Yes – Close To The Edge


Erscheinungsjahr 1972 | DVD-Audio / Blu-ray Disc | Progressive Rock

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Jede Band und jeder Musiker hat ein Album, welches von der Allgemeinheit als ihr/sein wichtigstes Werk angesehen wird. Die Beatles haben Sgt. Pepper, Pink Floyd ihr Dark Side of the Moon und Yes haben ihr CLOSE TO THE EDGE.

Das fünfte Studioalbum der Prog Rocker um Sänger Jon Anderson erschien am 13. September 1972 und erhielt zunächst verhaltene Kritiken. Dem Plattenabsatz schadete dies nicht, denn es wurde ihr bis dato erfolgreichstes Werk. Es erreichte in UK Platz 4 und in den USA sogar die Top 3, freilich ohne dass eine vernünftige Single ausgekoppelt werden konnte. Das Album hatte nur 3 Stücke und das kürzeste war immer noch 9 Minuten lang.

CLOSE TO THE EDGE gilt als künstlerischer Höhepunkt von Yes und eines der wichtigsten Alben des Progressive Rock. Im Jahr 2013, also über 40 Jahre später erstellte Steven Wilson für das Panegyric Label einen Surround Sound Mix. Es kursieren einige Gerüchte über die Yes-Wiederveröffentlichungen auf diesem Label. Angeblich durften nicht die Originalmixe als Hauptmix auf CD veröffentlicht werden, was der Grund dafür war, dass man Steven Wilson bat die Alben neu abzumischen. Als kleines Goodie erstellte er davon dann auch Surroundmixe. Das Album ist sowohl als CD mit zusätzlicher DVD-Audio als auch als CD/Blu-ray-Kombi veröffentlicht worden. Ich habe die DVD-Audio-Variante.


Tracklist:

1 Close to the Edge – 18:50
2 And You and I – 10:09
3 Siberian Khatru – 8:57

Gesamtdauer: 37:56


Die Musik:

Das zentrale Stück des Albums ist das Titelstück, welches mit über 18 Minuten die komplette (ehemalige) A-Seite einnimmt und Hermann Hesses Siddharta als thematisches Vorbild hat. Es beginnt leise mit Naturgeräuschen, bis die Band ein längeres Instrumental hinlegt. Anschließend folgt eine fast schon eingängige Strophen/Refrain-Passage, die immer mal wieder im Longtrack leicht abgewandelt auftaucht. Unterbrochen wird dies durch verschiedene Solodarbietungen und eine leise, nachdenkliche und ruhige Passage, die mit Fanfaren auf einer Kirchenorgel endet, bis schließlich wieder das Hauptthema einsetzt.

Das zweite Stück And You And I ist eher ruhiger und hat die akustische Gitarre im Mittelpunkt. Gitarrist Steve Howe bringt hier sein Faible für Country und Folk zum Ausdruck. Aber auch in diesen zehn Minuten gibt es einige stilistische Wechsel.

Das letzte Stück Siberian Khatru ist eine schnelle Rocknummer, die Standard auf Yes Konzerten wurde. Es dürfte das eingängigste Stück auf dem Album sein, wenngleich die etwas merkwürdigen Chorausbrüche gegen Ende einige vor den Kopf stoßen könnten.

Wertung: 83 %


Besetzung:

 Jon Anderson – lead vocals
Steve Howe – guitar, electric sitar, backing vocals
Chris Squire – bass, backing vocals
Rick Wakeman – keyboards
Bill Bruford – drums, percussion


Der Surroundmix:

Zunächst einmal muss gesagt werden, dass der Gesamtklang des Albums überrascht. Das Album wird bald 50 Jahre alt und es klingt so klar und druckvoll als wäre es erst vor kurzem aufgenommen worden. Steven Wilson versteht es, wie man ein Album klanglich auf ein nächstes Level heben kann, ohne den Klangcharakter zu verändern.

Auffallend bei diesem Surround Mix finde ich, dass öfter als üblich Instrumente beim Spielen ihre Position wechseln. Des öfteren schwirren mal Keyboards von einer Seite zu anderen, oder Gitarrenlinien schweben von vorne in die hinteren Räume. Das alles passiert bis auf eine oder zwei Ausnahmen dezent, sodass man schon genauer hinhören muss. Es wirkt auf keinen Fall aufgesetzt.

Die Rhythmussektion, sprich Schlagzeug und Bass sind zumeist vorne zu finden, in der hinteren Hälfte des Raumes machen sich Gitarren und Keyboards breit. Interessant finde ich, dass Surroundmixe je nach Hörraum durchaus etwas unterschiedlich klingen können. Ich höre die Alben für die Rezensionen immer zweimal, einmal im großen Wohnzimmer und dann im kleineren Arbeits-/Musikzimmer, wo meine ältere Anlage ist. Im kleineren Zimmer empfinde ich das Schlagzeug gerade beim Titelstück Close to The Edge viel dominanter in der Raummitte und man hört deutlich die tiefen Schläge auf den Toms in den Rears. Im großen Wohnzimmer dagegen hat das Schlagzeug mehr frontalen Charakter, vermutlich durch die Größe des Zimmers und die Tomschläge scheinen mehr seitlich zu kommen.

Wer Yes hört, der weiß, dass es hier immer extremen Chorgesang gibt, oft mit gegeneinander konkurrierenden Gesangsstimmen. Das ist auf CLOSE TO THE EDGE nicht anders. Hierbei ist die Hauptstimme von Jon Anderson im Center vorzufinden, während die anderen Stimmen, in diesem Fall die von Bassist Chris Squire und Gitarrist Steve Howe, in den Rears trällern. Am besten klingt das in der ruhigen Zwischensequenz des Titelstücks.

Diese leise Passage dürfte im Mix eh das Highlight sein. Verschiedene Sounds aus Gitarren und Synthesizern legen sich zunächst wie ein Teppich über den Raum, von irgendwo her kommt leises, entferntes Plätschern, dass man meint, man wäre plötzlich in einer Höhle. Wenn wenig später die Kirchenorgel einsetzt, wandelt sich die Höhle in eine Kathedrale um.

Die beiden anderen Songs klingen für mich minimal schwächer als der lange Titeltrack. Vor allem der Beginn von Siberian Khatru klingt etwas komprimiert und nicht so klar wie der Rest des Albums. Jammern auf hohem Niveau.

Wertung: 95 %


Vorhandene Tonformate:
MLP 5.1
MLP 2.0
DTS 5.1  96/24
LPCM 96/24 2.0
 

Album starten:

Die Musik lässt sich auf der DVD-Audio einfach über die Enter-Taste ansteuern. Man muss mehrmals Entern.

 


Bonusmaterial:

Die CD bietet mit dem Simon & Garfunkel Cover America und einem Rohmix des Titelstückes zwei Bonustracks. Auf der DVD gibt es neben dem Surroundmix des Albums auch America in 5.1, man muss sich allerdings ein wenig durch das Menü quälen, um es aufzurufen. Dazu gibt es noch den Original Stereomix, ein alternatives Album mit alternativen Versionen der drei Stücke und ein paar Single Edits. Wer die Blu-ray hat, erhält noch instrumentale Mixe und eine Vinyl-Transfer-Version. Alles sicherlich nur für die beinharten Yes-Fans wirklich interessant.

Aufwertung: + 0,5 %


Anspieltipp:

Close to the Edge


Fazit:

Gehört in die Sammlung eines Prog-Surround-Hörers.

Pros / Cons:
+ Sehr guter Surroundmix mit erstklassigem Klang
+ High Resolution (+1 %)
–  Bonuscontent für den normalen Hörer eher uninteressant (+0,5 %)

 

GESAMTWERTUNG: 93 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

DVD-Audio: Die 2013 herausgebrachte DVD-Audio (kann auch von normalen DVD-Playern gelesen werden, da der Inhalt auch im Video-Ordner enthalten ist) ist mitlerweile so gut wie Out of Print und kosten um die 50 Euro.

Blu-ray: Diese Version sollte noch einfach zu bekommen sein. Kostenpunkt ca 22 Euro.

SACD: Vorsicht vor der SACD Version von 2012 von Audio Fidelity. KEIN SURROUNDMIX!

Stand: 19.07.2019

 


Links:

Offizielle Seite von Yes

 

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