Black Country, New Road – Forever Howlong
Erscheinungsjahr: 2025 | STREAMING | Indie Rock
Eine Dolby Atmos Streaming Review
FOREVER HOWLONG ist das dritte Studioalbum der britischen Band Black Country, New Road und erschien im April letzten Jahres. Produziert wurde der Longplayer von James Ford, der bereits mit Künstlern wie Arctic Monkeys oder Depeche Mode gearbeitet hat.
Nach dem Ausstieg des ursprünglichen Frontmanns Isaac Wood im Jahr 2022 entschied sich die Band, vollständig neues Material zu entwickeln und das frühere Repertoire nicht mehr live zu spielen. FOREVER HOWLONG ist somit das erste Studioalbum, das konsequent aus der neuen internen Rollenverteilung heraus entstanden ist. Die Gesangs- und Songwriting-Aufgaben liegen vor allem bei Tyler Hyde, Georgia Ellery und May Kershaw, von Band und Label als „three girls singing“ hervorgehoben, was dem Album eine deutlich veränderte klangliche Identität verleiht.
Die britische Rockband aus Cambridge steht seit ihrem Debüt für eine eigenständige Verbindung aus Indie Rock, Art Rock und experimentellen Songformen. Charakteristisch ist das Zusammenspiel klassischer Bandinstrumente mit Holzbläsern, Streichern und wechselnden akustischen Klangfarben, wodurch ihre Musik oft kammermusikalische Züge annimmt. Anstelle klassischer Strophe-Refrain-Strukturen arbeiten viele Stücke mit langen Spannungsbögen, dynamischen Brüchen und erzählerischen Arrangements.
Stilistisch bewegt sich das neue Album zwischen Indie Rock, Folk-Elementen, Progressive-Strukturen und barocken Anklängen. Kritiken hoben die Geschlossenheit und Detailarbeit hervor; zugleich wurde der insgesamt zugänglichere, weniger monolithische Charakter im Vergleich zu den Vorgängern betont. Von Black Country, New Road sind alle Alben in Dolby Atmos abgemischt und auf den Streamingportalen von Apple, Amazon und Tidal verfügbar.
Screenshot Apple Music App
Tracklist:
1 Besties – 3:36
2 The Big Spin – 2:31
3 Socks – 6:07
4 Salem Sisters – 3:10
5 Two Horses – 6:26
6 Mary – 4:06
7 Happy Birthday – 4:06
8 For the Cold Country – 6:27
9 Nancy Tries to Take the Night – 6:36
10 Forever Howlong – 4:48
11 Goodbye (Don’t Tell Me) – 4:17
Gesamtdauer: 52:19
Musikalisch ist das auf jeden Fall ein Album, das mehrere Hördurchgänge benötigt. Vor allem die Melodien erschließen sich zunächst kaum, da sie sehr wendungsreich sind und nicht direkt ins Ohr gehen. Hinzu kommt, dass man es immer wieder mit Taktarten jenseits des Mainstreams zu tun bekommt. In den 70ern hätte man die Band vermutlich dem Progressive Rock zugeordnet. Und in der Tat: Aufgrund des größtenteils akustisch klingenden Grundtenors hatte ich immer wieder kleinere Erinnerungs-Flashbacks an zwei Alben – zum einen an ISLANDS von King Crimson, hier erinnerten mich vor allem die Saxophonmelodien daran, und zum anderen an WISE AFTER THE EVENT von Anthony Phillips, aufgrund der Gesamtstimmung und vermutlich auch wegen des teilweise exzessiven Einsatzes von Akustikgitarren.
Die Arrangements wechseln entsprechend zwischen fragilen, dezenten musikalischen Begleitungen und Passagen, in denen viele Klänge unterschiedlicher Instrumente in zahlreichen Schichten übereinandergelegt werden. Zum Glück saß beim Dolby-Atmos-Mix ein Könner am Mischpult, denn insgesamt ist der Mix sehr gut und immersiv ausgefallen.
Auffallend ist der starke Einsatz der Höhenkanäle. Vor allem das Saxophon erklingt zumeist oben über die gesamte Raumfläche verteilt. Auch beim Schlagzeug hatte ich immer wieder das Gefühl, dass es bewusst etwas höher positioniert wurde.
In einigen Stücken gibt es zudem schönen mehrstimmigen weiblichen Chorgesang zu hören, der ebenfalls hauptsächlich von oben kommt. In Mary trägt dieser Chorgesang nahezu den kompletten Song, der ansonsten im Wesentlichen aus Akustikgitarre und Slidegitarre besteht. Wie die einzelnen Stimmen dabei im oberen Raum verteilt werden, ist auf jeden Fall ein absolutes Highlight dieses Dolby-Atmos-Mixes.
Auch die Rear- und Seitenkanäle kommen immer wieder zur Geltung, sei es durch diverse Tasteninstrumente oder unterschiedlichste Saiteninstrumente – von Gitarren und Banjos bis hin zur Geige.
Hier und da gibt es Passagen, die etwas spärlicher instrumentiert sind. Naturgemäß wirkt der Mix in diesen Momenten weniger immersiv. Negativ fällt das jedoch nicht auf, da – wie bereits erwähnt – die Songs häufig die Richtung wechseln und dann weitere Instrumente einsetzen, die erneut mehr Räumlichkeit schaffen.
Auch was den Gesamtklang und die Separation der einzelnen Sounds betrifft, ist mir dieses Album sehr positiv in Erinnerung geblieben. Dass man hier einmal mehr Musik im Streaming mit der viel diskutierten, eher niedrigen Datenrate hört, wird an keiner Stelle offensichtlich.
Anspieltipp:
Socks, Mary
Fazit:
Schöner, immersiver Atmos Mix.
WERTUNG DOLBY ATMOS MIX: 92 %
Streaming: Den Dolby Atmos Mix von FOREVER HOWLONG gibt es bei entsprechendem Abo bei Apple Music, Amazon Music Unlimited und Tidal zu hören.
Stand: 10.03.2026
Links:
Offizielle Webseite von Black Country, New Road