The Alan Parsons Project – I Robot
Erscheinungsjahr 1977 | Blu-ray | Pop Rock
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I ROBOT erschien 1977 als zweites Album des The Alan Parsons Project und wurde in den Abbey Road Studios in London aufgenommen. Ursprünglich sollte das Album deutlich enger an die Robotergeschichten von Isaac Asimov angelehnt sein. Da die Rechte an der konkreten Vorlage jedoch bereits vergeben waren, wurde das Konzept thematisch offener gestaltet.
Im Zentrum steht nun allgemeiner das Verhältnis von Mensch und Maschine, verbunden mit Fragen nach Kontrolle, Technologie und Identität. In den 70er-Jahren war dies eines der großen Themen und Science Fiction sehr angesagt. Einige Monate zuvor kam Star Wars in die Kinos. Diese inhaltliche Ausrichtung prägt das Album über die gesamte Laufzeit hinweg und gibt den einzelnen Stücken einen gemeinsamen Rahmen.
Wie bei diesem Projekt üblich, arbeiteten Parsons und Woolfson mit einer Vielzahl von Gastmusikern und Sängern. Es gab kein festes Bandgefüge, sondern eine gezielte Auswahl an Stimmen und Instrumentalisten für die jeweiligen Songs. Unter anderem wirkte Steve Harley bei einem Song mit. Ergänzt wurde das durch orchestrale Arrangements von Andrew Powell. Die Kombination aus Studiotechnik, wechselnden Stimmen und klarer Produktion trägt wesentlich zum charakteristischen Gesamtbild bei.
I ROBOT erreichte seinerzeit Platz 9 in den US-Charts. In Deutschland kletterte das Album im September 1977 bis auf Platz 2. Das klappte auch noch ein zweites Mal im Jahr 2025, als es in seiner Deluxe Edition veröffentlicht wurde. Diese enthält das Album auch in Dolby Atmos. Den Mix erstellte Alan Parsons persönlich. Einige Monate später wurde der Mix aber auch auf Einzel-Blu-ray veröffentlicht. Auf den Streaming Portalen habe ich den Dolby Atmos Mix nicht gefunden.

Tracklist:
1 I Robot – 6:02
2 I Wouldn’t Want to Be Like You – 3:19
3 Some Other Time – 4:05
4 Breakdown – 3:50
5 Don’t Let It Show – 4:21
6 The Voice – 5:21
7 Nucleus – 3:35
8 Day After Day (The Show Must Go On) – 3:43
9 Total Eclipse – 3:05
10 Genesis Ch. 1 V. 32 – 3:37
Gesamtdauer: 41:05
Musikalisch bewegt sich I ROBOT zwischen Pop, Progressive Rock und orchestraler Studioproduktion. Viele Stücke basieren auf eingängigen Songstrukturen, werden aber durch aufwendige Arrangements erweitert. Synthesizer spielen eine zentrale Rolle und erzeugen zusammen mit Chören und orchestralen Elementen eine (für die damalige Zeit) futuristische Klangästhetik, die gut zum inhaltlichen Konzept passt.
Auffällig ist die sehr präzise, fast schon klinische Produktion. Jedes Instrument ist klar definiert im Mix platziert, nichts wirkt zufällig oder roh. Gleichzeitig bleibt die Musik zugänglich, da Melodien und Refrains bewusst im Vordergrund stehen. Diese Verbindung aus technischer Perfektion, konzeptionellem Ansatz und eingängigen Strukturen macht den besonderen Reiz des Albums aus. Mir persönlich ist es an einigen Stellen aber doch etwas zu glatt produziert.
Wertung: 79 %
Besetzung:
Eric Woolfson – clavinet, Fender Rhodes, Wurlitzer, piano, organ, keyboards, backing vocals
Alan Parsons – Projectron, Synthi-A Sequencer Programming, acoustic guitar, vocoder, tape loops and effects, backing vocals
David Paton – bass, acoustic guitar, backing vocals
Stuart Tosh – drums, percussion, water gongs
Ian Bairnson – electric and acoustic guitars, backing vocals
Duncan Mackay – keyboards
John Wallace – piccolo trumpet
B.J. Cole – steel guitar
Andrew Powell – Hammond B-3 organ
John Leach – cimbalom, kantele
Lenny Zakatek – vocals
Allan Clarke – vocals
Steve Harley – vocals
Jack Harris – vocals
Peter Straker – vocals
Jaki Whitren – vocals
Dave Townsend – vocals
Hilary Western – soprano vocals
Tony Rivers – backing vocals
John Perry – backing vocals
Stu Calver – backing vocals
The English Chorale – choir
The New Philharmonia Chorus – choir
Bereits im Opener I Robot wird deutlich, dass man es hier mit einem äußerst immersiven Mix zu tun hat. Synthetische Sounds bewegen sich frei im Raum und ziehen den Hörer sofort ins Geschehen. Nach und nach kommen aus dem hinteren Bereich weitere Keyboards und Gitarren hinzu, während sich später in den Höhen ein sehr präsenter, teils leicht harsch wirkender Glockensound entfaltet. Insgesamt fällt auf, dass der Mix stellenweise recht höhenbetont ist. Das wurde bereits von Mike in einer früheren Abmischung von Alan Parsons kritisiert und zeigt sich auch hier immer wieder, hält sich jedoch insgesamt noch im Rahmen.
Was die Verteilung im Dolby-Atmos-Raum betrifft, werden sowohl die Höhenkanäle als auch die hinteren Lautsprecher intensiv genutzt. Vor allem Gitarren und Keyboards tauchen regelmäßig im Rear-Bereich auf, während solierende Passagen häufig nach oben verlagert werden, um sich klar vom restlichen Geschehen abzuheben. Auch Chöre spielen eine wichtige Rolle und profitieren stark von der räumlichen Platzierung. Besonders auffällig ist das bei Total Eclipse, das nahezu vollständig aus vielschichtigen Chorarrangements besteht, die sich über den gesamten Raum erstrecken. Dabei entsteht eine fast schon cineastische Wirkung, die unweigerlich Assoziationen zum Film 2001 und seinem schwarzen Monolithen hervorruft.
Vor allem die instrumentalen Stücke profitieren von dieser Herangehensweise, da Alan Parsons hier deutlich freier mit der räumlichen Verteilung umgeht. Die Gesangstitel sind zwar ebenfalls über weite Strecken sehr sauber umgesetzt, wirken im Vergleich jedoch etwas konservativer. Schlagzeug, Bass und Leadgesang bleiben meist klassisch in der Front verankert, wodurch nicht immer das volle Potenzial der Raumabbildung ausgeschöpft wird.
Der 5.1-Mix unterscheidet sich dabei leicht vom Downmix des Atmos-Mixes. Letzterer wirkt insgesamt etwas weiter, halliger und tendenziell auch höhenlastiger, im Vergleich dazu erschien mir der 5.1-Mix dann etwas zu dumpf und ja auch irgendwie etwas leblos.
Wertung: 92 %
Vorhandene Tonformate:
Dolby Atmos
DTS HD Master 5.1
PCM 96/24 5.1
I ROBOT startet auf der Blu-ray per Entertaste aus dem Menü heraus direkt in Dolby Atmos, ohne dass man sich vorher durchs Menü quälen muss. Ebenfalls enthalten ist der Original-Stereomix
Auf der Blu-ray gibt es als Bonus ein Musikvideo (nicht in HD) und ein Interview mit Eric Woolfson (19 Min).
Aufwertung: +1 %
Anspieltipp:
The Voice, Total Eclipse
Insgesamt ein größtenteils sehr guter Atmos Mix.
Pros / Cons:
+ sehr guter Surroundmix
+ Bonus (+ 1 %)
+ High Res (+1%)
GESAMTWERTUNG: 90 %
Erläuterungen zur Bewertung
Deluxe Ausgabe: Die Deluxe Ausgabe ist 2025 erschienen, enthält 4 CDs, 2LPs und eine Blu-ray und kostet knapp 200 Euro. EAN: 0711297534108
Blu-ray-Einzelausgabe: Wer es günstig mag, kommt mit der Blu-ray klar. 26 Euro! EAN: 0711297534160
Ältere SACD-Ausgabe: Kleiner Hinweis: Es gibt auch eine SACD von I ROBOT. Diese ist aber nur in Stereo. Kein Surroundmix drauf!
Stand: 07.05.2026
Links:
Offizielle Webseite von The Alan Parsons Project