Chicago – Chicago V (Quad-Mix)


Erscheinungsjahr 1972 | Blu-ray Disc | Jazzrock

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Weiter geht es mit der Besprechung der einzelnen Alben von Chicago, die in den 70er Jahren in Quadrophonischer Abmischung veröffentlicht wurden und 2016 als Blu-ray Box QUADIO herauskamen. Nach den ersten drei Studioalben schauen wir uns dieses Mal CHICAGO V von 1972 an. Warum übergehe ich Chicago IV? Als das vierte Album der Band wird das Livealbum Chicago at Carnegie Hall aus dem Vorjahr angesehen. Dieses wurde niemals in Quadrophonie veröffentlicht und fehlt somit auch in der Quadio-Box.

Mit CHICAGO V fing die Band aus Chicago, Illinois an gehörig zu schwächeln. Nicht unbedingt musikalisch, sondern was die Menge an neuer Musik angeht. Waren die ersten drei Studioalben alle noch Doppelalben (was man auch erst einmal schaffen muss, jedes Jahr ein Doppelalbum herauszubringen), handelt es sich bei CHICAGO V nur noch um ein gewöhnliches Einzelalbum mit einer Gesamtlänge von LP-typischen 45 Minuten.

Auf diesem Album entschied sich die Band nicht mehr längere Suiten zu komponieren, sondern mehr eigenständige Songs. Den größten kreativen Schub hatte dabei Keyboarder Robert Lamm, der gleich acht der zehn Stücke beisteuerte. Veröffentlicht wurde CHICAGO V im Juli 1972 und wurde das erste Nummer 1 Album der Gruppe in den USA. In den nächsten Jahren sollten noch viele weitere Spitzenreiter-Alben folgen.

Der Quadrophoniemix erschien zum ersten Mal 1974, welcher dann mit allen übrigen Quad-Mixen der Band 2016 in einer Blu-ray Box (Foto) wiederveröffentlicht wurde (hier mehr dazu lesen).


Tracklist:

 1 A Hit by Varèse – 4:56
2 All Is Well – 3:52
3 Now That You’ve Gone – 5:01
4 Dialogue (Part I) – 2:57
5 Dialogue (Part II) – 4:13
6 While the City Sleeps – 3:53
7 Saturday in the Park – 3:56
8 State of the Union – 6:12
9 Goodbye – 6:02
10 Alma Mater – 3:56

Gesamtdauer: 45:16


Die Musik:

Aufgenommen wurde das Album innerhalb weniger Tage im September 1971. Chicago treiben es auf ihrem vierten Studioalbum etwas weniger experimentell. Die Songs haben alle übliche Längen und kratzen zweimal gerade an der 6 Minuten Marke. Dennoch findet sich auch hier der auf den ersten Alben etablierte Mix aus Rock, Jazz, Fusion, Funk und Blues wieder. Auch vom Sound her unterscheidet sich die Rockband mit eigener Bläsersektion nicht viel von ihren ersten Veröffentlichungen. So gibt es trotz der vermeintlich eher kurzen Stücke eine Menge an ausufernden Solodarbietungen, sei es auf der Gitarre oder den Bläsern.

Den großen Erfolg des Albums hat man in erster Linie der Single Saturday In The Park zu verdanken, die damals in die Top 3 kletterte. CHICAGO V klingt ein wenig radiotauglicher, aber noch nicht so, wie die späteren Alben es werden sollten.

Wertung: 78 %


Besetzung:

  Peter Cetera – bass, wah-wah bass, lead & backing vocals
Terry Kath – electric & acoustic guitars, lead & backing vocals
Robert Lamm – acoustic piano, Hammond organ, Fender Rhodes, Hohner Pianet, lead & backing vocals
Lee Loughnane – trumpet, flugelhorn, percussion, background vocals
James Pankow – trombone, percussion, background vocals, brass arrangements
Walter Parazaider – saxophones, flute, percussion, background vocals
Danny Seraphine – drums, congas, antique bells, percussion


Der Surroundmix:

Der Quad-Mix zum vierten Studioalbum macht im großen Ganzen qualitativ da weiter, wo die anderen Mixe der vorangegangenen Alben aufgehört haben. Es wird der komplette Raum beschallt und alle Lautsprecher (mit Ausnahme des Centers, der still bleibt) haben alle Lautsprecher gleich viel zu tun.

Auffällig ist, dass dem Mix hier etwas die Abwechslung fehlt. Die Gitarre ist fast immer hinten links zu hören und das E-Piano oder die Orgel hinten rechts. Vorne finden sich immer Schlagzeug, Bass und der Gesang. Lediglich die Bläser werden im Verlauf des Albums immer mal wieder anderswo im Raum positioniert. Zum Teil ändert sich diese Position auch schon während eines Songs. Im ersten Stück A Hit By Varèse, sind diese zunächst vorne vorzufinden und erklingen am Ende plötzlich hinter dem Hörer.

Solodarbietungen passieren in der Regel vorne, für die Gitarre mal die Gelegenheit, ihre vorgeschriebene Position hinten links zu verlassen. Zweimal wird der Standpunkt von Gitarre und Keyboards auf dem Album unterbrochen. Einmal beim Hit Saturday In The Park, wo das Klavier und die Gitarre hinten die Plätze tauschen und beim letzten Stück Alma Mater, bei dem das Klavier in die vorderen Kanäle gelegt wurde und die Akustikgitarre hinten rechts zu hören ist.

Der Mix scheint somit ein wenig uninspirierter zu sein, als die anderen Quad-Mixe der Band. Dennoch ist er wieder einmal sehr räumlich ausgefallen und dürfte jedem Freude bereiten.

Zur generellen Klangqualität bleibt zu sagen, dass mir das Album etwas dumpf daherkommt. Gerade das Schlagzeug vermisst einiges an Klarheit. Anders die Bläser: Diese sind wieder kristallklar herauszuhören und schneiden sich ihren Weg durch die Gehörgänge. Wie auch bei den früheren Alben von Chicago hätte auch hier der Gesang etwas lauter sein dürfen.

Wertung: 89 %


Vorhandene Tonformate:
DTS HD Master 4.0
DTS HD Master Stereo

Album starten:

Der Quad-Mix startet sofort, nachdem die Blu-ray geladen wurde. Perfekt.

 


Bonusmaterial:

Auf diesem Album, wie auch auf den anderen Alben der Quadio-Box gibt es keine Extras. Was aber unbedingt erwähnt werden muss, ist die Art der Verpackung des Albums. Es kommt in einem Mini-Vinyl-Cover in Gatefold-Optik, wie es auch in den 70ern veröffentlicht wurde. Sogar eine Minischutzhülle hat man der Blu-ray spendiert, was mir so noch nie untergekommen ist. Zudem beinhalten die Alben noch die Beigaben, die auch die Erstveröffentlichungen damals hatten, wie Textbeilagen, Poster, Bügelbilder und so weiter. Das macht die gesamte Box auch von außen sehr hochwertig. CHICAGO V hat in seiner Hülle das Innersleeve mit Texten im Miniformat und ein auffaltbares Poster, sowie ein weiteres auffaltbares Booklet mit Bandfotos (siehe Foto).

 


Anspieltipp:

Saturday In The Park


Fazit:

Die gesamte Quadio-Box ist ein Muss für jeden Surround- und Chicago-Fan. Für dieses Album gilt: Es fehlt ein wenig die Abwechslung im Mix.

Pros / Cons:
+ Sehr gute quadrophonische Abmischung
+ High Resolution (+1 %)
+ Album startet automatisch
– leider keine Downlaodcodes enthalten, um das Album auch unterwegs zu hören.

 

GESAMTWERTUNG: 86 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

Blu-ray: Das Album gibt es nur in der Gesamt Quadio-Box, die mehr und mehr weniger verfügbar wird. Mittlerweile kostet die Box etwa 250 €.

DVD-Audio: 2003 erschien das Album in einem (neuen?) Surround Sound Mix auf DVD-Audio. Diese Version ist natürlich längts out of Print. Gebrauchtpreise ab 75 Euro.

SACD: Dieser 2003 Surround Sound Mix erschien in Japan auch auf SACD. Hier hat man mit vergleichbaren Preisen zu rechnen.

Stand: 02.02.2019

 


Links:

Offizielle Seite von Chicago

 

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