Pixies – Doolittle


Erscheinungsjahr: 1989 | STREAMING | Alternative Rock

Eine Dolby Atmos Streaming Review

Mit DOOLITTLE veröffentlichten Pixies 1989 ihr zweites Studioalbum und schufen damit eines der prägendsten Werke des Alternative Rock. Bereits der Vorgänger SURFER ROSA hatte der Band vor allem in Großbritannien viel Aufmerksamkeit eingebracht, doch mit DOOLITTLE gelang endgültig der internationale Durchbruch. Die Songs wirkten zugänglicher und kompakter, ohne dass die Band ihren eigenwilligen Stil aufgab.

Viele Stücke des Albums existierten bereits vor den eigentlichen Aufnahmen in frühen Fassungen aus BBC-Sessions oder Demos. Für die Produktion holte das Label Produzent Gil Norton ins Boot, der zuvor bereits an der Single Gigantic beteiligt gewesen war. Gemeinsam mit Frontmann Black Francis arbeitete Norton intensiv an den Songstrukturen und feilte an Arrangements, Dynamik und Klangbild. Die Aufnahmen fanden Ende 1988 in Boston statt und verfügten über ein deutlich höheres Budget als noch SURFER ROSA.

Klanglich wirkt DOOLITTLE kontrollierter und sauberer produziert als der rohe Sound des Vorgängers, bleibt dabei aber aggressiv und nervös. Typisch sind die abrupten Wechsel zwischen ruhigen Passagen und explosionsartig einsetzenden Gitarrenwänden, die später enormen Einfluss auf den Alternative Rock und Grunge der 90er ausübten. Inhaltlich bewegt sich das Album zwischen surrealistischen Bildern, biblischen Motiven und schwarzem Humor. Songs wie Monkey Gone to Heaven, Debaser oder Gouge Away gehören heute zu den bekanntesten und stilbildendsten Stücken der Band.

Das Album wurde vor etwa zehn Jahren in Surround auf Blu-ray veröffentlicht, einige Jahre später tauchte dann ein Dolby-Atmos-Mix auf den Streaming Portalen auf. Dort gibt es auch die nachfolgenden Pixies-Alben in Atmos zu hören.

Pixies Doolittle Dolby AtmosScreenshot Apple Music App


Tracklist:

1 Debaser – 2:52
2 Tame – 1:55
3 Wave of Mutilation – 2:04
4 I Bleed – 2:34
5 Here Comes Your Man – 3:21
6 Dead – 2:21
7 Monkey Gone to Heaven – 2:56
8 Mr. Grieves – 2:05
9 Crackity Jones – 1:24
10 La La Love You – 2:43
11 No. 13 Baby – 3:51
12 There Goes My Gun – 1:49
13 Hey – 3:31
14 Silver – 2:25
15 Gouge Away – 2:45

Gesamtdauer: 38:38


Der Dolby Atmos Mix:

Musikalisch ist DOOLITTLE ein Album, auf dem in den Arrangements bewusst Chaos und kontrollierte Anarchie herrschen. Genau das wurde hervorragend in den Dolby-Atmos-Mix übertragen, denn dieser entpuppt sich als ausgesprochen immersiv. Stellenweise war selbst mir das Geschehen fast schon etwas zu überladen, wobei ich gar nicht exakt benennen könnte, woran es letztlich lag. Manchmal hätte etwas weniger Räumlichkeit den Songs möglicherweise sogar bessergetan.

Grundsätzlich wird jedoch der komplette Raum konsequent genutzt. Leadgesang, Bass und Schlagzeug befinden sich zwar größtenteils vorne, werden aber immer wieder anders im Raum verteilt oder in die Höhe gezogen. Einzelne Bestandteile des Schlagzeugs tauchen dabei sogar über oder hinter dem Hörplatz auf, etwa im zweiten Stück Tame. Besonders auffällig ist jedoch die Gitarrenarbeit. Gitarren kommen hier tatsächlich von überall. Manche Songs beginnen zunächst vergleichsweise frontal, bei denen die Gitarren zuerst klassisch vorne positioniert sind, doch meist dauert es nicht lange, bis weitere Gitarrenspuren seitlich, hinten oder oben hinzukommen.

Sehr häufig erklingt im oberen Rear-Bereich eine akustische Rhythmusgitarre, die ausgesprochen klar und plastisch wirkt. Generell profitieren vor allem die unverzerrten Gitarrensounds stark von der räumlichen Platzierung und entfalten hinter dem Hörplatz eine bemerkenswerte Präsenz. Auch zahlreiche Backing Vocals und weitere Stimmelemente verteilen sich über den hinteren Raum und werfen immer wieder kurze Einwürfe oder Gesangsfetzen von hinten ein. Selbst die eher sparsamen Keyboardeinsätze scheinen überwiegend aus dem Rear-Bereich zu kommen.

Insgesamt ergibt sich daraus ein äußerst interessanter und immersiver Mix, auf den man sich allerdings einlassen muss. Die Abmischung fordert den Hörer durchaus und kann stellenweise auch etwas anstrengend wirken. Mit zunehmender Laufzeit gewöhnt man sich jedoch erstaunlich schnell an diese intensive Raumdarstellung und beginnt gerade das kontrollierte Chaos als Teil des Konzepts wahrzunehmen.


Anspieltipp:

Tame, Hey


Fazit:

Ein sehr passender Atmos Mix zur Musik.

 

WERTUNG DOLBY ATMOS MIX: 94 %

 


Verfügbarkeit:

Streaming: Den Dolby Atmos Mix von DOOLITTLE gibt es bei entsprechendem Abo bei Apple Music zu hören. Bei Tidal gibt es lediglich das aktuelle Album THE NIGHT THE ZOMBIES CAME in Atmos, Amazon Music Unlimited konnte ich nicht überprüfen.

Blu-Ray: Die Blu-ray mit einem 5.1-Mix wurde 2016 aufgelegt. Man kann sie immer noch für ca. 25 Euro kaufen.

Stand: 24.05.2026


Links:

Webseite von den Pixies

 

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