Dolby Atmos Streaming mit Amazon – Ein Erfahrungsbericht – Teil 1


Technik: Dolby Atmos Streaming mit Amazon – TEIL 1

 

Neben Apple und Tidal bietet auch Amazon Music diverse Musiktitel an, die in Spatial Audio, 3D Audio, Dolby Atmos und wie die Marketingbegriffe alle sonst noch heißen, gestreamt werden können. Bisher war es jedoch so, dass dies nur über die Mobile App möglich war oder über die von Amazon vertriebenen kleinen Lautsprecher. Seit einiger Zeit ist es nun auch möglich, Rundumklang über die Amazon Music App für Fire TV zu hören. Dies ist in soweit interessant, als das man einen Fire TV Stick an einen Receiver anschließen kann, um diese Musik über die eigenen Surroundlautsprecher hören zu können.

Ich habe einen Fire TV Stick und als ich davon hörte, war die Versuchung sehr groß, dies mal auszuprobieren. Da ich auch noch eine Prime Mitgliedschaft bei Amazon habe, wurde mir zudem ein dreimonatiger kostenloser Test für Amazon Music Unlimited angeboten, um das Ganze zu testen. Das ist das Abo, welches man benötigt, um Atmos Titel hören zu können. Bei dem in der Prime Mitgliedschaft enthaltenen Prime Music ist 3D Audio nicht enthalten. Ein Abo für Amazon Music Unlimited gibt es ab 8,99 € im Monat für Prime Mitglieder. Wer kein Prime hat, zahlt 10,99 €.

Ganze drei Monate kostenlos testen zu können ist natürlich ein no-brainer, wie man heutzutage sagen würde. Nach knapp einem Monat Nutzung kann ich an dieser Stelle meine Erfahrungen weitergeben, denn auch für mich war streamen in Surround bisher völliges Neuland. Interessanterweise habe ich beim Testen noch eine andere Möglichkeit gefunden, Dolby Atmos Titel von Amazon über die Surround-Anlage zu hören, gänzliche ohne Fire TV, die offensichtlich schon viel länger funktioniert. Nur scheint dies überhaupt nicht geläufig zu sein, ich habe dazu auch nichts im Internet gefunden. Mehr dazu weiter unten.


Im Trend: Spatial Audio

Wie kommt es eigentlich, dass Musik in Surround plötzlich so im Trend ist, dass Streaming Anbieter entsprechende Abos anbieten? Kaufen die Leute jetzt alle Heimkino-Lautsprecher? Nein, tun sie nicht. Die Musikindustrie hat hier einen anderen Konsumenten im Blick: Menschen, die Musik über Kopfhörer konsumieren. Was früher der Walkman war, ist heute das Smartphone. Dank ausgeklügelter Algorithmen kann über Kopfhörer ein virtueller Raum suggeriert werden, der es ermöglicht, darin Audioquellen gezielt zu platzieren, sodass man auch über Stereokopfhörer einen räumlichen Eindruck bekommt. Mit Apple Kopfhörern ist es sogar möglich, dass zudem Kopfbewegungen in diesen Algorithmus mit einbezogen werden. Algorithm is a dancer! Dass diese mehrkanalige Musik auch mit mehreren Lautsprechern abgehört werden kann, wird hier eher als eine alternative Anwendungsmöglichkeit angesehen. Das zeigt sich daran, dass Amazon Music erst jetzt seine Fire TV App Atmos-Ready gemacht hat.

Katatonia Dolby AtmosDas aktuelle Album von Katationa gibt es auch im Streaming in Dolby Atmos zu hören.


Wie kann man Dolby Atmos über Fire TV hören?

Was man benötigt, ist ein Dolby Atmos-fähiges Fire TV Gerät. Amazon hat in den letzten Jahren diverse Varianten seines Streaming Sticks herausgebracht. Von den aktuell erhältlichen Geräten können alle Dolby Atmos bis auf den günstigen Fire TV Stick Lite. Ich habe einen etwa 3 Jahre alten Fire TV Stick 4K, der kann das auch. Noch ältere Geräte dürften nicht Atmos-fähig sein.

Außerdem benötigt man einen Receiver, der Dolby Atmos kann. Ich habe den Stick an meine ältere Zweitanlage angeschlossen, die die herkömmlichen Surroundformate beherrscht. Ergebnis: Amazon erkennt das und spielt dann alles nur in Stereo ab. Es findet somit kein Downmix auf 5.1 statt, wie das bei Blu-rays der Fall ist. (Bei Apple soll dies allerdings funktionieren, heißt es.)

Was ist mit Atmos-Verstärkern, an denen nur 5.1 Lautsprecher angeschlossen sind? Auch dann dürfte das Endgerät nicht als Atmos-Gerät erkannt werden. Als ich noch keine Deckenlautsprecher installiert hatte, spielte mein Yamaha Verstärker stets Dolby True HD ab. Erst mit den zusätzlichen Lautsprechern wurde im Display Dolby Atmos angezeigt. Das dürfte auch bei allen anderen Herstellern so sein.


360 Reality Audio – Der Sonderfall in Sachen 3D Spatial Audio

Während Apple auf Dolby Atmos setzt, gibt es bei Amazon noch ein weiteres Spatial Audio Format. Das ist das von Sony entwickelte 360 Reality Audio. Meines Wissens nach wird dies nur in Sony Verstärkern verbaut. Außerdem sollen Smartphones Titel im 360-Format abspielen können. Bei Amazon Music gibt es einige interessante Alben nur in 360 Reality Audio. Mir sind kaum Titel aufgefallen, die beides haben. Wenn also irgendein Künstler bei Apple in Dolby Atmos gehört werden kann, muss es nicht zwangsläufig heißen, dass dieser auch bei Amazon in Dolby Atmos vorliegt. Hier liegt also ein gewisses Frustpotenzial vor, wenn etwas nur in 360 Reality Audio angeboten wird. Ein System dahinter konnte ich nicht erkennen, was man in Atmos und was in 360 RA zu Verfügung stellt. Das aktuelle Album von Schiller ILLUMINATE gibt es z.B. bei Amazon in Dolby Atmos, den Vorgänger EPIC dagegen in 360 Reality Audio.

Jethro Tull Rökflöte Das neue Album von Jethro Tull gibt es bei Amazon nur in 360 Reality Audio

Auch bei Tidal gibt es 360 Reality Audio zu hören. Ich habe nicht in Erfahrung bringen können, ob man hier ebenfalls diese Entweder-oder-Schiene fährt, oder man alle 3D-Titel über beide Formate abspielen kann.


Was gibt es alles in Dolby Atmos zu hören?

Wir Freunde von Musik in Surround wissen ja, das regelmäßig irgendwelche teuren Deluxe Boxen von bekannten Alben veröffentlicht werden, die das jeweilige Album in Dolby Atmos auf einem Blu-ray-Silberling enthalten. Das aktuelle hochpreisige Beispiel dürfte DARK SIDE OF THE MOON sein, für das man über 300 Euro zahlen muss. Diese Atmos Mixe werden aber nur höchst selten ausschließlich für solche Deluxe Boxen erstellt. Der primäre Markt ist das Streaming. Hier gibt es in der Tat weitaus mehr Alben in Dolby Atmos zu hören, als man als Tonträger kaufen kann. REVOLVER von den Beatles gibt es zum Beispiel nur im Streaming. Ich fand vieles, von dem ich gar nicht wusste, dass es von diesen Bands Dolby Atmos Mixe gibt: Pearl Jam, Coldplay, Neil Young, Tom Petty, Sigur Ros, alle Alben von George Harrison, die neuen Alben von Grönemeyer, Metallica, The National und so weiter. Und ja, auch Helene Fischer!

Beliebte Alben in Dolby Atmos bei AmazonEinige „beliebte Alben“ bei Amzon in Dolby Atmos


Amazon, Apple, Tidal: Ein schneller Vergleich

Im Vergleich zu Apple und Tidal liegt Amazon mit seinem Atmos-Bestand zurück. Einige Sachen fehlen einfach oder sind wie erwähnt in 360 Reality Audio zu hören. Bei Apple soll es zudem einige herkömmliche 5.1 Alben geben sowie welche, die in den 70ern für die Quadrophonie abgemischt wurden. Diese sind dann nicht als Dolby Atmos getaggt, sondern als Dolby Audio. Bei Amazon dagegen hat man eher das Gefühl, als wolle Amazon erst mal halbherzig  „den Fuß in die Tür stellen“, um zu schauen, ob es da überhaupt einen Markt für Dolby Atmos gibt. Denn bei Amazon gibt es aus mir unerklärlichen Gründen auch zahlreiche Alben, von denen nur eine Handvoll Titel in Dolby Atmos verfügbar sind, obwohl eigentlich das komplette Album in Atmos vorliegen müsste. Rechteprobleme oder Datenbankschlampereien? Da darf man sich schon die Frage stellen, ob man für halbe Sachen wirklich monatlich Geld ausgeben will.

Andererseits ist der Einstieg ins Atmos Streaming über Amazon deutlich einfacher. Ein Fire TV Stick ist relativ günstig, bei Apple TV funktioniert dies wohl nur mit einem Apple TV 4K, der um die 170 Euro kostet. Bei Tidal gibt es Apps sowohl für Fire TV wie auch für Apple TV. Allerdings ist hier das benötigte Abo mit 19,99 im Monat deutlich teurer als bei der Konkurrenz. Aber auch Tidal und Apple bieten jeweils einen kostenlosen Probemonat an.

Wer also direkt alles haben will, der steigt am besten direkt bei Apple ein? So einfach ist das leider nicht, denn auch Amazon hat einige Exklusiv-Titel im Portfolio. Das Album WILDFLOWERS von Tom Petty war lange Zeit nur bei Amazon in Dolby Atmos zu hören. Außerdem hat auch Amazon einige Quad-Alben im Angebot, allerdings nur in 360 Reality Audio, z.B. die ersten Soloalben von Paul Simon.

Ob auch Tidal Exklusiv-Titel hat, weiß ich nicht, aber der ganze Flickenteppich erinnert stark an die Rechteverteilung im Fußball oder beim Film- und Serienstreaming generell. Wer alles hören möchte, braucht mehrere Abos oder wechselt regelmäßig.


Musik in Dolby Atmos finden

Zurück zu Amazon und der App: Die Suche ist ein wunder Punkt. Denn was es in Dolby Atmos zu hören gibt, habe ich über externe Webseiten und Foren, zum Teil sogar über die Apple Music App, die auf meinem iPad installiert ist, herausbekommen statt über Amazon. Das ist der erste Kritikpunkt, den ich habe: Es gibt keine Liste oder dergleichen, die einem nur Musik in Dolby Atmos ausgibt. Die Suche nach Dolby Atmos liefert nur undurchsichtiges Zeug. Es gibt eine kuratierte „Best of Atmos“-Playlist. Es gibt aber auch das Schlagwort „3D Audio“. Hier werden diverse Playlisten, Songs und Alben in Atmos und 360 RA ausgegeben. Allerdings auch vieles, was es gar nicht in 3D Audio gibt. Amazon taggt Alben und Songs mit einem Atmos bzw 360 Symbol. Allerdings auch die Alben, die vielleicht nur einen einzigen Titel in Surround enthalten.

Das ist leider eines der Probleme des derzeitigen Dolby Atmos Trends und im Streaming generell: Es wird in Playlists gedacht anstatt in Alben. Labels lassen zum Teil nur Hits eines Künstlers in 3D Audio abmischen. Ein Beispiel: Steven Wilson bekam den Auftrag einen Dolby Atmos Mix von A-ha zu erstellen. Aber nur vom Hit Take on Me! In der Amazon App wird das zugehörige Album HUNTING HIGH AND LOW von 1985 und sämtliche Compilations, auf denen Take on Me enthalten ist als Dolby Atmos getaggt. Nur wegen des einen Songs! Vermutlich ist es bei Apple und Tidal genau so. Jedenfalls erschwert dieses Durcheinander die Suche nach Alben in Dolby Atmos ungemein.

Suchergebnis a-ha Dolby AtmosDas irreführende Suchergebnis bei A-ha.

Wie man unten am Screenshot erkennt, wird das Album HUNTING HIGH AND LOW als Dolby Atmos angegeben, enthalten ist allerdings nur ein einziger Song:

Hunting High and Low von a-ha in Dolby Atmos


Wichtige Voreinstellungen bei Fire TV und der Amazon Music App

Damit man überhaupt Musik in Dolby Atmos hört, muss zum einen überprüft werden, ob in den Einstellungen des Sticks die Atmos Ausgabe aktiviert ist. Auch in der App selber sind gewisse Einstellungen erforderlich: Es muss die beste verfügbare Abspielqualität ausgewählt sein und an anderer Stelle muss man Dolby Atmos noch separat einschalten. Hier zwei Screenshots:

Dolby Atmos Einstellungen bei Amazon
Dolby Atmos Einstellungen bei Amazon


Die Bedienung der Amazon Music App für Fire TV

Hier sollte Amazon deutlich nachbessern. Die hauseigene Musikapp ist was die Bedienbarkeit angeht, eine reine Zumutung. Diese wurde wohl irgendwann programmiert, damit alle Amazon-Dienste über Fire TV nutzbar sind, wobei man davon ausgegangen ist, dass kaum jemand Musik über einen an einen Fernseher angeschlossenen Streaming Stick konsumieren dürfte. Nur bietet Amazon jetzt Musik in Dolby Atmos an, die eben für das bestmögliche Ergebnis an einer Surround Anlage gehört werden sollte.

Das Problem mit der App ist die Bibliothek! Hat man ein Album in Dolby Atmos gefunden, kann man dieses der eigenen Bibliothek hinzufügen. Dadurch ist es schneller wieder auffindbar. So weit, so gut. Diese Bibliothek ist aber nur in den seltensten Fällen vorher leer gewesen. Nahezu alle Alben, die man irgendwann bei Amazon als CD, LP oder mp3 gekauft hat, werden automatisch in diese Bibliothek eingefügt. Bei mir sind das in den letzten 20 Jahren eine ganze Menge Alben gewesen! Die Dolby Atmos Alben, die man dort nun hinzufügt, verlieren sich darin vollkommen.

Die mobilen Apps von Amazon Music für Smartphone und Tablets bieten zahlreiche Filterfunktionen für die eigene Bibliothek. Man kann nach Interpret, Alben, Playlisten filtern, nach gekauften oder über das Streaming hinzugefügten Titeln, und ja, auch nach Dolby Atmos. In der Fire TV App? Fehlanzeige! Hier gibt es keine Filtermöglichkeit.

Nun will man nicht Musik hören und währenddessen den Fernseher nebenbei laufen lassen, um darüber zu navigieren. Eine Fernbedienbarkeit über das Smartphone wäre schön, die ist aber nicht möglich. Es gibt aber eine andere Lösung in der Fire TV App ohne laufenden Fernseher zu navigieren. Alexa! Über die Sprachfernbedienung kann man seinen Wunsch durchgeben. Das funktioniert mal gut, mal weniger gut.

Ich habe es nicht geschafft, über die Sprachfernbedienung das Album GONE TROPPO von George Harrison abzuspielen, obwohl ich es genauso ausgesprochen habe, wie George es im entsprechenden Song auch singt. Man muss Alexa übrigens sagen, dass man das Album hören will, andernfalls wird immer nur der gleichnamige Song abgespielt. Im Streaming haben Alben keinen Wert mehr. Bei dem Terminus „Troppo“ könnte man meinen, dass der Begriff (australischer Slang) einfach zu wenig geläufig ist. Aber auch der Aufruf des neuen Peter Gabriel Songs The Court brachte mich nicht zu diesem Lied, sondern zu The Conqueror von Genesis (na immerhin war der Sänger identisch). Bevor man versucht, über Sprachbefehle das Album () von Sigur Ros aufzurufen, ist der beste Lösungsweg, sich vorher entsprechende Playlisten anzulegen. Also pro Album eine Playlist mit einem ganz einfachen, leicht verständlichen und ebenso leicht aussprechbaren Namen. Das geht recht einfach, man kann ein komplettes Album schnell als eigenständige Playlist abspeichern.


Alternative zu Fire TV und der Fire TV App

Oben habe ich ja geschrieben, dass eine Fernbedienbarkeit über das Smartphone schön wäre. Und in der Tat, die gibt es! Diese hat aber weder mit Fire TV noch der Amazon Music App auf dem Stick zu tun.

In den Mobile Apps ist es möglich, Musik über Funk an externe Geräte zu schicken, wie z.B. den Receiver. Die geläufigsten Techniken dürften da Airplay von Apple und Googles Chromcast sein, wobei man im letzteren Fall dann auch ein Chromcast-Gerät braucht. Ich habe mir also die Frage gestellt, was eigentlich passiert, wenn ich diesen Übertragungsweg vom mobilen Gerät zum Verstärker verwende, um Stücke in Dolby Atmos abspielen zu können. Airplay hat nicht funktioniert. In dem Fall, wird nur Stereo an den Verstärker übertragen (der Airplay können muss), denn Airplay unterstützt keine Surroundformate.

Dann habe ich meinen alten Google Chromcast Stick an den Verstärker angeschlossen, Chromcast in der App zur Übertragung ausgewählt und …. es funktioniert! Google Chromcast unterstützt Dolby Atmos! Das funktioniert sowohl auf Apple Geräten, als auch auf Android Smartphones. Die einzige Einschränkung ist, diese mobilen Geräte müssen Dolby Atmos können. In meinem Samsung Smartphone gibt es in den Einstellungen einen entsprechenden Atmos-Schalter. Es ist ein drei Jahre altes preisgünstiges Model. Vermutlich dürften das viele mobile Geräte mittlerweile unterstützen.

Wer es nicht kennt: Google Chromcast ist ein kleiner Streaming Adapter, den man per HDMI an den Fernseher oder AV-Receiver anschließend kann. Vor etwa zehn Jahren hat Google das Teil herausgebracht. Damit war es möglich, ohne Kabelverbindung Inhalte von einem Handy oder Tablet an diese externen Geräte zu schicken. Das war vor allem dann praktisch, wenn man keinen SmartTV hatte, trotzdem aber Filme und Serien von Apps auf dem großen Fernseher sehen wollte. Etwa ein Jahr später brachte Amazon Fire TV heraus, welches eine eigene Oberfläche hatte, sodass Inhalte nicht über andere Geräte aufgerufen werden mussten.

Mein alter Google Chromcast


Ist bei der Übertragung per Chromcast nicht die Qualität schlechter?

Die Übertragung erfolgt über Wlan, das mobile Gerät und Chromcast müssen im selben Netzwerk sein. Auf dem Gerät erfolgt keine Decodierung des Atmos Streams, stattdessen werden die aus dem Internet empfangenen Daten einfach zum Verstärker weitergeleitet (passthrough). Das beweist auch mein Test mit meiner alten, nicht Atmos-fähigen Anlage: Ich habe hier den Chromcast ebenfalls mal angeschlossen und wieder nur Stereo erhalten. Man hätte ja meinen können, dass der Amazon-Server bereits das Handy oder iPad als Atmos-Gerät erkennt. Offensichtlich zählt hier ausschließlich das Ende der Verbindungskette. Dass das mobile Gerät trotzdem Dolby Atmos können muss, liegt darin begründet, dass man über die App den Wunsch an den Server schickt, den Musiktitel in Dolby Atmos zu senden.

Mithilfe des Chromcasts ist somit eine recht komfortable Nutzung von Amazon Music Unlimited über die entsprechenden Apps für Smartphones und Tablets möglich. Ab und zu scheint die Verbindung etwas hakelig zu sein, ich hatte bisher einmal den Fall, dass mir Chromcast in der App nicht angezeigt wurde. Insgesamt schlägt dieser Weg die Bedienbarkeit der Fire TV App um Längen. Preislich gibt es Google Chromcast für ca. 30-40 Euro. Ich habe einen relativ alten der zweiten Generation, mit dem es gut klappt. Perfekt ist dieser Weg aber auch nicht.

Einen entscheidenden Nachteil hat Chromecast. Eine unterbrechungsfreie Wiedergabe (gapless playback) funktioniert zumindest bei mir nicht. Das heißt, dass man bei Songtiteln, die ineinander übergehen, mit einer Pause von ca. einer Sekunde leben muss. Hier hat wiederum Fire TV die Nase vorn, da hier Stücke unterbrechungsfrei abgespielt werden. Unter Umständen liegt es daran, dass mein Chromecast eben schon etwas älter ist.

Im nächsten Teil geht es weiter mit der Qualität der Dolby Atmos Mixe bei Amazon Music, sowie einem Vergleich zwischen Kopfhörer-Atmos und echtem Atmos über mehrere Lautsprecher.

 


 

3 Replies to “Dolby Atmos Streaming mit Amazon – Ein Erfahrungsbericht – Teil 1”

  1. Amazon music ist wirklich seltsam. Ich klicke We are the champions von Queen in Ultra HD an, zu hören bekomme ich aber die Bohemian Rhapsody in Atmos!

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