Eric Clapton – Unplugged


Erscheinungsjahr: 1992 | Streaming | Blues Rock

Eine Dolby Atmos Streaming Review

Im Januar 1992 nahm Eric Clapton für die damals beliebte MTV-Reihe „Unplugged“ Platz auf der Bühne der Bray Studios nahe Windsor und spielte dort ein Konzert, das zunächst gar nicht als großer Karrierehöhepunkt geplant war. Statt auf seine bekannten elektrischen Gitarren zu setzen, präsentierte er die Songs in weitgehend akustischen Arrangements und mit einer kleinen Begleitband. Aus dem eher überschaubaren Fernsehauftritt wurde schließlich eines der erfolgreichsten Livealben überhaupt.

Das Set besteht aus einer Mischung aus eigenen Stücken und Blues-Klassikern, die Clapton teilweise schon seit Jahrzehnten im Repertoire hatte. Dabei werden bekannte Songs wie Layla komplett umgekrempelt und bekommen als deutlich langsamere Akustikversion einen völlig anderen Charakter. Layla wurde anschließend auch als Single veröffentlicht und verhalf dem Album zu Platz 1 in den USA sowie Platz 2 in GB und 3 in Deutschland. Mit Tears in Heaven befindet sich außerdem ein Stück auf dem Album, das durch den persönlichen Hintergrund eine besondere Bedeutung bekommt. Clapton hatte den Song nach dem Tod seines vierjährigen Sohnes Conor geschrieben. Der Song war nur zwei Tage vor dem Konzert auf dem von Clapton geschriebenen Soundtrack RUSH veröffentlicht worden.

Musikalisch bewegt sich UNPLUGGED zwischen Acoustic Rock und Blues. An die Stelle der elektrischen Gitarren treten verschiedene akustische Instrumente, wobei Claptons Gitarrenspiel natürlich weiterhin im Mittelpunkt steht. Die Arrangements wirken entsprechend reduziert, ohne allerdings besonders spartanisch zu sein. Neben mehreren Gitarren sorgen Bass, Schlagzeug, Percussion, Keyboard und weitere Instrumente für einen warmen und durchaus abwechslungsreichen Klang. Gerade die Mischung aus eigenen Songs und traditionellen Bluesnummern macht das Konzert dabei ziemlich vielseitig. Bis heute gehört UNPLUGGED zu den bekanntesten Veröffentlichungen der gesamten MTV-Unplugged-Reihe. Seit einiger Zeit gibt es das Album im Streaming in Dolby Atmos zu hören.

Eric Clapton Unplugged Dolby Atmos

Screenshot Apple Music App


Tracklist:

 1 Signe – 3:14
2 Before You Accuse Me – 3:44
3 Hey Hey – 3:16
4 Tears in Heaven – 4:36
5 Lonely Stranger – 5:27
6 Nobody Knows You When You’re Down and Out – 3:49
7 Layla – 4:46
8 Running on Faith – 6:29
9 Walkin’ Blues – 3:37
10 Alberta – 3:42
11 San Francisco Bay Blues – 3:23
12 Malted Milk – 3:36
13 Old Love – 7:53
14 Rollin’ & Tumblin’ – 4:11

Gesamtdauer: 63:00


Der Dolby Atmos Mix:

Der Atmos-Mix von UNPLUGGED versucht gar nicht erst, aus dem bekannten MTV-Livemitschnitt ein Surround-Spektakel zu machen. Stattdessen vermittelt er ziemlich überzeugend das Gefühl, direkt vor der Bühne in der ersten Reihe zu sitzen. Die beiden akustischen Gitarren stehen weit links und rechts im Raum und erzeugen zusammen mit den vorderen Instrumenten eine Art umgedrehte U-Form. Die Rear-Lautsprecher sind dabei eigentlich ständig im Einsatz, liefern aber kaum diskrete Sounds. Sie sorgen vielmehr dafür, dass das gesamte Klangbild etwas weiter in den Raum gezogen wird. Ähnlich zurückhaltend werden die Höhenkanäle eingesetzt, wobei Schlagzeug und Percussion teilweise etwas höher im Raum zu stehen scheinen. Auch bei den Backing Vocals hatte ich manchmal das Gefühl, dass diese etwas höher positioniert sind. Keyboards hört man weitestgehend vorne, wobei vor allem das Klavier meiner Meinung nach etwas untergeht.

Besonders gut gefällt mir der Hall auf Eric Claptons Stimme, der sich immer wieder nach oben und hinten im Raum verteilt und dadurch eine schöne Tiefe erzeugt. Sehr schön ist das im Stück Walkin’ Blues zu hören, bei dem lediglich Clapton mit seiner Akustikgitarre und Stimme zu hören ist. Hier zeigt sich, dass Atmos auch dann funktionieren kann, wenn es eigentlich kaum etwas zu verteilen gibt.

Die Publikumsreaktionen sind zwar rundum zu hören und teilweise sogar von oben wahrzunehmen (etwa beim rhythmischen Klatschen bei Before You Accuse Me), der Schwerpunkt liegt aber doch deutlich im vorderen Bereich. Gerade bei einem Konzertmitschnitt hätte ich mir hier eine etwas gleichmäßigere Verteilung gewünscht, bei der man das Publikum stärker hinter und neben sich wahrnimmt und so noch mehr das Gefühl bekommt, Teil des Konzertes zu sein.

Kennern des Albums werden leichte Kürzungen auffallen, vor allem bei den Interaktionen mit dem Publikum. Auch fehlen bei Alberta die ersten paar Sekunden, in denen das Stück falsch begonnen wird und Eric Clapton direkt abbricht. Damit verliert der Mitschnitt ein wenig Charme.

Zusammengefasst ist UNPLUGGED kein Atmos-Mix für spektakuläre Effekte, sondern einer, der vor allem die räumliche Illusion eines Liveauftritts im intimen Ambiente erzeugt. Das passt sehr gut zum Charakter der Aufnahme. Bei Live-Alben finde ich diesen Ansatz plausibel: Man muss nicht auf Teufel komm raus die Instrumente in alle Ecken stellen. Hinzu kommt, dass die Klangqualität insgesamt sehr gut und bis auf kleine Ausnahmen sehr filigran ist. Man ist fast der Meinung, jede einzelne Gitarrensaite heraushören zu können.


Anspieltipp:

Hey Hey, Malted Milk


Fazit:

Gute Live-Abmischung, aber kein Spektakel wie man es sich bei einem Studioalbum wünscht.

 

WERTUNG DOLBY ATMOS MIX: 80 %

 


Verfügbarkeit:

Streaming: Den Dolby Atmos Mix von UNPLUGGED gibt es bei entsprechendem Abo bei Apple und Tidal zu hören. Ob es bei Amzon Music zu finden ist, kann ich nicht sagen.

Stand: 19.09.2026


Links:

Offizielle Webseite von Eric Clapton

 

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