Live – Throwing Copper


Erscheinungsjahr: 1994 | STREAMING | Alternative Rock

Eine Dolby Atmos Streaming Review

Mit THROWING COPPER gelang Live 1994 der kommerzielle und künstlerische Durchbruch. Die aus York, Pennsylvania stammende Band hatte sich zuvor mit ihrem zweiten Album MENTAL JEWELRY bereits einen Namen in der US-Alternative-Szene gemacht, erreichte aber erst dem dritten Werk ein breites internationales Publikum. In einer Phase, in der Grunge und Alternative Rock die Rockmusik dominierten, positionierte sich Live mit einem eigenständigen Sound zwischen Wucht und Melodie, getragen von hymnischen Arrangements und markanten Texten.

Die klassische Besetzung mit Ed Kowalczyk (Gesang, Rhythmusgitarre), Chad Taylor (Leadgitarre), Patrick Dahlheimer (Bass) und Chad Gracey (Schlagzeug) zeigte sich auf THROWING COPPER als eingespieltes Kollektiv. Produziert wurde das Album von Jerry Harrison, bekannt als Gitarrist und Keyboarder der Talking Heads. Die Aufnahmen fanden im Sommer 1993 im Pachyderm Recording Studio in Minnesota statt, mit dem erklärten Ziel, den Sound dichter, druckvoller und zugleich dynamischer zu gestalten.

Musikalisch verbindet THROWING COPPER Alternative Rock und Post-Grunge mit starken Spannungsbögen, wechselnden Dynamiken und einer oft spirituell oder philosophisch geprägten Lyrik. Songs wie Selling the Drama, I Alone oder Lightning Crashes entwickelten sich zu festen Größen im Radio und wurden zu prägenden Bestandteilen des Bandkatalogs. Der enorme kommerzielle Erfolg (es verkaufte sich fast neun Millionen Mal), inklusive Platz eins der Billboard 200 und mehrfachen Platin-Auszeichnungen, machte THROWING COPPER zum zentralen Referenzpunkt in der Karriere von Live.

Seit letztem Jahr kann man das Album auf den Streaming-Plattformen von Apple, Tidal und Amazon in Dolby Atmos hören.Live Throwing Copper Dolby AtmosScreenshot Apple Music App


Tracklist:

1 The Dam at Otter Creek – 4:43
2 Selling the Drama – 3:26
3 I Alone – 3:50
4 Iris – 3:59
5 Lightning Crashes – 5:25
6 Top – 2:42
7 All Over You – 3:59
8 Shit Towne – 3:48
9 T.B.D. – 4:28
10 Stage – 3:08
11 Waitress – 2:49
12 Pillar of Davidson – 6:46
13 White, Discussion – 6:08
14 Horse – 4:16

Gesamtdauer: 59:27


Der Dolby Atmos Mix:

THROWING COPPER beginnt im Dolby-Atmos-Mix sehr vielversprechend. In The Dam at Otter Creek schweben zunächst leise Gitarrensounds durch den Raum, später kommen auch dezente Gesangeffekte hinzu. Wenn schließlich die dichten Gitarrenwände einsetzen, füllen sie das komplette Surroundfeld und sorgen direkt für ein überzeugendes Raumgefühl. Auch Selling the Drama, der 1994 häufig im Radio zu hören war, profitiert deutlich vom erweiterten Klangraum. Mehrere Gitarrenspuren sind rundum verteilt, besonders die Akustikgitarren entfalten im hinteren Raum eine feine, sehr plastische Wirkung. Generell fällt bei diesem Mix auf, wie körperlich viele Gitarren klingen – eher so, als würden sie tatsächlich im Raum gespielt, statt lediglich aus den Lautsprechern zu kommen.

Mit I Alone stellt sich dann erstmals eine gewisse Ernüchterung ein. Der Song wirkt im Vergleich deutlich frontlastiger und nutzt den Raum nur sehr zurückhaltend. Erst gegen Ende tauchen einzelne Gitarreneffekte von hinten auf. Auch Iris hätte insgesamt etwas mutiger und räumlicher gemischt werden dürfen und bleibt über weite Strecken konventionell ausgerichtet.

Lightning Crashes bekommt den Mix jedoch wieder auf Kurs und präsentiert sich deutlich immersiver. Erneut sind schwebende, teils kreisende Gitarrensounds zu hören. Für eine Rockproduktion ist es ohnehin bemerkenswert, wie häufig auf THROWING COPPER Klänge gezielt durch den Raum geschickt werden. Meist handelt es sich dabei um Gitarreneffekte oder Feedbacks, was jedoch hervorragend funktioniert und unterstreicht, dass dieses Album atmosphärisch deutlich durchdachter ist, als es die reinen, verzerrten Gitarrenwände zunächst vermuten lassen.

Auch die Höhenkanäle werden immer wieder einbezogen. Zwar sind diskrete Sounds von oben eher selten, doch es gibt prägnante Momente: etwa im abschließenden Horse, wenn Akustikgitarren links und rechts über Kopf positioniert sind, oder in Pillar of Davidson, wo sich ein schöner Gesangshall weit über dem Hörraum ausbreitet.

Insgesamt bietet THROWING COPPER einen immersiven und weitgehend überzeugenden Dolby-Atmos-Mix. Lediglich eine Handvoll Stücke leidet darunter, etwas zu konventionell abgemischt zu sein. Dennoch finden sich selbst dort immer wieder Passagen, die die hinteren und oberen Lautsprecher sinnvoll einbinden und das räumliche Gesamtbild auflockern.


Anspieltipp:

Selling the Drama, Pillar of Davidson


Fazit:

Bis auf wenige Ausnahmen ein sehr gelungener Atmos Mix.

 

WERTUNG DOLBY ATMOS MIX: 89 %

 


Verfügbarkeit:

Streaming: Den Dolby Atmos Mix von THROWING COPPER gibt es bei entsprechendem Abo bei Apple Music, Amazon Music Unlimited und Tidal zu hören. 

Stand: 22.02.2026


Links:

Offizielle Webseite von Live

 

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