The Moody Blues – Days Of Future Passed


Erscheinungsjahr 1967 | DVD | Psychedelic Rock

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Heute wird wieder mal ein Klassiker in seinem Surround Mix vorgestellt. Klassiker in doppelter Hinsicht. Das Album DAYS OF FUTURE PASSED von The Moody Blues, welches im November 1967 veröffentlicht wurde, gilt als eines der ersten Konzeptalben und enthält zudem den bekanntesten Song der Band, Nights in White Satin. Neben der Band hört man auf diesem Album auch ein ganzes Sinfonieorchester, welches durchaus viele Parts in Form von Vor- und Zwischenspielen beansprucht.

DAYS OF FUTURE PASSED ist das zweite Album der britischen Band, die sich bereits 1964 gegründet hatte. Nach den Stones und The Who gelten The Moody Blues in den USA zu den erfolgreichsten britischen Acts. Sie sind vor allem dort immer noch aktiv. Zurück ins Jahr 1967. Ursprünglich hatte sich die Band dazu verpflichtet, die 9. Sinfonie in e-Moll „Aus der neuen Welt“ von Antonin Dvorak einzuspielen, als Rockversion versteht sich. Man konnte aber das Plattenlabel davon überzeugen, dass eigene Stücke mit orchestralem Unterbau funktionieren würden.

Zum 50. Geburtstag des Albums erschien im Jahr 2017 eine Sonderausgabe mit zwei CD‘s und einer DVD auf der sich das Album im Surroundmix befindet. Dabei handelt es sich um den 1972 erstellten Quadrophonie Mix der auf 5.1 konvertiert wurde. Im Begleitheft wird von „manipulated from the original Quadraphonic Masters“ gesprochen, was immer das auch heißen mag.

The Moody Blues Days Of Future Past 50th Anniversary Review


Tracklist:

1 The Day Begins – 5:51
2 Dawn: Dawn Is a Feeling – 3:49
3 The Morning: Another Morning – 3:56
4 Lunch Break: Peak Hour – 5:29
5 The Afternoon – 8:23
6 Evening – 6:40
7 The Night: Nights in White Satin – 7:26

Gesamtdauer: 43:32


Die Musik:

Zu einer Zeit als die Beatles gerade Sgt. Peppers herausgebracht haben und psychedelische Musik en vogue war, war DAYS OF FUTURE PASSED ein weiterer Mosaikstein, der die Rockmusik in eine neue Richtung trieb. Auch, was den Sound der Band angeht, denn mit dem Rhythm‘n‘Blues des Erstlings hatte dieses Album nur noch wenig zu tun.

Die Idee, ein Album einem bestimmten Thema zu unterwerfen, war damals neu, wenn nicht gar revolutionär. Hier auf diesem Album wollte man den Ablauf eines Tages vom Sonnenaufgang bis in die Nacht hinein musikalisch umsetzen. Das Orchester spielt dabei viele musikalische Themen, die die Band in ihren Songs wieder aufgreift. Der Beginn des Albums ist dabei eine orchestrale Ouvertüre, die viele Melodien anspielt, die im späteren Verlauf wiederkehren. Die Orchestralen Parts sind zumeist Zwischenspiele. Sobald die Band einsetzt, hält sich das Orchester vornehm zurück, es gibt somit keine Passagen in denen das komplette Orchester und die Band zusammenspielen.

DAYS OF FUTURE PASSED könnte auch als Showcase für das Mellotron angesehen werden. Vermutlich ist es das erste Album, auf dem dieses Tasteninstrument so richtig zur Geltung kommt und so bleibenden Eindruck auf Bands wie Genesis und King Crimson hinterlassen hat, deren Mitglieder zu der Zeit gerade erste musikalische Schritte taten.

Rückblickend bleibt festzuhalten, dass DAYS OF FUTURE PASSED damals ein Meilenstein war, der seinen Anteil am Entstehen des Progressive Rock haben dürfte. Wenn man sich das Album heute anhört, hat es weitestgehend den typischen, etwas naiven Sixties Flair.

Wertung: 79 %


Besetzung:

Justin Hayward – acoustic and electric guitars, piano, sitar, vocals
John Lodge – bass, vocals
Mike Pinder – Mellotron, piano, tamboura, gong, vocals, spoken word
Ray Thomas – flutes, percussion, piano, vocals
Graeme Edge – drums, percussion, vocals

Peter Knight – conducting, arrangements
The London Festival Orchestra


Der Surroundmix:

Was allgemein beim Sound des Albums auffällt, sind die Unterschiede der Qualität zwischen den Aufnahmen der Band und denen des Orchesters. Das Orchester klingt toll, voluminös, gut aufgelöst, die Band klingt dagegen so, wie Bands eben in den 60ern auf Platte klangen. Etwas dürftig. Rockbands aufnehmen war damals noch Neuland, während man bei Orchesteraufnahmen bereits auf langjährige Erfahrung zurückblickte. Seit Jahrzehnten gab es bereits Klassikübertragungen im Radio. Irgendwann hatte man da den Dreh raus, was Mikrofonpositionierungen angeht, um ein ganzes Orchester so klingen zu lassen, wie es der Dirigent beabsichtigte.

Was die Aufnahmen angeht wurde hier die doppelte Vierspur-Technik angewandt, bei der zwei Vierspurgeräte miteinander synchronisiert wurden. Das hatten die Beatles kurz zuvor bei Sgt. Peppers auch getan. Man kann hier also keinen weiträumigen Mix erwarten.

Nichtsdestotrotz, das Orchester klingt im Surroundmix räumlich gestaffelt, obwohl dieses vermutlich nur auf zwei Spuren gemischt wurde. Im Mix ist es etwas mehr in die Raummitte positioniert wurden, kommt aber bei den ganzen Vor-, Zwischen- und Nachspielen doch eher frontal. In den Rears türmen sich keine weiteren orchestralen Klanglandschaften auf.

Auch die Band ist vom Grundgerüst vorne vorzufinden, es gibt aber immer wieder mal ein paar Instrumente die diskret in den hinteren Kanälen zu hören sind, wie z.B. Gitarren, Klavier, Percussion oder zusätzliche Gesangsstimmen. Was mir nicht so gut gefällt ist der Schlagzeugsound. Dieser klingt sehr monophon und man hat meistens das Gefühl, das Schlagzeug würde nur aus dem Center-Lautsprecher kommen. Allerdings bleibt der Center stumm. Ich habe ein paar mal das Ohr hingehalten, aber da kommt nichts heraus. Das ist bei einem Quadrophonie Mix ja auch nicht anders zu erwarten, auch wenn dieser ja manipuliert sein soll.

Alles in allem darf man keine Wunderdinge von dem Mix erwarten. Hier ist einfach das Alter der Aufnahme und die wenigen Einzelspuren schuld. Was es als Einzelaufnahme bei den Instrumenten gab, hat man im Raum verteilt, aber die Möglichkeiten waren hier begrenzt. Das Highlight dürfte im Surround Sound Mix der Beginn von Evening sein. Hier finden sich in den Rear-Lautsprechern links und rechts verschiedene rhythmische Instrumente, während vorne die Gesangsstimme zu hören ist. Das alles erinnert ein wenig an eine Indianer-Zeremonie. Später kommen in der Raummitte noch Streicher hinzu sowie rechts im Raum eine Flöte.

Wertung: 83 %


Vorhandene Tonformate:
DTS 96/24 5.1
Dolby Digital 5.1
PCM 96/24 Stereo

Album starten:

Der Mix in Surround Sound erklingt automatisch, nachdem man zweimal die Entertaste gedrückt hat.


Bonusmaterial:

Neben dem Original Stereo Mix von 1967 gibt es noch zahlreiche weitere Tracks auf den beiden CDs, unter anderem einen Stereomix von 1972. Auf der DVD gibt es neben dem Surroundmix noch einen TV-Auftritt aus dem Jahr 1968, den die Band anlässlich eines Festivals in Frankreich gab.

Aufwertung: + 1 %


Anspieltipp:

Evening


Fazit:

Der Surroundmix entspricht dem, was man von einem Album aus den 60ern erwarten kann. Keine Offenbarung, aber durchaus interessant.

Pros / Cons:
+ Klanglich war das Orchester damals sicherlich Referenz
+ Surroundmix hier und da diskret, aber man muss Abstriche machen
+ Leichter Start des Surroundmixes
+ Einige interessante Extras (+ 1%)

 

 

GESAMTWERTUNG: 83 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

DVD: Das Set erschien zum 50. Geburtstag und sollte noch zu einem fairen Preis unter 20 Euro erhältlich sein.

Stand: 28.05.2020


Links:

Offizielle Webseite von The Moody Blues

 

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