Eagles – One Of These Nights


Erscheinungsjahr 1975 | Blu-ray Disc / Streaming | Rock

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Mit ONE OF THESE NIGHTS gelang den Eagles im Juni 1975 endgültig der kommerzielle Durchbruch. Das vierte Studioalbum der Band erreichte als erstes ihrer Karriere Platz 1 der US-Charts und markiert zugleich den Übergang vom stärker Country-geprägten Sound der Anfangsjahre hin zu einem glatteren, radiofreundlicheren Rock- und Popstil. Viele der musikalischen Markenzeichen der Eagles, bestehend aus eingängigen Melodien, mehrstimmigen Harmoniegesang und hervorragend arrangierten Gitarren, sind hier bereits in ihrer ausgereiften Form zu hören.

Die Aufnahmen entstanden Anfang 1975 in mehreren Studios in Los Angeles. Produziert wurde das Album erneut von Bill Szymczyk, der bereits den Vorgänger ON THE BORDER betreut hatte und die Band auf ihrem Weg zu einem kompakteren und moderneren Klangbild begleitete. Zur damaligen Besetzung gehörten Glenn Frey, Don Henley, Bernie Leadon und Randy Meisner, die gemeinsam eines der erfolgreichsten Alben der 70er Jahre einspielten.

Musikalisch verbindet ONE OF THESE NIGHTS Country Rock, Soft Rock und Pop zu einem stilprägenden Westcoast-Sound. Das atmosphärische Titelstück, die Ballade Take It to the Limit oder der Grammy-prämierte Hit Lyin‘ Eyes zählen bis heute zu den bekanntesten Songs der Eagles. Rückblickend gilt das Album als einer der wichtigsten Meilensteine des kalifornischen Rock der 70er Jahre und ebnete der Band den Weg zu ihrem späteren Welterfolg HOTEL CALIFORNIA.

Erschienen ist nun ein neuer Dolby-Atmos-Mix, erstellt von Ron Jacobs. Dieser steht nicht nur bei den Streaming-Anbietern zur Verfügung, sondern auch auf Blu-ray, die Anfang Mai erschien. Das Set umfasst neben der Blu-ray noch drei CDs. Enthalten ist hier auch ein Konzertmitschnitt Live at Anaheim Stadium vom 28. September 1975, der ebenfalls in Dolby Atmos gehört werden kann.

Eagles One Of These Nights


Tracklist:

 1 One of These Nights – 4:51
2 Too Many Hands – 4:41
3 Hollywood Waltz – 4:03
4 Journey of the Sorcerer – 6:39
5 Lyin‘ Eyes – 6:22
6 Take It to the Limit – 4:48
7 Visions – 3:58
8 After the Thrill Is Gone – 4:41
9 I Wish You Peace – 3:45

Gesamtdauer: 43:11


Die Musik:

Musikalisch gehen die Eagles auf ONE OF THESE NIGHTS einen hörbaren Schritt in Richtung des Sounds, der sie wenige Jahre später weltberühmt machen sollte. Country- und Folkrock bilden zwar weiterhin das Fundament, doch die ursprünglich stark roots-orientierte Ausrichtung weicht zunehmend einem polierteren, radiofreundlicheren Soft Rock. Das Titelstück ist dafür das beste Beispiel: Es verbindet eine treibende Rock-Basis mit Soul- und R&B-Einflüssen im Gesang sowie einer dezenten Funk-Note in den Gitarren. Insgesamt wirkt das Album rockiger, urbaner und auch etwas düsterer als seine Vorgänger, ohne dabei auf die charakteristischen Harmoniegesänge und die eingängigen Melodien der Band zu verzichten.

Trotz dieser klaren stilistischen Ausrichtung bleibt genügend Raum für Abwechslung. Journey of the Sorcerer kombiniert Banjo, E-Gitarre und Streicher zu einem ungewöhnlichen Instrumental, das fast schon psychedelische Züge trägt. Fans, die immer wissen, wo ihr Handtuch ist, dürfte dieses Stück sehr bekannt vorkommen, denn es dient als Titelmusik der BBC-Hörspiel- und Fernsehserie Per Anhalter durch die Galaxis nach Douglas Adams.

Eagles One Of These Nights

Produzent Bill Szymczyk verleiht dem Album zudem einen volleren und dichteren Klang. Dezente Streicher, vereinzelte Synthesizer und aufwendigere Arrangements sorgen für eine Atmosphäre, die stellenweise bereits auf das HOTEL CALIFORNIA vorausblickt. So entsteht eine gelungene Mischung aus Rock, Country, Folk, Soul und einer Prise Funk, die den typischen kalifornischen Westcoast-Sound der Eagles nahezu perfekt auf den Punkt bringt. Mir persönlich ist das an einigen Stellen allerdings schon etwas zu weichgespült.

Wertung: 78 %


Besetzung:

 Glenn Frey – vocals, acoustic and electric rhythm guitars, keyboards, harmonium, lead guitar
Don Henley – vocals, drums, percussion, tablas
Bernie Leadon – vocals, guitars, banjo, mandolin, pedal steel guitar
Randy Meisner – vocals, bass guitar
Don Felder – vocals, guitars, slide guitar

 David Bromberg – fiddles
The Royal Martian Orchestra – strings
Albhy Galuten – synthesizer
Jim Ed Norman – piano


Der Surroundmix:

Ron Jacobs verfolgt bei ONE OF THESE NIGHTS einen etwas anderen Ansatz in seinem Atmos-Mix. Statt möglichst viele Instrumente diskret im Raum zu verteilen, setzt er auf eine natürliche Räumlichkeit, die hervorragend zum warmen Westcoast-Sound der Eagles passt. Dennoch wäre es falsch, den Mix als zurückhaltend zu bezeichnen. Vielmehr nutzt Jacobs den gesamten Raum sehr geschickt, ohne dass sich einzelne Instrumente ständig in den Vordergrund drängen.

Auffällig ist zunächst das Schlagzeug, das fast durchgehend deutlich größer wirkt als im Stereomix. Die einzelnen Trommeln bleiben zwar überwiegend vorne verankert, reichen klanglich aber weit in den Raum hinein und sind häufig auch etwas höher positioniert. Dadurch entsteht ein weites Klangbild. Bass und Leadgesang bleiben dagegen nahezu durchgehend im Frontbereich und bilden das stabile Fundament des Mixes.

Den größten Beitrag zur Räumlichkeit leisten die zahlreichen Gitarren. Rhythmusgitarren erklingen meist vorne oder seitlich, während Lead-, Slide- und Pedal-Steel-Gitarren immer wieder auch hinter oder oberhalb des Hörplatzes auftauchen. Hinzu kommen Klavier, E-Piano, Orgel oder gelegentlich Banjo und Mandoline, die ebenfalls immer wieder etwas angehoben oder weiter im Raum verteilt werden. Das ist kein diskretes Verteilen der Sounds nach der Holzhammermethode, sondern eher ein dezentes Ineinanderfügen einzelner Zahnräder. Auf diese Weise ergibt sich ein Gesamtsound, der durchaus eine schöne Räumlichkeit aufweist.

Eagles One Of These Nights

Typisch für die Eagles sind natürlich die mehrstimmigen Gesangsharmonien, und genau diese nutzt Ron Jacobs immer wieder auch für räumliche Akzente. Während die Leadstimmen überwiegend vorne bleiben, erscheinen Backing Vocals und Chöre regelmäßig hinter dem Hörplatz oder leicht erhöht. Das wirkt nie aufdringlich, sorgt aber gerade in den Refrains für ein sehr stimmiges Surround-Erlebnis. Hinzu kommen gelegentliche Streicherarrangements, die ebenfalls häufig oberhalb oder hinter dem Hörer schweben und die Songs dezent verbreitern.

Am immersivsten geraten dabei die Stücke, deren Arrangements ohnehin etwas opulenter ausfallen. Hier entsteht ein wunderbar luftiges Klangbild mit vielen kleinen Details, die sich erst beim genaueren Hinhören erschließen. Lediglich bei einigen Gitarrensoli hätte man sich stellenweise etwas mehr Mut zur räumlichen Verteilung gewünscht.

Insgesamt präsentiert sich ONE OF THESE NIGHTS als sehr musikalischer Atmos-Mix, der weniger durch spektakuläre Effekte als durch seine Natürlichkeit überzeugt. Die Instrumente erhalten viel Luft zum Atmen, der warme Bandsound bleibt jederzeit erhalten und die hervorragende Klangqualität trägt ihren Teil dazu bei. Auf herkömmlichen 5.1-Equipment könnte der Mix aber etwas weniger beeindruckend wirken.

Wertung: 85 %


Vorhandene Tonformate:
Dolby Atmos
DTS HD Master Audio 2.0
 

Album starten:

Das Album startet wie eine CD automatisch in Dolby Atmos von der Blu-ray aus.

 


Bonusmaterial:

Wie bereits erwähnt gibt es einen kompletten Konzertmitschnitt, der auch in Dolby Atmos abgemischt ist. Dieser Mix entsprich mehr einem klassischen Live-Mix, weiß aber auch zu überzeugen.

Aufwertung: 1%


Anspieltipp:

Journey of the Sorcerer


Fazit:

Nicht das diskreteste der Gefühle, im Dolby Atmos Umfeld mit genügend Höhenlautsprechern aber doch gut genug.

Pros / Cons:
+ guter Mix in Dolby Atmos
+
High Resolution (+1 %)
+ Konzertmitschnitt ebenfalls in Atmos enthalten (+1%)
 

 

GESAMTWERTUNG: 85%

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

Blu-ray mit 3 CDs: Diese Ausgabe ist im Mai erschienen und für ca. 35-40 Euro erhältlich.

Streaming: ONE OF THESE NIGHTS kann auch im Streaming bei Apple Music, Amazon Music und Tidal in Dolby Atmos gehört werden.

Stand: 30.08.2026

 


Links:

Offizielle Seite von den Eagles

 

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