Chicago – Chicago VII


Erscheinungsjahr 1974 | Blu-ray Disc | Jazzrock

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Es ist schon über ein Jahr her, dass ich das letzte Mal einen Quadrophonie-Mix der alten Chicago Scheiben besprochen habe, die vor einigen Jahren in der Blu-ray Box QUADIO (hier mehr dazu lesen) wiederveröffentlicht wurden. Es wird also Zeit für eine weitere Rezension. Das nächste Album ist CHICAGO VII, welches das sechste Studioalbum der Band ist und 1974 erschien.

CHICAGO VII ist das mittlerweile vierte Doppelalbum der Band. Bereits die ersten drei Alben hatten entsprechende Überlänge. Während ihrer Tour zum Vorgänger fügte die Formation in ihren Konzerten längere instrumentale Passagen bei, die vom Publikum unterschiedlich aufgenommen wurden. Hier kam der Wunsch auf, ein Album zu machen, welches mehr in Richtung Jazz geht. Während der Aufnahmen zu CHICAGO VII kam es aber zu einigen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Band, da befürchtet wurde, dass dies kommerziell ein großes Risiko werden würde. Man war damals vor allem im eigenen Lande sehr populär und kam ohne Probleme auf Platz 1 der Albumcharts.

So kam es, dass fast zufällig ein Album geschaffen wurde, welches wieder seine Dauer von über 70 Minuten hatte und somit auf zwei Schallplatten gepresst werden musste. Neben den mehr experimentellen Tracks gesellten sich auch Stücke, die das Publikum erfreuten, die der Band den Star-Status verschafft hatte.


Tracklist:

1 Prelude to Aire – 2:47
2 Aire – 6:27
3 Devil’s Sweet – 10:07
4 Italian from New York – 4:14
5 Hanky Panky – 1:53
6 Life Saver – 5:18
7 Happy Man – 3:34
8 (I’ve Been) Searchin‘ So Long – 4:29
9 Mongonucleosis – 3:26
10 Song of the Evergreens – 5:20
11 Byblos – 6:18
12 Wishing You Were Here – 4:37
13 Call on Me – 4:02
14 Woman Don’t Want to Love Me – 4:35
15 Skinny Boy – 5:12

Gesamtdauer: 72:15


Die Musik:

Wenn man die Vorgeschichte zum Album kennt, ist es nicht verwunderlich, dass gleich die ersten fünf Stücke und somit fast die erste halbe Stunde von CHICAGO VII instrumental ist. Das sind die Jazz-Instrumentals, die die Band ursprünglich auf dem Album haben wollte. Die Songs, die mal mehr, mal weniger radiotauglich für die damalige Zeit waren, kommen alle anschließend. Demnach hat man es fast mit zwei eigenständigen Alben zu tun.

Neben Chicago sind auch einige andere namhafte Musiker auf dem Album vertreten. Bei Wishing You Were Here hört man drei Mitglieder der Beach Boys im Hintergrundgesang und im Song Skinny Boy erledigen dies die Pointer Sisters. Dieser Song war bereits auf dem Soloalbum von Robert Lamm enthalten, welches er kurz zuvor veröffentlicht hatte.

Wertung: 73 %


Besetzung:

  Peter Cetera – bass guitar, lead and backing vocals, acoustic guitar
Terry Kath – guitar, lead and backing vocals, bass guitar, sleigh bells
Robert Lamm – acoustic piano, Fender Rhodes, Moog synthesizer, Mellotron, clavinet, ARP synthesizer, lead and backing vocals
Danny Seraphine – drums, percussion
Lee Loughnane – trumpet, flugelhorn, backing vocals, lead vocals
James Pankow – trombone, percussion, backing vocals
Walter Parazaider – saxophones, flute

Laudir de Oliveira – percussion
David Wolinski – ARP synthesizer, acoustic piano, Mellotron, Fender Rhodes
James William Guercio – guitars, bass
Jimmie Haskell – strings
Wayne Tarnowski – acoustic piano
Ross Salomone – drums
Guille Garcia – percussion
Bobbi Roen, Camelia Ortiz, Diane Nini, Hank Steiger and Julie Nini – background party noises on „Mongonucleosis“
Al Jardine, Carl Wilson and Dennis Wilson – backing vocals on „Wishing You Were Here“
The Pointer Sisters – backing vocals on „Skinny Boy“


Der Surroundmix:

Das Gefühl, dass man es mit zwei unterschiedlichen Alben zu tun hat, hat man auch ein wenig beim Hören des Albums in Surround. Dies liegt an der Verteilung der Instrumente im Raum. Während der ersten Hälfte des Albums gibt es zumeist den gleichen Aufbau. Hinten rechts hört man Gitarre, hinten links Keyboards, zumeist E-Piano. Vorne findet man Gesang, Schlagzeug und Bass. Auch die Bläser werden dort in die vorderen Kanäle gemischt. Die sonstigen Overdubs, bestehend aus weiteren Gitarren, Synthesizern, Percussion und so weiter, werden überall im Raum verteilt, wo gerade eben Platz ist.

Während der zweiten Hälfte des Albums ist der Aufbau dagegen etwas anders. Auch hier gibt es hinten Gitarre und Keys, vorne den Gesang und die Rhytmussektion, die Bläser sind allerdings nun nach hinten gemischt. Dies mag auf den ersten Blick wie ein dezenter Wechsel klingen, allerdings sind die Bläser in der Musik von Chicago stark ausgeprägt, sodass die kleine Änderung durchaus eine große Wirkung im Mix bewirkt.

Eine kleine Ausnahme gibt es im Song Byblos. Hier findet sich das E-Piano plötzlich hinten rechts, statt links, während vorne die Gitarre zu hören ist. Später gesellt sich ein Synthesizer hinten links hinzu. Zudem gibt es im gesamten hinteren Bereich diverse perkussive Elemente zu hören. Dadurch, das sich dieses Stück ein wenig vom normalen Schema auf dem Album abhebt, dürfte dies vielleicht der interessanteste Song im Mix sein.

Aufgrund der zumeist ähnlichen Verteilung der Instrumente im Raum, erhält man eine Art Livecharakter im Klang, was die Band mit Sicherheit so beabsichtigen wollte. Insgesamt findet man wieder einen sehr diskreten Mix vor, bei dem man komplett in die Musik eintauchen kann. Auch vom Sound her braucht sich das 46 Jahre Album nicht vor heutigen Produktionen zu verstecken.

Wertung: 96 %


Vorhandene Tonformate:
DTS HD Master 4.0
DTS HD Master Stereo

Album starten:

Der Quad-Mix startet sofort, nachdem die Blu-ray geladen wurde. Perfekt.


Bonusmaterial:

Auf diesem Album, wie auch auf den anderen Alben der Quadio-Box gibt es keine Extras. Was aber unbedingt erwähnt werden muss, ist die Art der Verpackung des Albums. Es kommt in einem Mini-Vinyl-Cover in Gatefold-Optik, wie es auch in den 70ern veröffentlicht wurde. Sogar eine Minischutzhülle hat man der Blu-ray spendiert, was mir so noch nie untergekommen ist. Zudem beinhalten die Alben noch die Beigaben, die auch die Erstveröffentlichungen damals hatten, wie Textbeilagen, Poster, Bügelbilder und so weiter. Das macht die gesamte Box auch von außen sehr hochwertig. CHICAGO VII kommt wieder mit einem geprägten Mini-Gatefold-Cover daher (siehe Foto).

Chicago VII Quadio Box

 


Anspieltipp:

Byblos


Fazit:

Die gesamte Quadio-Box ist ein Muss für jeden Surround- und Chicago-Fan. Dies gilt auch für CHICAGO VII

Pros / Cons:
+ Sehr gute quadrophonische Abmischung
+ High Resolution (+1 %)
+ Album startet automatisch
– leider keine Downlaodcodes enthalten, um das Album auch unterwegs zu hören.

 

GESAMTWERTUNG: 90 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

Blu-ray: Das Album gibt es nur in der Gesamt Quadio-Box, die mehr und mehr weniger verfügbar wird. Mittlerweile kostet die Box über 200 €.

Stand: 29.07.2020

 


Links:

Offizielle Seite von Chicago

 

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