Emerson, Lake & Palmer – Emerson, Lake & Palmer


Erscheinungsjahr 1970 | Blu-ray Disc | Progressive Rock

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Ein weiteres Album welches in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiern durfte ist das Debüt-Album von Emerson, Lake & Palmer (ELP), die eine der ersten Supergroups im Rockzirkus waren.

Bassist Greg Lake hatte im Jahr zuvor mit der Band King Crimson für großes Aufsehen gesorgt, Keith Emerson war bei The Nice aktiv und Carl Palmer kannte man von Atomic Rooster. Eigentlich sollte die Band damaligen Presseberichten zufolge HELP heißen und das fehlende H sollte von keinem geringeren als Jimi Hendrix kommen, doch dieser verstarb im September 1970. So wurde ELP eine Rockband ohne Gitarristen, das Hauptinstrument wurden die Keyboards von Keith Emerson.

Wie es sich für eine Supergroup gehört, wurde Emerson, Lake & Palmer überaus erfolgreich. Das Debüt-Album kam in England bis auf Platz 4 und schaffte in den USA die Top 20. Den Surroundmix erstellte Steven Wilson. Dabei wurde aber nicht das komplette Album neu abgemischt, da von einigen Teilen die Masterbänder nicht auffindbar waren. Die fehlenden ca. 11 Minuten hat Wilson mit dem Stück Rave Up aufgefüllt, die er stattdessen gefunden hat. Dieser Mix erschien ursprünglich 2012 auf einer Bonus-DVD. 2017 schließlich erschien die Komplettbox FANFARE, bestehend aus allen Studioalben (in CD-Format), Livemitschnitten, einer Live LP, zwei Vinyl-Singles und einer Blu-ray, die insgesamt 4 Surroundmixe enthält. Mehr dazu hier.


Tracklist:

 1. The Barbarian – 4:27
2. Take a Pebble – 12:32
3. Knife-Edge – 5:04
4. The Three Fates – Atropos – 3:11
5. Rave Up – 5:02
6. Lucky Man – 4:36

Gesamtdauer: 35:27


Die Musik:

An dem Erfolg des Debüts sieht man mal wieder, wie spannend die Musik und die vermeintlichen Hitparaden Ende der 60er, Anfang der 70er sein mussten. Da konnte man alles mögliche veröffentlichen und allem wurde Gehör geschenkt und von Musikfans begierig aufgesogen. Das Erstlingswerk von ELP ist nämlich alles andere als leichte Kost.

Neben Eigenkompositionen, die die Mitglieder bereits vor Gründung der Band in der Tasche hatten (Lucky Man hatte Greg Lake bereits mit 12 Jahren geschrieben) wurden auch klassische Werke ins Rockgewand umgewandelt. So findet man neben Bartok auch Themen von Bach und Janacek wieder. Auch die Eigenkomposition Keith Emersons The Three Fates (Im Surroundmix nur zu einem Drittel vorhanden) ist ein Stück welches sowohl der Klassik, als auch dem Jazz zugewandt ist.

Der Mix verschiedener musikalischen Stile zu einem völlig neuen, ist eines der Hauptmerkmale des Progressive Rock. ELP gehörten zu den wichtigsten Acts dieses Genres. Ich bin mir aber nicht so sicher, ob man diese Musik bereits 1970 schon so genannt hatte.

Die wenigen Gitarrenparts übernahm Lake, größtenteils besteht die Musik aus Schlagzeug, Bass und diversen Keyboards. Emerson benutzte damals auch schon den Moog Synthesizer, der erst langsam in der Rockmusik Beachtung fand. Damals vielleicht das nonplus Ultra, dürften vielen heute die Einsätze auf dem Moogsynthesizer ziemlich cheesy vorkommen. Wirklich auskomponiert scheinen sie mir persönlich auch nicht zu sein, sondern mehr die Funktion zu haben, dass man der Musik neuartige Sounds verpassen wollte.

Auch ohne Gitarristen kommen die Stücke sehr rockig und virtuos daher. Der Bass ist gelegentlich stark verzerrt, was zu diesem rockigen Klangcharakter führt. Zudem gibt es eine Menge instrumentale Stellen auf dem Album, bei denen die einzelnen Mitglieder ihr Können zeigen können.

Wertung: 80 %


Besetzung:

Keith Emerson – Hammond organ, piano, clavinet, pipe organ, Moog modular synthesizer
Greg Lake – vocals, bass guitar, electric and acoustic guitar
Carl Palmer – drums, percussion


Der Surroundmix:

Ich kann mir nicht helfen, aber ich finde es sehr bescheiden, dass man hier nicht das komplette Album in Surround hören kann. Das ist weder Fisch noch Fleisch. Auf späteren Remixen hat Steven Wilson Stücke mit fehlenden Masterbändern auf 5.1 hochgemischt, was mit der Software Penteo zu überraschend guten Ergebnissen führt. Für die fehlenden beiden Teile von The Three Fates hätte man zudem ohne Probleme auf den Stereomix zugreifen können, denn dies sind Solo-Stücke mit Keith Emerson, auf Klavier und Kirchenorgel.

Gerade bei dem ersten Stück dieser Trilogie mit der Kirchenorgel hätte man mit Hallfahnen in den Rears durchaus ein gutes Ergebnis hinbekommen können. Wenn das Solo-Klavier im zweiten Teil frontlastig ist, so ist doch daran nichts auszusetzen. Stattdessen gibt es von The Three Fates nur den dritten Teil in Surround zu hören. Auch das anschließende Stück Tank fehlt, als Ersatz hat Wilson das Studio-Outtake Rave Up in Surround abgemischt und eingefügt.

Wie klingt aber nun das, was vom Album übriggeblieben ist? Die Tatsache, dass das Trio auf dem Album mehr oder weniger die Sachen live eingespielt hat und Overdubs sehr selten vorhanden sind, lässt die Frage aufkommen, ob Steven Wilson überhaupt die Möglichkeiten hatte, aus dem Material einen Rundumklang zu zaubern. Das ist ihm durchaus gut gelungen und man hat einen diskreten Mix vorliegen, bei dem es gar nicht auffällt, dass man die meiste Zeit über nur drei Instrumente plus Gesang hört.

Schlagzeug, Bass und Greg Lake‘s Stimme sind dabei vorne zu hören, während die Tastenarbeit von Keith Emerson die meiste Zeit über die gesamte Breite der Rears einnimmt. Und das klingt hinten sehr weiträumig, egal, ob es sich um Orgel, Klavier oder Synthesizer handelt. Ein wenig Probleme habe ich dagegen mit der Abmischung des Schlagzeugs, da mir das über die gesamte Platte zu unterschiedlich ist. Es gibt Stücke, bei denen das Schlagzeug sehr weiträumig zu hören ist, sodass es nicht nur vorne, sondern auch mit einigen Schlägen hinten zu hören ist, wie bei Rave up. Dann gibt es wiederum Passagen, in denen der Drumsound sehr eng, ja fast schon mono-artig nach vorne gemischt wurde, dass man leicht den Eindruck gewinnen könnte, es würde nur aus dem Center kommen. Ich denke, hier wollte man den typischen Jazzsound imitieren, wenn virtuose Schlagzeuger auf relativ kleinen Kits für den Rhythmus sorgen.

Soundtechnisch klingt das Debüt sehr gut und druckvoll. Steven Wilson hat hier einige Staubschichten erfolgreich entfernen können. Dass das Album aber um einige Minuten empfindlich gekürzt wurde, führt zu ebenso empfindlichen Punkteabzügen.

Wertung: 87 %


Vorhandene Tonformate:
DTS HD Master 5.1
LPCM 96/24 5.1
LPCM 96/24 2.0

Album starten:

Da sich auf der Blu-ray der Box FANFARE die ersten vier Studioalben der Band im Surroundmix befinden, muss man sich bei drei Alben etwas durch das Menü hangeln. Lediglich dieses Erstlingswerk startet per normaler Entertaste.

ENTER

 


Bonusmaterial:

Keine wirklichen Extras das Album betreffend. Die Box besteht an sich aus viel Musik und Memorabilia für den Fan.

 


Anspieltipp:

Take A Pepple


Fazit:

Sehr guter Surroundmix, aber empfindlich beschnitten.

Pros / Cons:
+ Sehr gute Surroundabmischung
+ High Resolution (+1 %)
– um 11 Minuten gekürzt (-10 %)

GESAMTWERTUNG: 85 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

Komplett-Box mit Blu-ray: War innerhalb kurzer Zeit out of print. Gebrauchtpreise ab 600 Euro. Neupreis war damals 100 Euro.

DVD-Audio mit von 2012: Dieses Exemplar ist nicht leichter zu bekommen, Gebrauchtpreise liegen bei ca. 35 €.

Stand: 08.12.2020

 


Links:

Offizielle Seite von ELP

 

Ein Gedanke zu „Emerson, Lake & Palmer – Emerson, Lake & Palmer

  1. Sorry, hört endlich auf diesen „HELP“- Unsinn zu kommunizieren!
    Carl Palmer hat noch kürzlich in einem Interview klargestellt, dass von einer möglichen Zusammenarbeit mit Hendrix NIE die Rede gewesen ist!

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