Sting – …Nothing Like The Sun
Erscheinungsjahr 1987 | STREAMING | Rock
Eine Dolby Atmos Streaming Review
…NOTHING LIKE THE SUN erschien 1987 als zweites Soloalbum von Sting und war ein weiterer Schritt in seiner Entwicklung zum Solokünstler nach dem Ende von The Police. Stings zweites Album wirkt deutlich geschlossener, ernster und thematisch fokussierter. Es ist ein Werk, das weniger auf unmittelbare Eingängigkeit setzt, sondern auf langfristige Wirkung.
Die Entstehung fiel in eine persönlich schwierige Phase für Sting. Der Tod seiner Mutter prägten den emotionalen Grundton vieler Stücke. Themen wie Vergänglichkeit, Verlust, politische Verantwortung und innere Zerrissenheit ziehen sich durch das gesamte Album.
Musikalisch erweitert Sting hier den Ansatz seines Debüts konsequent. Jazz-Elemente, Pop, Rock, Reggae und Weltmusik werden nicht nebeneinandergestellt, sondern eng miteinander verwoben. Unterstützt wird er dabei von einer hochkarätigen Besetzung, darunter Branford Marsalis, Kenny Kirkland und Manu Katché. Hinzu kommen prominente Gastmusiker wie Eric Clapton, Mark Knopfler und Andy Summers, deren Beiträge sich unaufdringlich in das Gesamtbild einfügen.
Produziert wurde das Album überwiegend von Neil Dorfsman, der gemeinsam mit Sting eine stark studiogeprägte, vollständig digitale Produktion umsetzte. …NOTHING LIKE THE SUN gehörte zu den ersten komplett digital aufgenommenen Alben, die kommerziell erfolgreich waren. Die detailreichen Arrangements und die kontrollierte Dynamik machten das Album schon in der Stereo-Fassung zu einer audiophilen Referenz. Daher entschied man sich wohl seinerzeit auch, das Album auf Vinyl direkt als Doppelalbum zu veröffentlichen, statt die 55 Minuten Spielzeit mehr schlecht als recht auf eine Platte zu pressen.
Screenshot Apple Music App
Tracklist:
1 The Lazarus Heart – 4:34
2 Be Still My Beating Heart – 5:32
3 Englishman in New York – 4:25
4 History Will Teach Us Nothing – 4:58
5 They Dance Alone (Cueca Solo) – 7:16
6 Fragile – 3:54
7 We’ll Be Together – 4:52
8 Straight to My Heart – 3:55
9 Rock Steady – 4:27
10 Sister Moon – 3:46
11 Little Wing – 5:04
12 The Secret Marriage – 2:03
Gesamtdauer: 54:53
Die bisherigen Atmos-Mixe von Sting gehörten für mich nur selten zu den wirklichen Sternstunden. Umso überraschender und erfreulicher ist es, dass …NOTHING LIKE THE SUN einen durchgehend sehr gelungenen und räumlich überzeugenden Mix erhalten hat.
Auffällig ist vor allem die konsequente Einbindung der Höhenkanäle. In vielen Stücken ist das Saxophon deutlich vorne oben positioniert. Auch Chorgesang kommt in der Regel aus der Decke. Typisch für Produktionen der 1980er-Jahre ist die Vielzahl an Keyboardspuren, die auch auf diesem Album eine zentrale Rolle spielen. Diese werden meist hinten oben platziert, gelegentlich auch hinten auf Bodenhöhe. Das Klavier hingegen befindet sich häufig im vorderen Raum, wird aber immer wieder auch vertikal angehoben. Lediglich im letzten Stück The Secret Marriage ist das Klavier klar im hinteren Raum positioniert.
Gitarren spielen auf Stings zweitem Soloalbum insgesamt eine eher untergeordnete Rolle. Wenn sie auftauchen, sind sie meist im hinteren Bereich des Raumes angesiedelt. Eine Ausnahme bildet They Dance Alone, in dem sich mehrere Gitarristen wie Mark Knopfler und Eric Clapton die zurückhaltenden Akustikgitarrenparts teilen. Hier werden die Gitarren breit im Raum verteilt und sind hinten, seitlich und auch vorne wahrnehmbar.
Besonders beeindruckend ist für mich History Will Teach Us Nothing, ein Stück, das mir seit jeher eher wenig zugesagt hat. Im Atmos-Mix macht der Song jedoch eine ausgesprochen gute Figur, da hier sehr viel Aktivität im Raum stattfindet. Etwas enttäuschend wirkt dagegen das Hendrix-Cover Little Wing, das für mich eher wie ein Upmix klingt. Möglicherweise konnten hier nicht alle Originalbänder herangezogen werden, denn abgesehen von einigen atmosphärischen Keyboardflächen verbleibt das meiste Klanggeschehen deutlich im Frontbereich.
Auch klanglich hinterlässt das Album in der Atmos-Fassung einen insgesamt positiven Eindruck. Die für 1980er-Jahre-Produktionen typischen Hallanteile sind weiterhin präsent und sorgen stellenweise für einen leicht verwaschenen Charakter. Gelegentlich hatte ich den Eindruck, dass die Höhen etwas zu stark betont sind. Insgesamt klingt das Album jedoch so, wie man es über Jahre hinweg aus der Stereo-Version zu schätzen gelernt hat, nur erweitert um eine überzeugende räumliche Dimension.
Von …NOTHING LIKE THE SUN gab es bereits einen Surroundmix, der vor über 20 Jahren erschienen ist und natürlich mittlerweile nur zu fragwürdigen Preises zu bekommen ist. Vor längerer Zeit konnte ich mal in ihn reinhören. Das Ergebnis war zwar auch ziemlich räumlich, allerdings ist bei mir hängen geblieben, dass mir der Gesamtsound damals nicht so sehr gefallen hatte.
Anspieltipp:
History Will Teach Us Nothing
Fazit:
Definitiv einer der besseren Atmos-Mixe von Sting.
WERTUNG DOLBY ATMOS MIX: 91 %
Streaming: Den Dolby Atmos Mix von …NOTHING LIKE THE SUN gibt bei entsprechendem Abo bei Apple Music und wahrscheinlich auch bei Amazon Music Unlimited und Tidal zu hören.
Stand: 23.01.2026
Links:
Offizielle Webseite von Sting