Isao Tomita – Planets


Erscheinungsjahr 1976 | SACD (4.0) | Modern Classical / Electronic

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Von Mike W.K.

Der britische Komponist Gustav Holst – 21.09.1874 bis 25.05.1934 – komponierte zwischen 1914 und 1916 die siebensätzige Orchestersuite „Die Planeten“. Isao Tomita (1936–2016) veröffentlichte 1976 seine bearbeitete und auf dem Synthesizer gespielte Version. Bereits 1976 gab es auf einem Tonband in 7 ½ ips Geschwindigkeit einen diskreten Quad-Mix sowie eine Version auf LP zu kaufen.

Dieses Album habe ich in zwei Versionen:
a) CD von 1991 in Dolby Surround.
b) SACD von 2011, bearbeitet, in Quadrophonie und mit einem zusätzlichen Stück.

Diese japanische SACD von 2011 wird besprochen.

Tomita The Planets SACD

SACD

Das Booklet wurde gegenüber der CD neu gestaltet, auch das Cover unterscheidet sich aufgrund der Neugestaltung. Allerdings ist der Text in Japanisch gehalten und nur wenige Informationen sind in englischer Sprache vorhanden.

Tomita verwendet u. a. folgende Geräte gemäß Booklet von 2011: Moog 55 (1973), Roland Jupiter-80 (2011), Roland GAIA SH-01 (2010), Roland VP-7 (Vocal Processor), Roland VP-770 (2009), Roland SD-50 sowie zur späteren Bearbeitung die Steinberg-Software Nuendo (die es heute noch gibt). Inwieweit die Geräteliste zutreffend ist, kann ich jedoch nicht beurteilen. Wahrscheinlich wurde das Album überarbeitet.

Tomita The Planets Dolby Surround CD

Dolby Surround CD

 


Tracklist:

1 Mars – 11:07
2 Venus – 9:21
3 Mercury – 4:44
4 Jupiter – 7:33
5 Itokawa And Haybusa – 3:24
6 Saturn – 7:58
7 Uranus – Neptune – 9:14

Gesamtdauer: 53:27


Die Musik:

Tomita hat auf seine eigene Art Holsts „Die Planeten“ elektronisch vertont. Es ist anzumerken, dass dies 1976 geschah, weit vor digitalen Audio-Workstations und Digitalisierung, und rein mit analogen Synthesizern eingespielt wurde.

Gustav Holsts klassische Komposition habe ich sehr lange nicht gehört. Aber das Original ist unverkennbar und herauszuhören.

  1. Mars (The Bringer of War)
    Der Anfang wirkt wie ein Raketenstart zu den Planeten, so die Interpretation von Isao Tomita. Dieser Track hätte auch gut zu einem SF-Film wie Star Wars gepasst. Ich habe mich sowieso immer wieder gefragt, warum in SF-Filmen Orchestermusik verwendet wurde. Synthesizer passen da doch im Grunde perfekt?

  2. Venus (The Bringer of Peace)
    Es fängt mit einer Frauenstimme an, einer synthetischen. Das Stück ist insgesamt ruhig und friedlich, passend zum Titel. Die Räumlichkeit des Mixes trägt hier auch deutlich dazu bei.

  3. Mercury (The Winged Messenger)
    Der geflügelte Bote ist musikalisch ziemlich verspielt. Tomita setzt viele interessante analoge Sounds und Effekte dazu ein.

  4. Jupiter (The Bringer of Jollity)
    Der Jupiter bringt die Fröhlichkeit. Dem wird Tomitas Interpretation durchaus gerecht. Etwa bei 5:25 gibt es eine Sequenz, die sich wie ein landendes Flugzeug anhört und mir aus BERMUDA TRIANGLE (1978) bekannt vorkommt.

  5. Itokawa and Hayabusa
    Die Asteroidensonde „Wanderfalke“ wurde am 9. Mai 2003 zum Asteroiden (25143) Itokawa gestartet, und der Lander wurde am 12.11.2005 auf dem Asteroiden abgesetzt. Es folgte die Rückkehr zur Erde mit einer weichen Landung am 13.06.2011. Dieses Stück ist von Tomita selbst und auch erst auf der SACD-Veröffentlichung von 2011 zu hören. Er vertont dieses Ereignis mit abgefahrenen Soundeffekten, gepaart mit ruhigen, flächigen Klängen.

  6. Saturn (The Bringer of Old Age)
    Ruhig und gemächlich ist das Alter (offensichtlich), Orgelklänge und ordentlich Tiefbass unterstreichen dies.

  7. Uranus (The Magician)Neptune (The Mystic)
    Die beiden äußeren Planeten hat Isao Tomita entsprechend vertont (früher gab es noch einen Planeten mehr, den Pluto, der mittlerweile zum Zwergplaneten degradiert wurde. Pluto wurde aber erst am 18.02.1930 entdeckt, also nachdem Holst die Planeten komponierte).
    Der Zauberer wird erneut unterstützt durch weibliche, magische synthetische Stimmen. Und das Magische geht fließend in das Mystische über.

Tomita The Planets SACD

Unterschiede zur CD:
Die Dolby-Surround-CD hat Track 5 nicht, Track 4 und 6 sind zusammengefasst.

Wertung: 80 %


Besetzung:

Isao Tomita – Synthesizer

Produktion:
Isao Tomita – 4.0 Mix


Der Mix und Sound:

Der Mix ist so etwas von immersiv, obwohl er „nur“ quadrophonisch ist. Alle vier Lautsprecher sind voll gleichberechtigt. Einen Subwoofer kannte man zu Zeiten der Quadrophonie in dem Sinne noch nicht, bei mir ist die Low-Frequency-Extension am Receiver entsprechend konfiguriert und aktiv.

Es geschieht permanent etwas um einen herum, auch Surround-Panner gab es schon früher. Und davon macht Isao Tomita reichlich Gebrauch. Dadurch wirkt der Mix sehr lebhaft und interessant.

Tomita The Planets SACD

Insbesondere bei Mercury wird heftig davon Gebrauch gemacht.

Bei Itokawa and Hayabusa rotiert die tickende Uhr im Surroundfeld.

Der Klang ist sehr sauber und hat viel Dynamik. Daher ist er sehr angenehm anzuhören.

Tomita The Planets SACD

Unterschiede zur CD:
Die CD klingt auch recht gut, ich habe Dolby Surround an meinem Receiver eingestellt, und es passiert auch ziemlich viel um einen herum. Aufgrund des Verfahrens ist dies aber längst nicht so diskret, wie auf der SACD möglich.

Tomita The Planets Dolby Surround CD

Dolby Surround CD

Wertung: 90 %


Vorhandene Tonformate:
SACD DSD 5.1 (4.0, Center und LFE sind leise)
SACD DSD 2.0
CD Audio

Album starten:

Einlegen, loslegen!


Bonusmaterial:

keine, SACD.


Anspieltipp:

Schwierig. Vielleicht der letzte Track: Uranus – Neptune


Fazit:

Holsts Musik ist kein easy listening, aber auch nicht so schwer verdaulich. Der sehr gute Klang, ein lebendiger Quad-Mix mit schöner Räumlichkeit machen diese SACD zur Empfehlung.

 

 

GESAMTWERTUNG: 88 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

SACD: gebraucht ca. 18€ +- und zusätzliche extra Kosten (Versand etc.)

Stand: 15.03.2026

 


 

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