King Crimson – The Power to Believe


Erscheinungsjahr 2003 | DVD-Audio | Progressive Rock

Springen zu:  Musik  |  Surroundmix  |  Albumstart  |  Bonusmaterial  |  Fazit  |  Verfügbarkeit

King Crimson ist, trotz ihrer mittlerweile 50 Lenze, eine Band, die immer noch ziemlich aktiv ist. In den letzten Jahren waren die Jungs um Gitarrist Robert Fripp fast durchgehend auf Tour und in regelmäßigen Abständen wurde in den letzten Jahren zahlreiches Livematerial, sowie neue Sondereditionen ihrer Alben veröffentlicht (mit Mixen in Surround!).

Dennoch: Das letzte Studioalbum liegt bereits viele Jahre zurück. THE POWER TO BELIEVE erschien im März 2003. Es ist eher unwahrscheinlich, dass es da irgendwann einen Nachfolger geben wird.

THE POWER TO BELIEVE ist das 13. Studioalbum von King Crimson und schaffte es in Deutschland immerhin in die Top 100 und landete dort auf Platz 65. Bei einer Band, die über die Jahre ständig irgendwelche Besetzungswechsel hatte, war es durchaus beachtlich, dass hier die selben Herren am Werk waren, die bereits den Vorgänger „The ConstruKction of Light“ im Jahr 2000 eingespielt haben.

Ebenfalls beachtlich ist, dass der Surroundmix zu diesem Album, der im letzten Jahr als Crimson-übliches CD/DVD-Audio-Päckchen im Schuber (siehe Foto) veröffentlicht wurde, nicht von Steven Wilson erstellt wurde, sondern von David Singleton, der bereits bei der Produktion beteiligt war. Singleton hatte auch bei The ReconstruKction of Light seine Hände an den Surround-Reglern. Beide 5.1-Mixe sind 2019 gleichzeitig erschienen. Interessant an dem Album Cover ist, dass es doch irgendwie in die heutige Zeit passt…

King Crimson The Power To Believe Rezension 40th Anniversary Series


Tracklist:

1 The Power to Believe – Part I: A Capella – 0:44
2 Level Five – 7:14
3 Eyes Wide Open – 4:11
4 Elektrik – 7:59
5 Facts of Life (Intro) – 1:38
6 Facts of Life – 5:05
7 The Power to Believe – Part II: Power Circle – 7:43
8 Dangerous Curves – 6:42
9 Happy With What You Have to Be Happy With – 3:17
10 The Power to Believe – Part III – 4:09
11 The Power to Believe – Part IV: Coda – 2:29
Bonus:
12 Sus-tayn-Z I – 5:00
13 Superslow – 3:38
14 Sus-tayn-Z II – 4:16

Gesamtdauer: 64:35


Die Musik:

Es werden Erinnerungen wach an das zweite Werk „In the Wake of Poseidon“ von 1970. Ähnlich, wie es dort beim Stück Piece war, fängt auch THE POWER TO BELIEVE mit einer kleinen A-Capella-Nummer an. Dies ist der erste Teil des viergeteilten zentralen Titelstücks, welches auf dem Album um die anderen Stücke verteilt wird. Die anderen Parts sind deutlich länger und haben dann auch Instrumente an Bord, wobei der Gesang aus dem ersten A-Capella-Stück hier und da wiederkehrt.

Im Gegensatz zu Peace geht der Gesang auf The Power to Believe I durch einen Vocoder. Hier wird schon dezent darauf hingewiesen, dass man es auf dem Album mit elektronischen Spielereien zu tun bekommen wird. Im Vergleich zum Vorgänger aus dem Jahr 2000 ist THE POWER TO BELIEVE abwechslungsreicher ausgefallen, es gibt nicht nur die prägenden harten Gitarrenriffs, sondern auch sanftere Klanglandschaften zu hören, halsbrecherische elektronische Rhythmen und einige Samples.

Es bleibt aber die für King Crimson typisch schwere Kost. Man hat es weitestgehend mit untypischen Taktarten zu tun und dem damit verbundenen Gitarrengewitter mit chromatischen Riffs und Harmonien jenseits üblicher Songschemen. Es ist überaus interessant anzuhören, danach greift man dann aber vermutlich eher zu einem Album, welches mehr geradeaus geht.

Wertung: 67 %


Besetzung:

Robert Fripp – guitar
Adrian Belew – guitar, vocals,
Pat Mastelotto – electronic drumming, hybrid acoustic
Trey Gunn – Warr guitar

Machine – Additional Programming


Der Surroundmix:

Wurde beim im selben Jahr veröffentlichten Suroundmix von The ReconstruKction of Light noch das Schlagzeug komplett neu eingespielt, so hat man es auf THE POWER TO BELIEVE mit dem Originalalbum zu tun.

Was den Sound angeht, ist das hier gehörte absolutes Topniveau. Die tiefen Frequenzen sind druckvoll, kommen genau richtig, ohne die restliche Musik zu überdecken. Alles klingt sehr präzise und fein aufgelöst, als wäre man mit seinem Sofa oder Sessel im Studio.

Bereits bei der Rekonstruktion des Lichts hat David Singleton sehr gute Arbeit abgeliefert. Hier legt er nochmal eine ordentliche Schippe drauf, was die Verteilung der einzelnen Instrumente und Spuren im Raum angeht. Das Material gibt es allerdings auch her. Denn es gibt auf dem Album unzählige Rhythmen und von Mitproduzent Machine hinzugefügte elektronische Beats, die ihren Platz in der Klanglandschaft suchen. Dazu viele synthetische Klänge, wobei da die Frage gestattet sein darf, wie diese entstanden sind. Synthesizer und Keyboards werden in den Credits nicht aufgelistet. Ob das alles über Gitarren und entsprechende Effektgeräte eingespielt wurde?

Flächensounds werden sehr häufig über den gesamten Raum gelegt. Das war bei The ReconstruKction Of Light noch etwas anders. Dort spielten sie eine etwas untergeordnete Rolle und wurden meistens in die Frontkanäle gesetzt. Gitarren kommen häufig von den Seiten und schlagen mit ihren repetitiven Riffs auf den Hörer ein. Dabei habe ich den Eindruck gewonnen, dass diese etwas versetzt angeordnet sind. Links kommt die Gitarre mehr aus der Front, rechts dagegen mehr aus dem Rearkanal.

Wie bereits angedeutet sind die vielen Rhythmen, ob live eingespielt oder programmiert das Highlight der Platte. Hier gibt es keine Grenzen. Sehr viel kommt von hinten, von den Seiten, von der Front. Das Schlagzeug ist meist im gesamten Raum zu hören, wobei es auch bei einem Stück auch plötzlich links in den Raum eindrischt. Mein Highlight der Aufnahme ist dabei der zweite Part des Titelstückes. Hier ist der Hörer von Unmengen an balinesischen Klangkörpern umgeben, dass man sich an einen völlig anderen Ort versetzt füllt.

Nach Ende des eigentlichen Albums fangen automatisch die drei Bonustracks an. Diese drei instrumentalen Nummern sind etwas schwächer, haben ihre Längen und haben vermutlich auch in der Abmischung nicht die größte Sorgfalt erfahren. Gerade bei den beiden Sus-tayn-Z-Stücken habe ich das Gefühl, dass da etwas mehr im Surround gegangen wäre.

Wertung: 96 %


Vorhandene Tonformate:
MLP 5.1
MLP 2.0
DTS 5.1  (48 kHz / 24 bit)
LPCM 2.0

Album starten:

Alle King Crimson Remixe werden als hybride Audio/Video-DVD veröffentlicht (mit der CD als Beigabe). Wer einen DVD-Audio Player besitzt, kann die Alben hochauflösend genießen, allen anderen bleibt die DTS Spur der DVD-Video Version. Leider hat man hier im Menü etwas geschlampt, denn das übliche „Entern“ bringt lediglich die Stereoversion zum Vorschein. Für 5.1 muss man einmal nach unten navigieren.

DOWN > ENTER > ENTER

Abwertung: -1 %


Bonusmaterial:

Es gibt drei Bonustracks zum Album, die man auch in 5.1 hören kann. Außerdem auf der DVD enthalten ist der obligatorische Original Stereo Mix von 2003. Interessanter dürften da die beiden EPs sein, die King Crimson 2001 und 2002 veröffentlichte und die ebenfalls auf der DVD zu finden sind. Level Five ist ein Livemitschnitt aus den USA. Die zweite EP, Happy with What You Have To Be Happy With, enthält neben anderem Material bereits einige Stücke, die im Jahr darauf auf THE POWER TO BELIEVE erschienen sind. Beide EPs liegen in Stereo vor.

Aufwertung: +2 %


Anspieltipp:

The Power to Believe II


Fazit:

Sehr guter Surroundmix, der die etwas eigenwillige Musik erst erlebbar macht.

Pros / Cons:
+ sehr guter Surroundmix
+ High Resolution  (+ 1%)
+ Bonusmaterial (+ 2%)
– Start des Surroundmixes etwas umständlich (- 1%)

 

GESAMTWERTUNG: 90 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

DVD-Audio: Die 2019 erschienene Ausgabe sollte noch ohne Probleme bei normalen Konditionen um die 20 Euro erhältlich sein.

DVD-Audio / Bluray: Neu ist auch das Boxset Heaven And Earth, welches dieses Album und The ReconstruKction of Light in 5.1 enthält, sowie unzählige Live-Mitschnitte. Kosten: 150 Euro aufwärts.

Stand: 29.06.2020

 


Links:

Offizielle Webseite von King Crimson: DGM Live

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.