The Grid / Fripp – Leviathan


Erscheinungsjahr 2021 | DVD-Audio | Electronic

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Es ist schon einige Zeit her, dass Robert Fripp, Gitarrist und Kopf der britischen Progressive Rock Legende King Crimson, mit neuer Musik auf sich aufmerksam machen ließ. Zusammen mit dem Elektronik-Duo The Grid, welches aus Dave Ball und Richard Norris besteht, nahm Fripp ein instrumentales Album mit dem Titel LEVIATHAN auf, welches seine Frippertronics enthält, gepaart mit den Ambient Sounds des Duos.

Die Kollaboration geht bereits auf ein gemeinsames Musizieren in den 90ern zurück, als Fripp auf zwei Alben von The Grid zu hören war. Doch Robert Fripp spielte damals so viel ein, dass noch etliches Material nicht verwendet wurde. Bis jetzt! Ausgehend davon, was der King Crimson Gitarrist noch so aus seinen Amps und Effektgeräten an Sounds hervorzauberte, fügten The Grid mit ihren Synthesizern und Drum-Computern weitere Klanglandschaften hinzu.

Vermutlich ist es Robert Fripp zu verdanken, dass es dieses Album in Surround zu hören gibt. Wenn man schon alle Studioalben von King Crimson in den letzten Jahren in 5.1 wiederveröffentlichte, dann doch bitte schön auch die neue Musik! Im Gegensatz zu den Bandaufnahmen ist der Surroundmix nicht von Steven Wilson oder Jakko M Jakszyk, sondern von einem Mischer mit dem Namen „The Vicar“. Veröffentlicht wurde der Mix auf einer zusätzlichen DVD-Audio (die auch auf einem üblichen DVD- und Blu-ray-Player abgespielt werden kann), die der regulären CD beiliegt, eben so, wie auch die King Crimson Reissues veröffentlicht wurden.

The Grid / Fripp Leviathan 5.1 Surround Sound Review


Tracklist:

1 Empire – 8:28
2 Milkwood – 5:48
3 Pulse Detected – 7:50
4 Loom – 7:41
5 Leviathan – 10:20
6 After The Rain – 9:04
7 Fire Tower – 10:49
8 Zhora – 7:39
9 Sympatico – 7:19

Gesamtdauer: 74:58


Die Musik:

Robert Fripp auf Elektronik-Pfaden? So neu ist das nicht. Bereits in den 70ern nahm er gemeinsam mit Brian Eno einige Alben auf, die zu den ersten Veröffentlichungen der sogenannten Ambient-Musik zählen. Klar ist, dass man progressives Gefrickel, wie man es von King Crimson kennt, auf diesem Album nicht vorfinden wird. Mit seinen Frippertronics (der Gitarrensound wird in endlose, lang gezogene Töne mithilfe von Bandmaschinen und Delayeffekten geformt) malt Fripp epische Klanglandschaften, die sich um den Musikhörer wickeln. Es ist also alles sehr getragen und spacig.

LEVIATHAN fängt entsprechend sehr spacig an mit einer Vielzahl von sphärischen Klängen. Man könnte schnell zum Schluss kommen, dass dies bei einer kompletten Albumlänge von über 70 Minuten auf Dauer viel zu langatmig werden dürfte. Aber es geht nicht so weiter. Denn je weiter man in das Album eintaucht, desto mehr musikalische Variationen werden einem geboten.

LEVIATHAN ist ein Album, bei dem man sich offensichtlich genau Gedanken gemacht hat, über die Reihenfolge der Stücke. Im zweiten Stück gibt es bereits erste Klaviertupfer, es ist immer noch sehr Ambient, aber nicht mehr die reine Klangcollage wie noch beim ersten Stück. Mit fortlaufender Dauer passiert auf dem Album dann immer mehr und mehr, bis man irgendwann feststellt, dass man ja plötzlich Beats hört, es richtig rhythmisch wird und die Musik fast tanzbar wird. So kommt es, dass mir das Album trotz der Überlänge nicht langatmig wird. Und ich habe fast grundsätzlich ein Problem mit langen Alben und bin eher ein Fan von Platten in üblicher Vinyl-Länge von 45 Minuten.

Robert Fripps Anteile kann man gut heraushören, wenn man weiß, welche Klangbreite seine Frippertronics und Soundscapes bieten. Manchmal ist man sich aber doch nicht sicher, ob bestimmte Sounds nun von ihm oder von The Grid sind. Am Ende ist dies aber auch nebensächlich, denn es ist am Ende der Gesamtsound, der diese Kooperation interessant macht.

Wertung: 81 %


Besetzung:

Guitar – Robert Fripp
Keyboards, Drum Machine, Programming – Richard Norris
Prophet 5 Synthesizer – Dave Ball


Der Surroundmix:

Was für die Musik gilt, gilt auch für den Mix in Surround Sound. Auf den ersten Stücken ist der Mix noch etwas verhalten, was nicht heißen soll, dass er frontlastig ist. Man wird durchgehend aus allen Richtungen beschallt. Allerdings sind die ersten Stücke weitestgehend Klangcollagen mit Flächensounds, bei denen die diskrete Abmischung nicht so sehr auffällt, wie wenn man Musik hört, die aus vielen unterschiedlichen Klängen besteht, wie Drums, Gitarren, Keyboards und so weiter. Es ist eher so, dass sich ein gleichförmiger Teppich über das gesamte Zimmer aufrollt.

Je mehr aber auch in der Musik passiert, um so mehr hat man das Gefühl, dass man gezielt Sounds aus allen Richtungen heraushören kann. Spätestens ab dem fünften Stück, dem Titelstück, ist man von der diskreten Abmischung vollkommen überzeugt. Highlight ist für mich dabei das Stück Fire Tower. Es beginnt mit einer Menge rhythmischen Sounds, die sowohl vorne wie hinten erklingen. Dazu hört man in der vorderen Raumhälfte Robert Fripps Klangerzeugnisse, während man in der hinteren Raumhälfte die Flächen der Synthesizer hört. Später kommen dort E-Piano-artige Glockenklänge hinzu, während sich die Beats dann etwas mehr in die Front verschieben.

Wertung: 94 %


Vorhandene Tonformate:
MLP 5.1
MLP 2.0
DTS 5.1  (48 kHz / 24 bit)
LPCM 2.0

Album starten:

Wie auch bei King Crimson gilt auch hier: Einlegen und abspielen, kein nerviges Navigieren im Menü, um Surround abzuspielen. Wer einen DVD-Audio Player besitzt, kann das Album hochauflösend genießen, allen anderen bleibt die DTS Spur der DVD-Video Version. Ganz gleich welche Version nun vom Player gelesen wird, man kann LEVIATHAN einfach per Entertaste starten.

 


Bonusmaterial:

Auf der DVD befindet sich nur das Album in Surround und hochauflösendem Stereo. Es gibt kein Bonusmaterial.

 


Anspieltipp:

Fire Tower


Fazit:

Wer wegen des Namens Robert Fripp etwas im Stile King Crimson erwartet, dürfte musikalisch enttäuscht werden. Surroundtechnisch wird man aber den Daumen heben.

Pros / Cons:
+ Sehr guter Surroundmix und Tonqualität
+ High Resolution (+ 1%)
– Die ersten Stücke sind schwerer zugänglich, da sehr auf Klangcollage ausgelegt. Später wirds abwechslungsreicher.

 

GESAMTWERTUNG: 91 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

DVD-Audio: Ist als CD/DVD-Audio problemlos für ca. 20 Euro erhältlich.

Stand: 09.09.2021

 


Links:

Offizielle Webseite von King Crimson: DGM Live

 

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