rock

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TIME PASSAGES lautet der Nachfolger des 1976 erschienen YEAR OF THE CAT von Al Stewart, welches vor einigen Monaten bereits in einer Surround Sound Fassung erschienen ist. YEAR OF THE CAT gilt als Durchbruch des englischen Sängers, mit einem Nachfolger galt es nun den Erfolg zu bestätigen. Für TIME PASSAGES ließ sich Al Stewart dementsprechend etwas Zeit, es kam erst 1978 heraus. Zwei Jahre Pause zwischen zwei Alben war in den 70ern noch überaus selten. Produziert hat das Album wieder Alan Parsons, der auch bei den letzten beiden Alben von Al Stewart an den Reglern war.

Damit TIME PASSAGES auch an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen konnte, musste Al Stewart einige Zugeständnisse machen. Das neue Albums sollte doch bitte etwas geradliniger klingen und besser in die Soft Rock Schublade passen. Auf diese Weise verabschiedete sich Al Stewart noch ein wenig mehr von dem Folk-Rock der Anfangstage. Erfolgreich wurde das Album letztendlich. Das Titelstück (um zwei Minuten gekürzt) kam in den USA bis auf Platz 7 der Single Charts. Auch das Album schaffte es in die Top 10.

Das Albumcover gestaltete damals eine Firma, die für ihr Cover-Artwork hochgelobt wurde. Hipgnosis waren für ihre Cover für Pink Floyd, Led Zeppelin und Genesis weltbekannt. Da sieht man, dass man bei Al Stewart keine Kosten und Mühen scheute und auch die Verpackung hochwertig sein sollte und nicht nur die Musik. Ob es ihnen gelungen ist, muss jeder selbst entscheiden. Für mich zählt das Album eher zu den missglückten Cover-Artworks von Hipgnosis. Es zeigt unten ein Radio, welches gerade in der Frequenz eingestellt wird, gleichzeitig wird die Landschaft vor dem (Badezimmer?)-Fenster ebenfalls in seiner Frequenz eingestellt. Oder so ähnlich…

Al Stewart Time PAssages Deluxe Edition Surround Sound

 


Tracklist:

1 Time Passages – 6:41
2 Valentina Way – 4:04
3 Life in Dark Water – 5:49
4 A Man for All Seasons – 5:50
5 Almost Lucy – 3:43
6 The Palace of Versailles – 5:20
7 Timeless Skies – 3:34
8 Song on the Radio – 6:22
9 End of the Day – 3:11

Gesamtdauer: 44:38


Die Musik:

Die Zugeständnisse, die Al Stewart auf dem Album machen musste, erkennt man gut in den Arrangements der Stücke. Es fällt auf, dass die beiden Single-Auskopplungen Time Passages und Song On The Radio beide ein Saxophon-Solo enthalten. Das war Ende der 70er in und auch die Single Year Of The Cat vom gleichnamigen vorherigen Album enthielt Saxophon-Parts, was dem Song einen jazzigen Touch bescherte und ihm so in die Charts verhalf. Dies wollte man ohne Zweifel mit diesen beiden Songs wiederholen. Mit Time Passages klappte das sogar, der Song kletterte in den USA in die Top 10 und war sogar noch etwas erfolgreicher als Year Of The Cat.

Das Album ist im großen Ganzen etwas kommerzieller ausgefallen, wobei man aber sagen muss, dass die Lieder weiterhin durch geschmackvolle Arrangements gefallen. Neben den Songs, die auf die Hitparaden schielen, gibt es aber auch noch Stücke, die weiterhin den Folk als Grundgerüst haben. Mir persönlich fehlt ein wenig der Song, der aus der breiten Masse hervorsticht. Andererseits gibt es aber auch keine Ausreißer nach unten, soll heißen, alle Songs haben ein gleichmäßig hohes Niveau. Das Album ist aber in meinen Augen gegenüber YEAR OF THE CAT um einiges schwächer.

Wertung: 81 %


Besetzung:

Al Stewart – guitars, keyboards, vocals
Peter White – guitars, lead guitar (1, 2 and 9), keyboards, accordion
J. Peter Robinson – grand piano, organ (2)
Peter Solley – synthesizer (6)
Peter Wood – keyboards, organ, piano
Tim Renwick – electric guitar, lead guitar (3, 4, 5 and 6)
Robin Lamble – bass guitar
Mark Goldenberg – rhythm guitar (2)
Phil Kenzie – alto saxophone
Stuart Elliott – drums
Jeff Porcaro – drums (2)
Al Perkins – pedal steel guitar
Bill Linnane – guitar
Art Tripp lll, Lindsay Elliott – percussion
Brian Huddy, Joe Puerta, David Pack, James R. West, Krysia Kristianne, Jeff Borgeson – backing vocals
Andrew Powell – string arrangements


Der Surroundmix:

Das Highlight im Mix ist direkt der erste Song, der Titelsong Time Passages. Diesen hat Alan Parson, der den Surroundmix wieder erstellt hat, schön diskret gemischt. Das E-Piano ist im gesamten Raum zu vernehmen, seitlich gibt es Rhythmus-Gitarren, während hinten zwei verschiedene Leadgitarren jeweils links und rechts zu hören sind. Später legen sich in der hinteren Raumhälfte Streicher, was sehr geschmackvoll klingt. Allerdings könnte der Song etwas mehr tiefe Töne vertragen. Man ertappt sich dabei zu überprüfen, ob der Subwoofer denn auch an ist und ist versucht, den etwas lauter zu regeln. Später im Album passt aber der Bass-Bereich, d.h. wenn man zu Beginn tatsächlich nachregelt, wird man später wieder runterregeln wollen.

Bei einigen Songs hatte ich das Gefühl, dass die Rear-Lautsprecher etwas lauter hätten sein können. Beim zweiten Stück Valentina Way ist das der Fall. Hier hört man hinten Gitarrenparts, die aber etwas unterzugehen scheinen. Auch bei A Man for All Seasons kämpft das Klavier hinten darum, sich etwas Gehör zu verschaffen. Auf diese Weise klingen Teile des Albums weitaus weniger diskret, als sie am Ende sind.

Das wäre es aber auch schon mit dem Meckern auf hohem Niveau. Denn im großen Ganzen hat Alan Parsons mit dem Mix wieder saubere Arbeit abgeliefert. Das Schlagzeug klebt nicht ständig im Frontbereich, sondern wird bei einigen Songs weiter in den Raum gemischt. Höhepunkt sind da die Fill ins in Valentina Way, die sich scheinbar hinten am Hörer vorbei bewegen. Auch bei Life In Dark Water hat man das Gefühl, als wäre das Schlagzeug um die Hörposition aufgebaut. Bei Almost Lucy sind es die Percussions, die seitlich und hinten, links und rechts für Aufsehen sorgen. Neben dem Titelsong mit Sicherheit das diskreteste Stück des Surroundmixes.

Klangtechnisch würde ich sagen, dass TIME PASSAGES etwas luftiger und klarer klingt als YEAR OF THE CAT, welches ich hier und da etwas muffig empfand. Demgegenüber finde ich YEAR OF THE CAT aber etwas diskreter im Surround Mix.

Wertung: 93 %


Vorhandene Tonformate:
DTS 96/24 5.1
Dolby Digital 5.1
PCM 96/24 Stereo

Album starten:

Anders als bei der DVD von YEAR OF THE CAT startet TIME PASSAGES nur in Stereo. Man muss also über die Audiotaste umschalten. Will man das bereits im Menü machen, geht es über folgende Kombination, um das Format DTS einzustellen:

UP > ENTER > DOWN > ENTER > ENTER

Al Stewart Time Passages DVD Menu

UP > ENTER

Al Stewart Time Passages DVD Menu

DOWN > ENTER > ENTER

Abwertung: -1,5 %


Bonusmaterial:

Auf der ersten CD befindet sich noch der Bonustrack Tonton Macoute. Leider hat man versäumt diesen auch in 5.1 zu remixen. Auf der zweiten CD befinden sich die Singleversionen von Time Passages und Song On The Radio. Außerdem gibt es ein paar Demo-Tracks und einen Konzert Mitschnitt. Bestandteil des Sets ist wieder ein 65 Seiten dickes Begleitheft mit Entstehungsgeschichte, Lyrics und vielen Fotos. Als kleinere Goodies gibt es vier Postkarten (siehe Foto unten) und ein kleines Werbeplakat. Das alles entspricht in etwa dem Umfang, was auch schon bei YEAR OF THE CAT enthalten war. Für ca. 70 Euro, die die Box kostet, ist das im Vergleich was andere Bands liefern (Jethro Tull: Mehr Inhalt für die Hälfte) etwas dürftig.

Al Stewart Time Passages Deluxe Boxset

Aufwertung: 1,5 %


Anspieltipp:

Time Passages, Almost Lucy


Fazit:

Guter bis sehr guter Surroundmix in einer überteuerten Box.

Pros / Cons:
+ Sehr gute Surroundabmischung, wenn auch nicht immer vollständig diskret
+ musikalisch etwas schwächer als der Vorgänger, aber immer noch gut
– Albumstart nicht direkt in Surround Sound (- 1,5%)
– Nettes Bonusmaterial (+1,5 %) aber in dieser Preisklasse am Ende doch dürftig, was die Box überteuert macht

 

 

GESAMTWERTUNG: 89 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

Deluxe-Edition (3 CDs und 1 DVD): Frisch veröffentlicht, etwas günstiger als seinerzeit YEAR OF THE CAT. Kostenpunkt um die 70 Euro. Aber auch nicht mehr überall vorrätig!

Stand: 28.11.2021


Links:

Offizielle Webseite von Al Stewart

 

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