Richard Wright – Wet Dream


Erscheinungsjahr 1978 | Blu-ray | Art Rock

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Von Mike W. K.

Diesmal hat das mit dem Starten der Blu-ray geklappt, kein Wunder mit den neuen Batterien in der Fernbedienung. Es beginnt mit einer Animation (Filmsqeuenz) und 2x auf Play drücken, spielt das Album ab. Voreingestellt ist Dolby TrueHD. Also werde ich den Atmos „downfold“ zu 5.1 rezensieren.

Diese entspannte Platte kenne ich schon viele Jahre, hatte sie aber im Gegensatz zu dem ersten Solo Album von David Gilmour nie als LP, sondern nur auf Tape. Gilmours Album erschien ebenfalls 1978 in der Zeit zwischen den Pink Floyd Alben ANIMALS und THE WALL. WET DREAM habe ich vielleicht vor 10-15 Jahren gebraucht in der 1993er CD Version ergattert. Neu war die sehr lange vergriffen, bis vor kurzem…

Das Album handelt vom Segeln, denn Richard Wright hatte eine große Vorliebe zum Segeln, vor allem in der Ägäis. Leider verstarb er am 15. September 2008 an Krebs. WET DREAM wurde anlässlich seines 80. Geburtstags (Freitag, 28. Juli) in verschiedenen Formaten wieder veröffentlicht, die Blu-ray kam allerdings deutlich verspätet.

Um so mehr habe ich mich gefreut, dass die Blu-ray jetzt doch endlich erhältlich ist. Sie beinhaltet einen neuen Stereomix, 5.1 und Atmos, und zwar gemischt von Steven Wilson. Die Erwartungen sind also hoch. Interessant ist zu wissen, dass Guy Pratt – Schwiegersohn von Richard Wright -, der nicht nur für Pink Floyd in der Zeit von ca. 1987 – 1994 Bass gespielt hat, auch auf dem neuen SW Album – THE HARMONY CODEX zu hören ist. Der Kontakt war also vorhanden. Ebenfalls interessant, dass das Design des neuen Artworks von Carl Glover gemacht wurde. Carl war auch am Design von THE HARMONY CODEX beteiligt.

Ich wünsche mir, dass SW auch das Solodebüt von David Gilmour in 5.1 und Atmos mischt. Und dass auch dieses Album als Blu-ray erhältlich sein wird.

Richard Wright Wet Dream Dolby Atmos


Tracklist:

1 Mediterranean C – 3:54
2 Against The Odds – 3:57
3 Cat Cruise – 5:48
4 Summer Elegy – 4:59
5 Waves – 5:12
6 Holiday – 6:13
7 Mad Yannis Dance – 3:19
8 Drop In From The Top – 3:29
9 Pink’s Song – 3:29
10 Funky Deux – 5:03

 


Die Musik:

Es beginnt mit einem instrumentalen Stück, das Saxophon wird von Mel Collins gespielt, der u.a. bei King Crimson mitwirkte. Against the Odds: hier hat Wilson sehr schön alle Gesangsspuren verteilt. In Cat Cruise überlässt Richard Wright dem Saxofon die Bühne, bevor Richard in Summer Elegy wieder singt. Viele kleine Details sind hier verteilt. Erstaunlich, was da alles hörbar wird. Besonders gefällt mir das Gitarrensolo von Snowy White. Er ist auch kein unbekannter, war er doch mit bei The Wall auf Tour und danach mehrfach mit Roger Waters. Beide sah ich 2002 in Köln live auf der „In The Flesh Tour“.

Waves klingt vom Rhythmus her schon wie Wellen, der Mix unterstützt den Wellencharakter zusätzlich. Gut gemacht! Erneut übernimmt Mel Collins mit seinem Saxofon die Bühne und zwar vorne in der Mitte, dem Center.

Holiday: Richard hat seine Vocals wohl mehrfach gesungen, also mehr als gedoppelt. So wie Wilson die Stimmen verteilt hat, habe ich den x-fachen Wright um mich herum. Das habe ich auch noch nicht in der Art gehört. Ich bin gespannt, was Robert bezüglich Atmos und den Höhenlautsprechern hierzu anzumerken hat, da ich nur 5.1 habe. Wilson ist bekannt dafür, dass er von allen Lautsprechern, die er in seinem 7.1.4 Set-up hat, Gebrauch macht. Sail along across the sea…

Richard Wright Wet Dream Dolby Atmos

Mad Yannis Dance ist wieder ein Instrumental, das fließend in das nächste instrumentale Stück Drop In From The Top übergeht. Hier ist die Hammond Orgel links hinten prominent platziert.

Der Text von Pink’s Song stammt von Richards Ex-Frau Juliette. Hier fällt mir eine Flöte auf, aber ich finde in den Credits niemanden dazu. Mir ist dieses Instrument so gar nicht in Erinnerung. Dabei ist es wunderschön gespielt. Da aber auch der 1978 Mix auf der Scheibe enthalten ist, kann ich das nachhören. Ja, tatsächlich. Die ist auch schon damals vorhanden gewesen. Der letzte Song, Funky Deux, ist wieder instrumental und beginnt mit einer funky Basslinie, passend zum Titel oder umgekehrt.

Wertung:  85 %


Richard Wright Wet Dream Dolby Atmos


Surroundmix und Sound:

Die nicht gerade sehr überbordende Instrumentierung hat Steven Wilson geschmackvoll im Surround verteilt. So erlebe ich das Album sehr viel detailreicher, wie ich es nie kannte. Das liegt aber auch am gesamten Sound, der wieder sehr dynamisch ist. Konsequenz: aufdrehen, macht schon wieder Spaß. Immer wieder gibt es Tiefbass von den Keyboards, aber eben nicht übertrieben viel.

Das Schlagzeug klingt 70er like ziemlich pappig und trocken, was damals angesagt war. Allzu viel Bandsättigung kann ich nicht ausmachen, also wurde das Album nicht besonders „heiß“ auf Magnetband aufgenommen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut solch alten Aufnahmen klingen!

Der 5.1 Mix ist ebenfalls prima, etwas lauter ist er. Das hat aber auch vermutlich mit bestimmten Atmos relevanten Vorgaben zu tun.

Wertung:  95 %


Mitwirkende:

Mel Collins – Saxophone
Reg Isidore – Drums
Larry Steele – Bass
Snowy White – Guitars
Richard Wright – Vocals, Keyboards, Synthesizer

Sowie:
Art Direction – Gala Wright, Jamie Wright
Design – Carl Glover, originales Design – Hipgnosis


Dolby Atmos:

Einschub von Robert Schlegel

Bei der Beschreibung des Atmos Mixes beschränke ich mich in erster Linie auf die Einsätze der Höhenlautsprecher. Im Vergleich zu anderen Steven-Wilson-Mixen würde ich sagen, dass die Höhen hier etwas dezenter in Anspruch genommen werden, was aber durchaus stimmig zur größtenteils relaxten Musik ist. Was nicht heißen soll, dass die oberen Lautsprecher vergessen wurden. Da passiert dennoch mehr als bei vielen anderen Atmos-Mixen, die nicht von Steven Wilson abgemischt wurden.

Interessant ist, dass es eher selten Keyboardparts sind, die man oben wahrnimmt. Es gibt zwar hier und da die eine oder andere Stringfläche, die sich oben ausbreitet, auch mal das Klavier oder die Orgel. Viel häufiger ist es aber die Gitarre, die immer mal etwas höher erklingt, vor allem bei den zahlreichen Solodarbietungen von Snowy White. Auch Schlagzeug und Percussions sind immer wieder mal höher angesiedelt. Vor allem Drumfills scheinen es hier Steven Wilson angetan zu haben. Denn diese trommeln sich gerne im großen Bogen durch den Raum, fangen unten links an, gehen im Bogen nach oben und enden unten rechts.


Richard Wright Wet Dream Blu-ray


Vorhandene Tonformate:
Dolby Atmos
DTS-HD Master Audio 96/24 5.1
PCM Stereo 96/24

Albumstart:

Einlegen, kurz warten, 2x Play und die Atmos Spur wird gespielt. Das ist OK.


Bonusmaterial:

– 1978 Mix in 96/24
– Bilder
– Kurzes „home“-Video
– Instrumentale Versionen, der vier Stücke mit Gesang

Richard Wright Wet Dream Blu-ray

Aufwertung: +3 %


Anspieltipp:

Mediterranean C, Holiday


Fazit:

Kauf empfohlen, auch wenn die Blu-ray ca. 33€ kostet. Klanglich und vom Mix her ausgesprochen gut, die Musik ist melodisch und sehr entspannt.

 

GESAMTWERTUNG: 96 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

Blu-ray: ca. 33 Euro

Stand: 09.11.2023

 


Links:

Webseite von Richard Wright

 

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