George Benson – Body Talk (Quad-Mix)


Erscheinungsjahr 1973 | SACD | Jazz

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Heute möchte ich mal wieder ein Album vorstellen, welches das Label Dutton/Vocalion vor einiger Zeit auf SACD wiederveröffentlicht hat. Dutton bringt immer wieder mal längst verschollene Schätze aus der Zeit der Quadrophonie ans Licht, also Alben, die in den 70ern in 4-Kanal gemischt und veröffentlicht wurden, die sich aber anschließend kaum verkauft haben, da die meisten Musikhörer damals neue teure Stereoanlagen im Hause stehen hatten und nicht einsahen, plötzlich noch mal in die Quadrophonie zu investieren.

Da man vor allem in den USA versuchte, den Absatz an quadrophonischer Musik anzukurbeln, waren es vor allem amerikanische Künstler, die in die Gunst kamen, auf diesem Medium veröffentlicht zu werden. Dazu gehörten auch Jazz Musiker. George Benson ist einer davon.

Im Jahr 1973 erschien sein mittlerweile 11. Studioalbum BODY TALK, welches Dutton/Vocalion auf SACD wiederveröffentlicht hat. George Benson ist ein sehr begabter Jazz Gitarrist, der mit Jazz Ikonen wie Miles Davis gespielt hat und seit Mitte der 60er Jahre selbst Alben herausbrachte. Wie das so beim Jazz ist (man spielt 10000 Akkorde vor drei Leuten, statt drei Akkorde vor 10000 Leuten) kam der richtige Erfolg erst Ende der Siebziger Jahre, als Benson seinen Stil zugunsten radiotauglicher Musik im Soul-, Disco- und Pop-Stil der Zeit änderte und neben seinen Gitarrenfertigkeiten auch sang.

2018 erschien nun BODY TALK auf SACD in einem gewöhnlichen Jewel-Case mit seinem alten Quad-Mix von 1973. Remastered hat die Aufnahmen der Label-Chef Michael J. Dutton.

George Benson Body Talk SACD


Tracklist:

1 Dance – 8:22
2 When Love Has Grown – 5:03
3 Plum – 5:11
4 Body Talk – 8:21
5 Top of the World – 9:11

Gesamtdauer: 36:53


Die Musik:

BODY TALK ist noch reiner instrumentaler Jazz, wenn man auch hier bereits etwas den R&B- und Soul-Einfluss erkennen kann. Kein Wunder also, dass das erste Stück Dance heißt, bei dem der Rhythmus direkt ins Blut zu gehen scheint. Die Stücke auf diesem Album sind zunehmend Funk und Jazz Rock orientiert, es gibt aber noch mit dem Cover When Love Has Grown und auch mit Top Of The World Tracks, die noch mehr dem klassischen Jazz der 50er und 60er Jahre zugewandt sind.

Neben dem Schlagzeuger Jack DeJohnette, der später Bestandteil des Keith Jarrett Trios war, wirkt auf dem Album auch der Perkussionist Errol „Mobutu“ Reynolds mit, wodurch sich die rhythmische Grundorientierung erkennen lässt. Zusätzlich dazu kann man auf einigen Stücken eine Bläser-Formation hören.

Aufgenommen wurde das Album in den legendären Rudy Van Gelder Studios in New Jersey, wo gefühlt alle wichtigen Jazz Alben seit den 50ern aufgenommen wurden. Was die Klangqualität angeht, suchte dieses Studio damals seinesgleichen. Den Quad-Mix hat Van Gelder übrigens selber übernommen.

Wertung: 84 %


Besetzung:

  George Benson – lead guitar
Earl Klugh – rhythm guitar
Harold Mabern – electric piano
Ron Carter – acoustic bass
Gary King – electric bass
Jack DeJohnette – drums
Mobutu – percussion, congas
Frank Foster – tenor saxophone
Gerald Chamberlain – trombone
Dick Griffin – trombone
Jon Faddis – trumpet, flugelhorn
John Gatchell – trumpet, flugelhorn
Waymon Reed – trumpet, flugelhorn
Pee Wee Ellis – arrangements and conductor


Der Surroundmix:

Rudy Van Gelder hat für seinen Quad-Mix die Instrumente auf bestimmte Positionen im Raum platziert, die mit Ausnahme der zweiten, von Earl Klugh gespielten Gitarre über die gesamte Dauer des Albums ihre Position behalten. Diese Gitarre ist in den ersten Stücken hinten links zu hören, später wechselt sie auf die rechte Position. Hinten links sind stets die Congas von Mobutu zu hören, die sich mit dem Schlagzeug, welches vorne rechts zu hören ist, duellieren. Das ist der Punkt, der mir persönlich etwas weniger gefällt, dass das Schlagzeug soweit seitlich gemischt ist. Zentraler wäre mir lieber. Man gewöhnt sich aber schnell daran.

Die Lead Guitar von George Benson kann man im linken vorderen Lautsprecher hören. Auch hier wird sein Sound mit dem E-Piano, welches sich wiederum hinten rechts gemütlich macht, gekreuzt. Das klingt durchgehend richtig gut. Der Bass, mal ein E-Bass, dann wieder ein Kontrabass, kommt wie erwartet aus der Front. Die Bläser sind ebenfalls vorne vorzufinden, sind aber meines Erachtens nach weiter in den Raum gemischt, sodass sie zum Teil auch seitlich erklingen.

Man hat es somit mit einem sehr diskreten Mix zu tun, der den Hörer tief in die Musik eintauchen lässt. Dass bei der Verteilung der Instrumente im Raum keine großen Unterschiede zu vernehmen sind, ist für Jazzaufnahmen typisch. Hiermit lässt sich ein Live Feeling heraufbeschwören. Gerade in Surround hat man so das Gefühl, man wäre inmitten der Musiker. Auch die Qualität der Aufnahme lässt alles sehr authentisch wirken. Allenfalls zu Beginn hat man ein leichtes Gefühl, dass der Sound etwas muffig klingt, was sich dann aber schnell legt.

Wertung: 92 %


Vorhandene Tonformate:
SACD DSD 5.1
SACD DSD 2.0
CD Audio

Album starten:

Die SACD lässt sich (sofern man dieses so eingestellt hat) automatisch mit dem 5.1 Mix starten.


Bonusmaterial:

Kein Bonus, ein paar Liner Notes im Booklet.


Anspieltipp:

When Love Has Grown


Fazit:

Wer auf Jazz steht, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Pros / Cons:
+ Sehr guter Quad-Mix
+ High Resolution (+ 1%)
+ Album lässt sich ohne TV-Hilfsmittel starten
– Verpackung im Jewel-Case sieht relativ billig aus, dafür kostet das Teil aber auch nicht so viel

 

GESAMTWERTUNG: 91 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

SACD: Die SACD ist 2018 erschienen und sollte noch ohne Probleme zu bekommen sein. Der Preis ist sehr fair und entspricht einer normalen CD-Veröffentlichung: 16 Euro.

Stand: 29.01.2021

 


Links:

Webseite von George Benson

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