Chicago – Chicago III (Quad-Mix)


Erscheinungsjahr 1971 | Blu-ray Disc | Jazzrock

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Auch das dritte Studioalbum der amerikanischen Band Chicago wurde wie seine Vorgänger wieder ein Doppelalbum. CHICAGO II wurde überaus erfolgreich und die Band tourte ausgiebig und so war man ziemlich erschöpft, als man sich im Sommer 1970 das erste mal wieder im Studio versammelte.

Radiotaugliches sucht man auf dem Album vergeblich. Chicago sind eher experimenteller geworden, denn es finden sich gleich drei Suiten darauf, die aus mehreren Versatzstücken bestehen. Zwei davon nehmen zudem jeweils eine ganze Plattenseite ein. Ansonsten bietet die dritte Veröffentlichung der Band, die erst mit ihrem zweiten Album ihren endgültigen Namen fand, den in den zwei Jahren bewehrten Soundmix aus Jazz und Rock. Zudem zeigt die Gruppe hier auch erste Einflüsse des Funk, was vor allem im ersten Stück deutlich wird, macht Experimente mit Soundcollagen und bringt auch ein gewisses brasilianisches Flair in sein Schaffen.

In den USA wurde CHICAGO III noch erfolgreicher als der Vorgänger und schaffte es auf Platz 2. Es sollte für die nächsten Jahre die schlechteste Platzierung in den amerikanischen Albencharts werden…

Der Quadrophoniemix erschien schließlich 1974, welcher dann mit allen übrigen Quad-Mixen der Band 2016 in einer Blu-ray Box (Foto) wiederveröffentlicht wurde (hier mehr dazu lesen).


Tracklist:

 1 Sing a Mean Tune Kid – 9:13
2 Loneliness Is Just a Word – 2:36
3 What Else Can I Say – 3:12
4 I Don’t Want Your Money – 4:47
5 Travel Suite – 22:30
6 Mother – 4:30
7 Lowdown – 3:35
8 An Hour in the Shower – 5:30
9 Elegy – 15:27

Gesamtdauer: 71:35


Die Musik:

Was mir beim Hören des Albums auffällt, ist dass Chicago anscheinend Fans von King Crimsons Erstlingswerk waren, welches einige Monate zuvor veröffentlicht wurde. Zum einen erinnert mich das wilde Gitarrensolo bei Sing A Mean Tune Kid an den Instrumentalteil von 21st Century Schizoid Man und zum anderen bietet die Travel Suite im Free Country Abschnitt ebenfalls Stellen von unmelodischem Geplänkel, welches mich an die Improvisation bei Moonchild erinnert.

Man merkt dem Album etwas die Erschöpfung der Band an, was nicht ungewöhnlich sein dürfte, wenn man innerhalb zwei Jahre drei Doppelalben herausbringt und dazwischen Livekonzerte gibt. So gibt es hier und da Passagen, die das Album etwas in die Länge ziehen und etwas uninspiriert wirken. Auch die beiden langen Suiten hätten durchaus etwas kürzer sein können. Nichtsdestotrotz ist auch auf diesem Album die Energie der Band durchgehend spürbar.

Wertung: 77 %


Besetzung:

Terry Kath – Guitars, Vocals
Robert Lamm – Keyboards, Vocals
Peter Cetera – Bass, Vocals
James Pankow – Trombone, Brass Arrangements
Lee Loughnane – Trumpet, Flugelhorn, Vocals
Walter Parazaider – Woodwinds, Vocals
Danny Seraphine – Drums, Percussion


Der Surroundmix:

Auch auf CHICAGO III zeigt sich, dass der 1974 erschienene Quadmix ohne Rücksicht auf Verluste erstellt wurde. Es wurden vier gleichwertige Lautsprecher vorausgesetzt, sodass ein Mix erstellt wurde, bei dem aus allen Richtungen die gleiche Menge an Musik herausströmt. Soundtechnisch ist es für ein Album aus den frühen Siebzigern gehobene Oberklasse, vor allem was den Sound der Bläser angeht, die – wie auch in den ersten beiden Scheiben – hauptsächlich hinten zu hören sind. Natürlich kann die Klangqualität nicht mit heutigen Produktionen mithalten, dafür klingt es doch zu rau und ungeschliffen, aber dafür sehr authentisch.

Über das gesamte Album findet man den immer wiederkehrenden gleichen Aufbau. Hinten links sind die Tasteninstrumente zu hören, die sich abwechselnd aus Orgel, E-Piano und Klavier zusammensetzen. Hinten rechts ist Platz für die Gitarren, die meistens diverse Rhythmuspattern spielen, zum Beispiel ein Funkpattern mit Wah-Wah-Effekt zu Beginn des Albums. Leadgitarren finden meistens vorne ihren Platz. Außerdem sind dort Gesang, Schlagzeug und Bass zu finden, während die Blaskapelle wiederum hinten zu hören ist. Solodarbietungen der Bläsersektion finden dann aber in der Regel wieder vorne statt.

Leichte Abzüge gibt es für den teilweise etwas zu leise abgemischten Gesang. Vor allem im Stück I Don‘t Want Your Money muss die Stimme stark gegen den Rest der Instrumente ankämpfen. Einer der Höhepunkte ist dagegen der oben erwähnte etwas unmelodiöse Teil Free Country. Man hört hier lediglich vorne eine Flöte, hinten ein Klavier, die scheinbar miteinander diskutieren, während später hinten links sich noch diverse Schlaginstrumente dazugesellen. Ein gutes Beispiel dafür, dass auch Minimalistisches gut im Surroundsound klingen kann.

Wertung: 95 %


Vorhandene Tonformate:
DTS HD Master 4.0
DTS HD Master Stereo

Album starten:

Der Quadromix startet sofort, nachdem die Blu-ray geladen wurde. Perfekt.

 


Bonusmaterial:

Auf diesem Album, wie auch auf den anderen Alben der Quadio-Box gibt es keine Extras. Was aber unbedingt erwähnt werden muss, ist die Art der Verpackung des Albums. Es kommt in einem Mini-Vinyl-Cover in Gatefold-Optik, wie es auch in den 70ern veröffentlicht wurde. Sogar eine Minischutzhülle hat man der Blu-ray spendiert, was mir so noch nie untergekommen ist. Zudem beinhalten die Alben noch die Beigaben, die auch die Erstveröffentlichungen damals hatten, wie Textbeilagen, Poster, Bügelbilder und so weiter. Das macht die gesamte Box auch von Außen sehr hochwertig. CHICAGO III hat in seiner Hülle die beiden Innersleeves mit Texten im Miniformat und ein auffaltbares Poster (siehe Foto oben).

 


Anspieltipp:

Travel Suite


Fazit:

Nicht nur das Album, sondern die gesamte Quadio-Box sind ein Muss für jeden Surround-und Chicago-Fan.

Pros / Cons:
+ Sehr gute quadrophonische Abmischung
+ High Resolution (+1 %)
+ Album startet automatisch
– leider keine Downlaodcodes enthalten, um das Album auch unterwegs zu hören.

 

GESAMTWERTUNG: 91 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

Blu-ray: Das Album gibt es nur in der Gesamt Quadio-Box, die mehr und mehr weniger verfügbar wird. Noch kostet die Box etwa 130-180 €.

Stand: 09.07.2018

 


Links:

Offizielle Seite von Chicago

 

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