Magenta – Masters of Illusion


Erscheinungsjahr 2020 | DVD | Progressive Rock

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Diese Band aus Wales gibt es mittlerweile auch schon seit über 20 Jahren. Magenta ist das Progressive Rock Projekt von Robert Reed, den ich auf dieser Seite schon mit seinen Solo-Alben vorgestellt habe. Vor allem durch seine Sanctuary-Reihe, bei der er Musik im Stile des frühen Mike Oldfield macht, dürfte Reed bei etlichen Musikfans Platz im Regal gefunden haben. Seine Veröffentlichungen mischt er auch stets in Surround Sound ab. Das ist bei dem neuen Album von Magenta mit dem Namen MASTERS OF ILLUSION nicht anders, welches bereits im letzten Jahr erschien.

Magenta gründete sich 1999 auf Initiative von Rob Reed, der mit einer Band Musik im Stile der Progressive Rock Größen der 70er-Jahre machen wollte. Für den Gesang konnte er Christina Booth gewinnen, mit der er vorher bereits in der Band Trippa Musik machte. Gitarrist Chris Fry war damals noch Gastmusiker, wurde später aber festes Bandmitglied. Für die Gesangstexte ist Reeds Bruder Steve verantwortlich.

Dieser denkt sich für jedes neue Album immer ein bestimmtes Thema aus, sodass sich durch ein Album immer ein thematischer roter Faden zieht, ohne dass eine durchgehende Geschichte erzählt wird, wie das bei den meisten Konzeptalben der Fall sein dürfte. MASTERS OF ILLUSION handelt nicht von Zauberern, wie man zunächst vermuten könnte, sondern von einer anderen Berufsgruppe, die für Illusionen sorgt, den Schauspielern.

Steve Reed ließ sich vor allem von Schauspielern aus alten Horrorfilmen inspirieren. Die bekanntesten dürften Christopher Lee, Bela Lugosi und Vincent Price sein. Zusammen mit seinem Bruder Rob schaute Steve im Fernsehen immer die englischen Hammer Horror Filme der 60er und 70er. Statt aber die üblichen Gruselgeschichten zu vertonen, war jeweils eine reale Geschichte der entsprechenden Schauspieler der Pate für die Lyrics. Man wollte sozusagen hinter die Fassade der Schreckensgesichter blicken. So dürfte sich der Albumtitel ein Stück weit auf das Privatleben der Schauspieler beziehen, die es verstanden, Probleme von der Öffentlichkeit fernzuhalten. Tim Burtons Biografie Ed Wood zeigt einen Bela Lugosi, der in seinen letzten Lebensjahren ein gebrochener Mann war, der fast vergessen war. Die Texte sind entsprechend düster, die so zu einen Kontrapunkt zu der oftmals positiv klingenden hymnischen Musik werden.

Den Surroundmix gibt es wie üblich bei Rob Reed und Magenta auf einer Bonus DVD. Erstellt hat ihn wieder Rob Reed.


Tracklist:

1 Bela – 11.16
2 A Gift from God – 8.30
3 Reach for the Moon – 9.27
4 Snow – 6.04
5 The Rose – 11.18
6 Masters of Illusion – 16.38

Gesamtdauer: 63:13


Die Musik:

Sechs Stücke bietet das Album, die zwischen 6 und 16 Minuten Länge aufweisen. Der Vorgänger We Are Legend klang noch verhältnismäßig modern, bei MASTERS OF ILLUSION wollte Rob Reed wieder mehr den Vorbildern der 70er nacheifern. Namentlich nennt er hier vor allem Genesis und Yes als größte Inspirationsquellen, wobei mich auch einiges an Marillion zu Fish-Zeiten und an Camel erinnert.

So klingt MASTERS OF ILLUSION ziemlich nach einer Blaupause dieser Bands, ohne natürlich deren Originalität auffangen zu können. Wer meine Rezensionen kennt, der weiß, dass ich ein kleines Problem mit Progressive Rock nach Schema F habe. So ist das auch mit diesem Album. Es gibt Licht und Schatten.

Einerseits gibt es auf dem Album einige fantastische Melodien und Momente, die aber meiner Meinung nach kaum Luft zum Atmen bekommen. Statt dass man sie entfalten lässt, werden sie nach wenigen Sekunden wieder abgebrochen und durch andere Ideen ersetzt, um ja nicht den Vorwurf zu bekommen, es würde zu eingängig klingen. Auch die alten Bands haben viele Ideen in einen Song gepackt. Aber sie taten es, weil es sich richtig angefühlt hat, ohne dass sie darüber groß nachgedacht haben. Hier finde ich es, wie bei vielen heutigen Prog-Bands, dann doch etwas aufgesetzt. Weniger wäre mehr! So ist MASTERS OF ILLUSION ein gutes Album, welches auch Spaß macht anzuhören. Es hätte aber ein richtig Großes werden können, wenn man die Songs weniger nach Prog-Bedienungsanleitung zusammenschrauben würde.

Wertung: 80 %


Besetzung:

Christina Booth – Lead Vocals
Robert Reed – Keyboards,Mandolin,Guitars,Backing Vocals
Chris Fry – Lead Guitar
Dan Nelson – Bass
Jiffy Griffiths – Drums

John Mitchell – Vocals
Pete Jones – Saxophone
Troy Donockley – Uillean Pipes


Der Surroundmix:

Der Surround Mix ist wieder weitestgehend diskret, wie von Robert Reed nicht anders zu erwarten. Trotzdem packt er mich nicht so, wie es sonst der Fall ist. Das dürfte daran liegen, dass der Gesamtsound sehr dicht ist. Auf fast allen Stücken gibt es Orchestersounds, die wohl einer Sample-Library entliehen sind. Die klingen allesamt sehr gut und authentisch. Auch diese Orchestersounds werden im gesamten Raum verteilt. Allerdings klingt der Mix dadurch sehr dicht und mir fällt es oftmals schwer, Melodien auf bestimmten Instrumenten nachzuverfolgen, weil sie dann doch in dieser Wall of Sound unterzugehen scheinen. Mit anderen Worten, mir ist der Mix etwas zu wenig luftig, er ist schwer, atmet nicht. Robert Reed wollte diesen opulenten Sound mit Sicherheit haben, der ein wenig nach Filmsoundtrack klingt.

Besser gefallen mir dagegen die ruhigeren Momente auf dem Album, weil sie dann auch besser klingen. A Gift Of God ist beispielsweise so ein Stück das weitestgehend ruhig gehalten ist. Im hinteren Raum hört man einen Harfensound, später kommen noch 12-Saitige Gitarren hinzu, was dann zusammen mit den Keyboards stark an Genesis erinnert (Entangled und Ripples). Auch Snow weiß zu gefallen, was etwas an Kate Bush, Marillion und später auch etwas poppiger an The Corrs erinnert. Obwohl eine Up-Tempo-Nummer, ist die Abmischung hier auch viel luftiger und hört sich auch weitaus diskreter an.

Wertung: 92 %


Vorhandene Tonformate:
DTS 5.1
Dolby Digital 5.1

Album starten:

Das DVD-Menü ist etwas unglücklich konzipiert, um es mal vorsichtig auszudrücken. Hier liegt der Fokus eindeutig im Bonusmaterial, d.h. über das Drücken der Enter-Taste wird nicht das Album in Surround gestartet, sondern die DVD-Extras. Will man das Album hören (in DTS), muss man entsprechend navigieren:

RECHTS > RECHTS > ENTER > RUNTER > ENTER

RECHTS > RECHTS > ENTER > RUNTER > ENTER

Abwertung: -3 %


Bonusmaterial:

Als Bonusmaterial gibt es zwei Musikvideos, die nicht wirklich spektakulär sind und an Musikvideos Anfang der 80er Jahre erinnern: Die Band spielt zu Vollplayback in einem TV-Studio. Interessanter ist das halbstündige Interview mit Robert Reed zu den Hintergründen der Album-Produktion.

Aufwertung: +1 %


Anspieltipp:

A Gift From God und Snow


Fazit:

Krankt etwas an den üblichen Problemen heutiger Prog-Bands, ist aber ansonsten ein schönes Album, was auch in Surround Spaß macht, wenn auch der Mix nicht „herausragend“ ist.

Pros / Cons:
+ Diskreter Surround Mix, aber es geht auch noch besser
+ Bonusmaterial (+1%)
– Das DVD-Menü ist blanker Horror!

 

 

GESAMTWERTUNG: 86 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

CD / DVD: Gibt es noch ohne Probleme für ca. 21 Euro zu kaufen.

Stand: 25.08.2021

 


Links:

Offizielle Webseite von Robert Reed

 

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