Chicago – Chicago II (Quad-Mix)


Erscheinungsjahr 1970 | Blu-ray Disc | Jazzrock

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Streng genommen heißt das zweite Album der Band Chicago von 1970 nicht CHICAGO II, sondern lediglich CHICAGO. Das erste Album hieß noch CHICAGO TRANSIT AUTHORITY (wird hier besprochen) und genau so hieß auch die Band zu dem Zeitpunkt noch, bevor sie sich umbenennen musste, nachdem die örtlichen Personennahverkehrsbetriebe des selben Namens zu klagen drohten. Also blieb von dem Bandnamen nur noch die Stadt übrig und das folgende Album hieß demnach nur CHICAGO. Nachdem das nächste Album dann CHICAGO III betitelt wurde, war klar, dass sich bei dem zweiten Album um CHICAGO II handeln musste.

Kaum war das Erstlingswerk 1969 veröffentlicht, trieb es die Band wieder ins Studio. Im Sommer 69 entstand ein weiteres Doppelalbum, welches im Januar 1970 veröffentlicht wurde. CHICAGO II wurde schließlich der Durchbruch der Band. Alle drei Singleauskopplungen schafften es in den USA in die Top 10 und das Album kam bis auf Platz 4. In Europa fiel der Erfolg dagegen deutlich geringer aus. Zwar schaffte es das Album in England in die Top Ten (in Deutschland kam es auf Platz 20), was dann aber auch schon die beste Platzierung der Bandhistorie werden sollte. In Europa wenig bekannt, hatten Chicago ab da in den USA den Superstarstatus inne.

So ist es auch wenig überraschend, dass Columbia im Laufe der 70er alle Alben der Band in Quadrophonie abmischen ließ, weil man sich dadurch ein Ankurbeln des neuen Sounderlebnisses versprach. Diese Quadrophioniemixe erschienen 2016 in einer Blu-ray Box (hier mehr dazu lesen).

Einen echten 5.1-Mix soll es zu diesem Album übrigens auch geben. Dieser wurde 2003 erstellt und als DVD-Audio veröffentlicht. Schließlich hat auch Steven Wilson im letzten Jahr CHICAGO II remixed. So weit mir allerdings bekannt ist, gibt es diesen Remix nur in Stereo.


Tracklist:

 1 Movin‘ In – 4:06
2 The Road – 3:10
3 Poem for the People – 5:31
4 In the Country – 6:34
5 Wake Up Sunshine – 2:29
6 Ballet for a Girl in Buchannon 12:55
7 Fancy Colours – 5:10
8 25 or 6 to 4 – 4:50
9 Memories of Love – 9:12
10 It Better End Soon – 10:24
11 Where Do We Go from Here? – 2:53

Gesamtdauer: 67:21


Die Musik:

Obwohl das zweite Werk der Band nur wenige Monate nach dem ersten produziert wurde, lässt sich hier eine deutliche Weiterentwicklung erkennen. CHICAGO TRANSIT AUTHORITY war noch stark Blues Rock gefärbt und zeigte hier und da auch einige Beatles-Einflüsse. Das neue Album dagegen ist um einiges abwechslungsreicher und bietet eine Mischung aus Rock, Funk und Jazz. Neben einigen kürzeren Songs finden sich auch auf dem Album drei lange Suiten, die zwischen neun und 13 Minuten dauern. Hier gibt es längere instrumentale Passagen in denen die Bandmitglieder ihr Können an ihren Instrumenten zeigen. Eines dieser Stücke, Memories of Love, weicht dabei deutlich von den musikalischen Strukturen auf dem Album ab, da man es hier mit einem stark klassisch angehauchten Stück zu tun hat und zum großen Teil ein Orchester die Band ersetzt.

CHICAGO II enthält zudem die erste Komposition des Bassisten Peter Cetara, der im Laufe der Zeit die tragende Rolle in der Band werden sollte.

Wertung: 83 %


Besetzung:

Terry Kath – Guitars, Vocals
Robert Lamm – Keyboards, Vocals
Peter Cetera – Bass, Vocals
James Pankow – Trombone, Brass Arrangements
Lee Loughnane – Trumpet, Flugelhorn, Vocals
Walter Parazaider – Woodwinds, Vocals
Danny Seraphine – Drums, Percussion


Der Surroundmix:

Der Quadmix zu CHICAGO II klingt um einige Strecken besser, als der vom Erstlingswerk. Die Bläsersektion war dort stets in den hinteren Kanälen platziert. Nun wird es deutlich abwechslungsreicher. Gleich im ersten Stück Movin In wird man davon überrascht wie die Bläser mehr im vorderen Raum zu hören sind, während Klavier und Gitarre in die Rears gemischt wurden. Das Saxophonsolo erklingt dann schließlich hinten rechts und wird kurze Zeit später von einem Trompetensolo vorne links abgewechselt, welches dann wiederum von einer Posaune hinten links abgelöst wird. Im Intro von Poem to the People erklingen die Bläser zunächst hinten und werden dann später, wenn der Gesang einsetzt, nach vorne gemischt.

Während des Hörens wird deutlich, warum man wohl auf einen neuen Surroundmix im letzten Jahr verzichtet hat. Ein neuer Steven Wilson Mix würde das Album vermutlich etwas entstauben und präziser erklingen lassen. Von der Räumlichkeit hätte er es aber nicht wirklich verbessern können. Zwar klingt das Album etwas muffig, was aber für das Produktionsjahr nicht so ungewöhnlich klingt. Ich finde es klingt authentisch und sehe die weniger audiophile Produktion nicht als negativ an. Räumlich bietet der Quadmix dagegen das gesamte Spektrum an. Instrumente werden in alle Kanäle gepackt und man wird von dem voluminösen Sound regelrecht erschlagen.

Die Highlights im Mix auf dem Album sind für mich die beiden längeren Stücke Memories of Love und It Better End Soon. Das erste ist das erwähnte klassische Stück, welches eigentlich hier und da seine eindeutigen Längen hat. Nichtsdestotrotz macht es hier im Quadmix besonders viel Spaß zuzuhören, was vor allem die Streicher über den gesamten Song in den hinteren Kanälen anstellen. Da werden so ziemlich alle Spieltechniken angewendet, die man an Violinen, Cellos und so weiter tätigen kann, was im normalen Stereomix nicht so deutlich rüberkommt.

It Better End Soon ist auch musikalisch ein Highlight und dürfte der erste Protestsong von Chicago sein, der sich mit dem Vietnamkrieg auseinandersetzt. Hier finde ich vor allem das längere Flötensolo bemerkenswert, welches im Laufe der Darbietung mit wütenden Zwischenrufen von Walter Parazaider unterbrochen wird und so an Kraft gewinnt.

Wertung: 96 %


Vorhandene Tonformate:
DTS HD Master 4.0
DTS HD Master Stereo

Album starten:

Der Quadromix startet sofort, nachdem die Blu-ray geladen wurde. Perfekt.

 


Bonusmaterial:

Auf diesem Album, wie auch auf den anderen Alben der Quadio-Box gibt es keine Extras. Was aber unbedingt erwähnt werden muss, ist die Art der Verpackung des Albums. Es kommt in einem Mini-Vinyl-Cover in Gatefold-Optik, wie es auch in den 70ern veröffentlicht wurde. Sogar eine Minischutzhülle hat man der Blu-ray spendiert, was mir so noch nie untergekommen ist. Zudem beinhalten die Alben noch die Beigaben, die auch die Erstveröffentlichungen damals hatten, wie Textbeilagen, Poster, Bügelbilder und so weiter. Das macht die gesamte Box auch von Außen sehr hochwertig. CHICAGO II hat in seiner Hülle ein auffaltbares Poster mit Bandfotos im Miniaturformat (siehe Foto oben).

 


Anspieltipp:

It Better End Soon


Fazit:

Nicht nur das Album, sondern die gesamte Quadio-Box sind ein Muss für jeden Surround-und Chicago-Fan.

Pros / Cons:
+ Exzellente Quadrophonische Abmischung
+ High Resolution (+1 %)
+ Album startet automatisch
– leider keine Downlaodcodes enthalten, um das Album auch unterwegs zu hören.

 

GESAMTWERTUNG: 93 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

Blu-ray: Das Album gibt es nur in der Gesamt Quadio-Box, die mehr und mehr weniger verfügbar wird. Noch kostet die Box etwa 130-180 €.

DVD-Audio mit 2003 5.1 Mix: Dieses Exemplar ist schwer zu kriegen, Gebrauchtpreise liegen bei ca. 50 €.

Stand: 09.04.2018

 


Links:

Offizielle Seite von Chicago

 

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