Dire Straits – Brothers in Arms


Erscheinungsjahr 1985 | SACD | Rock

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Nachdem Mark Knopfler den Soundtrack zu dem Film Local Hero beisteuerte, trommelte er Ende 1984 seine Bandkollegen zusammen, um an einem neuen Album der Dire Straits zu werkeln. BROTHERS IN ARMS wurde schließlich das erfolgreichste Album der Band und verkaufte sich knapp 30 Mio. mal. Es war eines der ersten Alben, welches komplett digital produziert wurde. Dies und die Tatsache, dass BROTHERS IN ARMS auf CD gegenüber der Vinylfassung knapp 10 Minuten länger war (ohne Verwendung irgendwelcher Bonustitel), brachte der Compact Disc Industrie einen großen Schub, der mit der Zeit die gute schwarze Schallplatte verdrängen sollte.

20 Jahre später wurde BROTHERS IN ARMS wiederveröffentlicht. Dieses mal auf SACD mit einem neuen 5.1-Mix, der von Chuck Ainlay erstellt wurde, vermutlich um dieses mal den Absatz an SACD-Playern anzukurbeln. Von dieser SACD muss eine unerhört große Auflage angefertigt worden sein, denn auch 12 Jahre später ist sie ohne weiteres zu kaufen und das zumeist zu einem sehr konsumentenfreundlichen Preis. Das Cover dieser SACD unterscheidet sich leicht von dem originalen Covermotiv. Das Bild mit Mark Knopflers National Style 0 Resonator Gitarre ist in diesem Fall ein vergrößerter Ausschnitt.


Tracklist:

1 So Far Away – 5:12
2 Money for Nothing – 8:26
3 Walk of Life – 4:12
4 Your Latest Trick – 6:33
5 Why Worry – 8:31
6 Ride Across the River – 6:58
7 The Man’s Too Strong – 4:40
8 One World – 3:40
9 Brothers in Arms – 7:00

Gesamtdauer: 55:07


Die Musik:

Anno 1985 war BROTHERS IN ARMS ein Album, das soundtechnisch dem Zeitgeist entsprach und einen typischen, leicht steril klingenden Sound hatte. Verglichen mit den anderen Werken der Band ist es dieses Album, das am meisten gealtert zu sein scheint. Es mag daran liegen, dass ich dieses Album jahrelang nur in der gekürzten Vinylausgabe kannte und mir deshalb die längeren Versionen mancher Lieder zu lang und ausgedehnt erscheinen. BROTHERS IN ARMS ist das Hitalbum der Dire Straits, hier ist eigentlich alles drauf, was der gemeine Hörer so aus dem Radio kennt, allen voran Money for Nothing. Heute ist es eine Platte, die etwas zu sehr auf Hochglanz poliert ist.

Wertung: 83 %


Besetzung:

Mark Knopfler – guitars, lead vocals and Synclavier
John Illsley – bass, backing vocals
Alan Clark – piano, organ, synthesizer
Guy Fletcher – synthesizers, Synclavier and backing vocals
Terry Williams – drums
Omar Hakim – drums

Jack Sonni – guitar
Michael Brecker – tenor saxophone
Randy Brecker – trumpet
Malcolm Duncan – tenor saxophone
Neil Jason – bass
Tony Levin – bass
Jimmy Maelen – percussion
Michael Mainieri – vibraphone
Dave Plews – trumpet
Sting – backing vocals


Der Surroundmix:

Kamen die ersten Veröffentlichungen von Dire Straits noch gänzlich ohne Synthesizer aus, ist der Anteil der künstlichen Klangerzeuger auf BROTHERS IN ARMS stark angestiegen. Zum ersten mal sind zwei Keyboarder fester Bestandteil der Band. Was an dieser Surroundabmischung positiv auffällt ist, dass man die vielen Synthiespuren gut voneinander getrennt hat und man sie dadurch im Raum sehr gut orten kann. So kommt es, dass man auch meint, viele neue Sounds raushören zu können, die vorher im Stereomix untergegangen sind, z.B. im Hit Money for Nothing. Begleitende E-Pianos wurden auf dem ganzen Album ausschließlich in die hinteren Kanäle gemischt, was dem Album einen gleichmäßigen Sound verleiht.

Der prägende Gitarrensound von Mark Knopfler ist natürlich auch vielerorts zu hören. Seine eingespielten Spuren machen es sich mal in den Frontkanälen, aber auch in den Rearlautsprechern gemütlich. Knopflers Leadsound wurde im Raum so gemischt, dass er nie mit einem anderen Melodie führenden Instrument konkurriert. Seine Leadgitarre wurde in Your Latest Trick in den linken Rearkanal geschoben, während aus dem vorderen rechten Lautsprecher die  bekannte Saxophonmelodie erklingt, die Gerüchten zu Folge, das am meisten gespielte Saxophonthema in Musikinstrumentengeschäften ist.

Das Highlight der Surroundabmischung von BROTHERS IN ARMS dürfte Why Worry sein. Hier hört man zunächst im linken Raum eine gezupfte Gitarre, in den Rears das erwähnte E-Piano, sowie einige Percussion und in den frontalen Kanälen die Leadgitarre. Gerade in diesem Song kann man sehr gut die einzelnen Sounds heraushören, auch was das etwas länger andauernde instrumentale Finale angeht. Apropos einzelne Sounds rauszuhören: Es kann lohnen, sich bei diesem Song mal gezielt an den Center zu positionieren und der einzelnen Stimme Mark Knopflers zu lauschen. Aus dem Center kommt fast nur seine Stimme, trocken ohne jeglichen Hall, was seinen Gesang eine gewisse Präsenz verpasst.

Im alten Stereomix war der Song The Man’s Too Strong dafür berüchtigt, eine hohe Dynamik zu haben. Während der Grundton des Songs eher ruhig gehalten wird, gibt es da einige Stellen, die plötzlich sehr viel lauter werden. Es sollen dabei schon Leute aus dem Bett gefallen sein. Diese Stellen klingen auch im Surroundmix sehr effektvoll. Dies wurde so gelöst, dass sich diese ruhigen Sequenzen eher im ersten Drittel des Raumes abspielen, während dann bei den lauten Stellen, plötzlich alle Lautsprecher Schwerstarbeit verrichten.

Einen weiteren interessanten Effekt bietet das Titelstück des Albums, welches damals ein weiterer Singlehit der Band war. Dieses Antikriegs-Lied beginnt mit dezenten Synthesizern und Gewitter- oder entfernten Detonationsgeräuschen, die sich im Fade in von den Frontlautsprechern über den Hörer in die Rears verlagern. Auch hier werden Instrumente wieder effektvoll platziert. Die klagende Leadgitarre vernimmt man aus dem linken vorderen Bereich, während man den Akkordeonsound aus dem rechten hinteren Bereich hört. Zum Abschluss kann man wieder deutlich mehr Sounds raushören, als im Stereomix.

Im großen Ganzen bietet BROTHERS IN ARMS einen sehr guten Surroundmix, der ein oft gehörtes Album neu entdecken lässt.

Wertung: 92 %


Vorhandene Tonformate:
SACD DSD 5.1
SACD DSD 2.0
CD Audio

Album starten:

In den Player schieben und starten. Das ist alles.


Bonusmaterial:

Gibt es nicht


Anspieltipp:

Why Worry


Fazit:

An der Musik nagt etwas der Zahn der Zeit und für Dire Straits Verhätnisse geht es hier ein bisschen zu poppig zu. Der Surroundmix ist aber klasse.

Pros / Cons:
+ sehr guter Surroundmix
+ SACD und somit High Resolution (+ 1%)
– typischer, leicht steriler 80er Jahre Sound

 

GESAMTWERTUNG: 91 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

SACD: Ist immer noch zu bekommen und das teilweise für unter 10 Euro, z.B. bei Amazon. Aufpassen: Es gibt von vielen Dire Straits Alben, auch von diesem, sogenannte SHM-SACD Ausgaben, die nicht surround sind.

Stand: 01.06.2017

 


Links:

Offizielle Webseite von Mark Knopfler (Dire Straits hat keine)

 

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