The Human League – Dare


Erscheinungsjahr: 1981 | STREAMING / Blu-ray | Pop

Eine Dolby Atmos Streaming Review

Das Album DARE von The Human League ist ein weiterer Klassiker der 80er-Jahre, der vor einiger Zeit von Superdeluxeedition.com auf Blu-ray in Dolby Atmos veröffentlicht wurde. Bereits seit einiger Zeit war der Mix auch auf den Streaming Portalen in Atmos erhältlich. Das Album wurde im Oktober 1981 erstmals veröffentlicht und ist das dritte Studioalbum der Band.

Nach internen Spannungen verließen die Gründungsmitglieder Martyn Ware und Ian Craig Marsh die Band (und gründeten Heaven 17), wodurch Sänger Philip Oakey praktisch vor einem Neuanfang stand. Gemeinsam mit Philip Adrian Wright stellte er kurzfristig eine neue Besetzung zusammen, darunter Joanne Catherall und Susan Ann Sulley, die zunächst eher als visuelle Ergänzung gedacht waren und später zu prägenden Stimmen des Albums wurden.

Die Band stand finanziell unter Druck und musste schnell neues Material liefern, um ihren Vertrag zu rechtfertigen. Erste Demoaufnahmen entstanden in Sheffield, während die Single The Sound of the Crowd bereits andeutete, dass der neue, zugänglichere Ansatz funktionieren könnte. Der Fokus verschob sich weg von experimenteller Elektronik hin zu strukturierten Songs mit stärkerem Pop-Appeal.

Die eigentlichen Aufnahmen fanden zwischen März und September 1981 unter der Leitung von Martin Rushent statt. In seinem Genetic Sound Studio entstand ein Album, das auf den Einsatz von Drum-Machines und Sequencern setzte. Besonders die damals neue Linn LM-1 prägte den Rhythmus vieler Stücke. Gleichzeitig wurde großer Wert auf Details gelegt, etwa durch aufwendige Overdubs oder ungewöhnliche Methoden zur Klangerzeugung, bei denen auch reale Räume für Hall-Effekte genutzt wurden.

Mit der Veröffentlichung entwickelte sich DARE schnell zum kommerziellen Durchbruch. Die Single Don’t You Want Me wurde zum internationalen Hit und trug maßgeblich dazu bei, dass sich das Album millionenfach verkaufte und die Band schlagartig in die erste Reihe des Pop katapultierte.

The Human League Dare Dolby AtmosScreenshot Tidal App


Tracklist:

1 The Things That Dreams Are Made Of – 4:14
2 Open Your Heart – 3:53
3 The Sound of the Crowd – 3:56
4 Darkness – 3:56
5 Do or Die – 5:25
6 Get Carter – 1:02
7 I Am the Law – 4:09
8 Seconds – 4:58
9 Love Action (I Believe in Love) – 4:58
10 Don’t You Want Me – 3:56

Gesamtdauer: 40:53


Der Dolby Atmos Mix:

Der Atmos-Mix von DARE kommt im Internet nicht besonders gut weg. Vor allem im Quadforum wird er stellenweise regelrecht zerrissen. Ich hatte das Album deshalb schon länger auf meiner Rezensionsliste stehen, es aber immer wieder vor mir hergeschoben. Vor kurzem schrieb mir Mike, dass er sich den Mix angehört habe und ihn gar nicht so schlecht finde. Also habe ich nun selbst einmal genauer hingehört.

Und tatsächlich frage auch ich mich, woher die teils harsche Kritik kommt. Möglicherweise liegt es an einer gewissen Erwartungshaltung. In den vergangenen Jahren gab es einige Atmos-Abmischungen von 80er-Synthpop-Alben, die eindrucksvoll gezeigt haben, was mit diesem Format möglich ist. An diese Referenzklasse reicht DARE zwar nicht heran, doch gleichzeitig handelt es sich keineswegs um einen rein frontlastigen Mix, bei dem praktisch alles nur vorne stattfindet.

Es stimmt allerdings, dass sich direkt hinter dem Hörplatz vergleichsweise wenig abspielt. Vereinzelte Sounds tauchen dort zwar immer wieder auf, über die gesamte Albumlänge betrachtet bleibt der Rear-Bereich jedoch eher zurückhaltend genutzt. Dafür passiert seitlich und insbesondere in den Höhenkanälen umso mehr. Zahlreiche Synthesizerklänge wurden dort positioniert. Dabei hatte ich den Eindruck, dass bassbetonte Sequencer eher bodennah bleiben, während höhere Synthsounds bewusst weiter oben angesiedelt wurden, was einen durchaus interessanten Effekt erzeugt. Auch einzelne Beats tauchen immer wieder in den Heights auf, während Fills gelegentlich seitlich oder leicht hinter dem Hörplatz erscheinen. Zudem wurden die weiblichen Backing Vocals häufig erhöht positioniert. Teilweise schweben einzelne Klänge sogar direkt über dem Kopf umher.

Gerade im hinteren Bereich des Raumes hatte ich dabei oft das Gefühl, dass die hinteren Height-Speaker mehr beschäftigt werden als die klassischen Rear-Lautsprecher am Boden oder teilweise sogar die vorderen Höhenkanäle. Dadurch werden die kritischen Stimmen zumindest etwas nachvollziehbarer. Auf Setups mit lediglich zwei vorderen Höhenlautsprechern dürfte der Mix deutlich frontlastiger wirken. Gleiches gilt vermutlich auch für einen Downmix auf herkömmliches 5.1.

Insgesamt bleibt es ein Mix, bei dem durchaus noch mehr möglich gewesen wäre. Gleichzeitig ist er aber auch deutlich besser als sein Ruf. Ich empfand die Abmischung insgesamt als recht stimmig und atmosphärisch passend zur Musik.


Anspieltipp:

The Sound of The Crowd, Open Your Heart


Fazit:

Guter Atmos Mix, dem aber noch einiges zum sehr gut fehlt.

 

WERTUNG DOLBY ATMOS MIX: 83 %

 


Verfügbarkeit:

Streaming: Den Dolby Atmos Mix von DARE gibt es bei entsprechendem Abo bei Tidal zu hören. Bei Apple Music konnte ich ihn nicht finden, Amazon Music Unlimited konnte ich nicht überprüfen.

Blu-Ray: Die Blu-ray wurde von Superdeluxeedition aufgelegt, Restbestände gibt es immer noch im Shop für 25 Pfund. Inklusive Versand kommt man da auf etwa 40 Euro.

Stand: 17.05.2026


Links:

Webseite von The Human League

 

Eine Antwort auf „The Human League – Dare“

  1. Auch ich finde, dass der Mix unter seinen Möglichkeiten bleibt. Musikalisch gibt es einiger sehr gute Songs, wie „Seconds“, aber auch Schlageranleihen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert