Bruce Soord – Ghosts in The Park
Erscheinungsjahr 2026 | Blu-ray / DOWNLOAD | Alternative Rock
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Mit GHOSTS IN THE PARK veröffentlichte Bruce Soord im Mai 2026 sein bislang persönlichstes Soloalbum. Im Gegensatz zu seiner Hauptband The Pineapple Thief nutzt er seine Soloarbeiten regelmäßig für intimere und unmittelbarere musikalische Statements. Das neue Album führt diesen Ansatz konsequent fort und rückt persönliche Erfahrungen, Erinnerungen und Verluste in den Mittelpunkt.
Die Entstehung von GHOSTS IN THE PARK erstreckte sich über einen Zeitraum von rund zwei Jahren und fiel in eine Phase intensiver Touraktivitäten mit The Pineapple Thief. Viele der Songs entstanden unterwegs in Hotelzimmern, fremden Städten und in den stillen Stunden zwischen Konzerten und Reisen. Diese ungewöhnlichen Schreib- und Aufnahmebedingungen verleihen dem Album einen beinahe tagebuchartigen Charakter.
Den emotionalen Kern des Albums bilden jedoch persönliche Schicksalsschläge. Während der Arbeiten an GHOSTS IN THE PARK verarbeitete Soord den langen gesundheitlichen Verfall und schließlich den Tod seines Vaters sowie das Fortschreiten der Alzheimer-Erkrankung seiner Mutter. Die Songs beschäftigen sich mit Erinnerung, Vergänglichkeit und den oft unscheinbaren Momenten, in denen Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen. Dabei setzt Soord auf eine ruhige, nachdenkliche Erzählweise, die den Themen zusätzliche Glaubwürdigkeit verleiht.
Musikalisch präsentiert sich GHOSTS IN THE PARK deutlich zurückhaltender als viele Veröffentlichungen von The Pineapple Thief. Akustische Gitarren und dezente Arrangements prägen das Klangbild, während die progressive Seite von Soords Songwriting eher in den Details als in ausufernden Instrumentalpassagen zum Vorschein kommt. Die meisten Instrumente spielte Soord selbst ein. Das Ergebnis ist ein bewusst reduziertes Album, das seine Wirkung weniger aus technischer Virtuosität als aus Atmosphäre, Melodie und emotionaler Direktheit bezieht.
Ergänzt wird das Album durch zwei alternative Interpretationen der Songs, die der Deluxe Edition hinzugefügt wurden. Unter dem Titel SHIPWRECKS IN THE HARBOUR präsentiert Gleb Kolyadin Piano-Versionen der Stücke, während ACOUSTIC GHOSTS die Songs in noch stärker reduzierten Akustikfassungen zeigt. Beide Bonusalben eröffnen zusätzliche Perspektiven auf das Material und unterstreichen den introspektiven Charakter der Kompositionen. Darüber hinaus liegen sowohl das Hauptalbum als auch die beiden Alternativfassungen in Dolby Atmos vor.

Tracklist:
1 Concepcion – 1:25
2 Pillars – 3:10
3 Meet Me On The Downs – 3:05
4 Kept Me Thinking – 6:34
5 Day Of Wrath – 4:21
6 Our Predicament – 3:43
7 Stared Down – 4:33
8 You Made A Promise – 2:56
9 Ghosts In The Park – 12:52
Gesamtdauer: 42:26
Bruce Soord veröffentlicht seit vielen Jahren regelmäßig Soloalben zwischen den Veröffentlichungen von The Pineapple Thief. Dabei muss ich sagen, dass mich seine Soloarbeiten mittlerweile oft sogar mehr ansprechen als die Alben seiner Hauptband. Während The Pineapple Thief in den letzten Jahren immer stärker zu einer vollwertigen Band geworden sind, wirken die Soloveröffentlichungen häufig unmittelbarer und persönlicher. Genau das trifft auch auf GHOSTS IN THE PARK zu.
Wenig überraschend ist das Album von einer durchgehenden Melancholie geprägt. Angesichts der persönlichen Hintergründe wäre alles andere auch kaum vorstellbar. Musikalisch setzt Soord dabei auf einen überwiegend akustischen Ansatz. Akustikgitarren bestimmen das Klangbild, ergänzt durch dezente Keyboardflächen und gelegentliche elektrische Gitarren. Schlagzeug und größere Arrangements treten dagegen meist in den Hintergrund. Das passt hervorragend zur Entstehungsgeschichte der Songs, von denen viele unterwegs in Hotelzimmern entstanden und zunächst nicht viel mehr als Stimme und Akustikgitarre waren.

Interessanterweise fühlte ich mich beim Hören immer wieder an die frühen Jahre von The Pineapple Thief erinnert. Die ersten Alben der Band waren im Grunde ein Soloprojekt von Bruce Soord und besaßen stellenweise eine Atmosphäre, die mich damals an frühe Radiohead erinnerte. Obwohl GHOSTS IN THE PARK stilistisch nur wenig mit diesem Frühwerk gemeinsam hat, blitzt dieses Gefühl hier und da wieder auf. Es sind weniger konkrete musikalische Parallelen als vielmehr eine ähnliche Stimmung und Herangehensweise, die gelegentlich Erinnerungen an diese Zeit wecken.
Insgesamt ist GHOSTS IN THE PARK kein Album für den schnellen Effekt. Die Songs erschließen sich nicht unbedingt beim ersten Hören und verlangen etwas Geduld. Mit jedem Durchlauf entfalten sie jedoch mehr Wirkung, sodass einen das Album nach und nach in seinen Bann zieht. Gerade die Kombination aus zurückhaltenden Arrangements und der sehr persönlichen Atmosphäre macht einen großen Teil seines Reizes aus.
Wertung: 82 %
Besetzung:
Bruce Soord – vocals, instruments
Jon Sykes – Additional Bass
Gleb Kolyadin – Piano SHIPWRECKS IN THE HARBOUR
Dass Bruce Soords Dolby-Atmos-Mixe auf konstant hohem Niveau liegen, ist inzwischen fast selbstverständlich. Auch GHOSTS IN THE PARK bildet hier keine Ausnahme. Der Mix nutzt den gesamten Raum sehr natürlich aus, ohne dabei aufdringlich oder effekthascherisch zu wirken. Gleichzeitig ist er klanglich ausgesprochen fein ausbalanciert und unterstützt die intime Stimmung des Albums hervorragend.
Besonders die vielen Akustikgitarren profitieren von der räumlichen Aufbereitung. Sie tauchen nicht nur vorne auf, sondern werden über Seiten-, Rear- und Höhenkanäle verteilt, sodass ein sehr umhüllendes Klangbild entsteht. Elektrische Gitarren bleiben meist im Frontbereich verankert, werden aber häufig leicht nach oben versetzt. Ähnlich verfährt der Mix mit Schlagzeug und den wenigen synthetischen Klangflächen. Dadurch entsteht eine klare, luftige Staffelung, die den reduzierten Arrangements zusätzliche Tiefe verleiht.

Typisch für Soords Surround-Produktionen ist auch die Platzierung von Background-Vocals und zusätzlichen Stimmen. Diese erscheinen oft aus den Höhenlautsprechern oder hinter dem Hörplatz und verstärken die schwebende, introspektive Atmosphäre der Musik. Vereinzelt setzt der Mix auch auf dezente Bewegungen im Raum: In Stared Down driftet eine E-Gitarre subtil von hinten nach vorne und wieder zurück, und im über zwölf Minuten langen Titelstück lassen sich ähnliche Bewegungen einzelner Gitarrenspuren wahrnehmen. Kurze kreisende Percussion-Effekte in der Höhenebene sorgen zusätzlich für Räumlichkeit, bleiben aber stets songdienlich und niemals spektakulär um ihrer selbst willen.
Es gibt auf dem Album einige Passagen, die naturgemäß etwas weniger immersiv wirken. Das liegt weniger am Mix als an den bewusst sehr sparsamen Arrangements, bei denen schlicht weniger Klangmaterial im Raum verteilt werden kann. Insgesamt gehört GHOSTS IN THE PARK dennoch erneut zu den überzeugenden Atmos-Veröffentlichungen aus Bruce Soords Umfeld. Der Mix funktioniert zudem auch auf einem klassischen 5.1-Setup ausgezeichnet. Wie üblich empfiehlt Soord selbst allerdings, auf herkömmlichen Surround-Anlagen eher den eigens dafür erstellten 5.1-Mix zu nutzen, der dem Album ebenfalls beiliegt.
Auch die beiden Alternativfassungen ACOUSTIC GHOSTS und SHIPWRECKS IN THE HARBOUR liegen in Dolby Atmos vor. Trotz der nochmals reduzierteren Arrangements überzeugen auch diese Mischungen durch ihre Räumlichkeit und Feinzeichnung und zeigen, wie gut Soords intime Songstrukturen mit einem immersiven Klangformat harmonieren.
Wertung: 96 %
Vorhandene Tonformate:
Dolby Atmos
DTS 96/24 5.1
LPCM 2.0
Auf der Blu-ray liegt das Album und die beiden Alternativfassungen in Dolby Atmos, DTS 5.1 und Stereo vor. Das Menü ist so konzipiert, dass durch Drücken der Entertaste das Hauptalbum in Dolby Atmos erklingt. Will man die beiden anderen Alben hören, muss entsprechend im Menü navigiert werden, was aber recht einfach ist:
SHIPWRECKS IN THE HARBOUR: DOWN > ENTER > ENTER
ACOUSTIC GHOSTS: DOWN > DOWN > ENTER > ENTER

Dieses Mal kein Bonusalbum mit komplett anderen Stücken, dafür aber gleich zwei alternative Versionen von GHOSTS IN THE PARK, die sich beträchtlich vom Original unterscheiden.
Aufwertung: + 2 %
Anspieltipp:
Ghosts In The Park, Kept Me Thinking
Eine weitere schöne Veröffentlichung aus dem Hause Soord.
Pros / Cons:
+ Sehr guter Atmos-Mix
+ zusätzliche Bonusalben (auch in Atmos) (+ 2 %)
+ High Res (+1)
GESAMTWERTUNG: 95 %
Erläuterungen zur Bewertung
Deluxe-Edition: Das LP große Buch mit drei CDs und einer Blu-ray gibt es für ca. 70-80 Euro.
Download: Den Dolby-Atmos-Mix von GHOSTS IN THE PARK gibt es im IAA-Shop für 25 Dollar. Für 30 Dollar gibt es noch ACOUSTIC GHOSTS dazu.
Streaming: Im Streaming gibt es davon bisher nichts in Dolby Atmos zu hören.
Stand: 07.07.2026
Links:
Offizielle Webseite von Bruce Soord