Alt-J – An Awesome Wave


Erscheinungsjahr 1994 | STREAMING | Alternative Rock

Eine Dolby Atmos Streaming Review

AN AWESOME WAVE ist das Debütalbum von alt-J und erschien im Mai 2012. Die Band hatte sich einige Jahre zuvor an der University of Leeds gegründet, wo sich Joe Newman, Thom Sonny Green, Gus Unger-Hamilton und Gwilym Sainsbury während ihres Studiums kennenlernten. Auffällig war von Beginn an der akademisch-künstlerische Hintergrund der Mitglieder, der sich nicht nur in den Texten, sondern auch im konzeptionellen Denken der Band widerspiegelte. Alt-J verstanden sich früh weniger als klassische Indieband, sondern als Projekt, das musikalische, literarische und visuelle Einflüsse miteinander verband.

Die frühen Aufnahmen der Band entstanden unter stark eingeschränkten Bedingungen in Studentenwohnheimen und mit einfachster Technik. Diese technischen Zwänge prägten den reduzierten, fragmentierten Sound, der später zu einem zentralen Merkmal von AN AWESOME WAVE wurde. Minimalistische Arrangements, präzise gesetzte rhythmische Elemente und ungewöhnliche Songstrukturen entwickelten sich nicht aus einem theoretischen Konzept, sondern aus praktischer Notwendigkeit. Viele dieser ästhetischen Entscheidungen blieben auch im Studio erhalten und definieren bis heute den Charakter des Albums.

Produziert wurde das Album von Charlie Andrew, für den AN AWESOME WAVE das erste größere Projekt als Hauptproducer war. Andrew hatte zuvor als Assistent bei Abbey Road Studios gearbeitet, unter anderem an Film- und Großproduktionen, und brachte dieses technische Wissen in die Zusammenarbeit ein. Sein Ansatz zielte darauf ab, die menschliche Dynamik der Band zu bewahren, gleichzeitig aber eine sehr kontrollierte, fast mechanische Präzision zu erreichen, insbesondere im Schlagzeugspiel. Andrew arbeitete mit vergleichsweise einfacher und teils unkonventioneller Technik, was dem Album seinen klar umrissenen, eigenständigen Klang verlieh. In jüngerer Zeit produzierte er unter anderem auch LUCK AND STRANGE von David Gilmour.

AN AWESOME WAVE wurde schnell zu einem kommerziellen und kritischen Erfolg, der durch den Gewinn des Mercury Prize 2012 zusätzlich verstärkt wurde. Der Preis katapultierte alt-J endgültig ins internationale Rampenlicht und machte das Album zu einem der prägenden Debüts der 2010er-Jahre. Trotz – oder gerade wegen – seiner stilistischen Eigenwilligkeit entwickelte sich das Album zu einem Referenzpunkt für experimentell geprägten Indie-Pop und markierte den Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung der Band.
Alt-J An Awesome Wave Dolby AtmosScreenshot Apple Music App


Tracklist:

1 Intro – 2:37
2 Interlude I (The Ripe & Ruin) – 1:12
3 Tessellate – 3:02
4 Breezeblocks – 3:47
5 Interlude II (Guitar) – 1:17
6 Something Good – 3:38
7 Dissolve Me – 3:59
8 Matilda – 3:48
9 Ms – 3:59
10 Fitzpleasure – 3:39
11 Interlude III (Piano) – 0:53
12 Bloodflood – 4:09
13 Taro – 12:40
14 Hand-made – 2:44

Gesamtdauer: 44:00


Der Dolby Atmos Mix:

Schon lange habe ich kein Album mehr gehört, das so ungewöhnliche, fantasievolle und verspielte Arrangements bietet wie die Musik auf AN AWESOME WAVE. Es braucht mehrere Hördurchgänge, bis man sich an diese Art von Musik gewöhnt. Dabei kann der Atmos-Mix durchaus helfen.

Dieser wurde glücklicherweise so umgesetzt, dass die komplexen Arrangements voll zur Geltung kommen. Mit anderen Worten: Die Abmischung ist ausgesprochen räumlich, die hinteren und oberen Kanäle werden intensiv genutzt. Keyboards und Gitarren sind häufig sowohl vorne als auch hinten präsent, zudem passiert sehr viel im seitlichen Bereich. Auch mit der Raumhöhe wird stark gearbeitet, sodass man regelmäßig von oben beschallt wird.

Dies gilt ebenso für den Gesang, der insgesamt höher positioniert wirkt, als man es üblicherweise erwartet. Immer wieder gibt es zudem Momente, in denen Stimmen deutlich aus den Höhenkanälen kommen. Auch der Hintergrundgesang ist räumlich breit angelegt und meist hinter dem Hörplatz verteilt.

Das Schlagzeug ist überwiegend frontal platziert, auch hier wird jedoch mit der Höhe gespielt. Percussion-Instrumente sind oft im restlichen Raum verteilt und erklingen teilweise ebenfalls von oben. Das für heutige Pop- und Rockproduktionen eher ungewöhnlich häufig eingesetzte Glockenspiel wird in der Regel klar in den Höhenkanälen positioniert. Im Kontrast zu diesen höhenlastigen Klängen finden sich dort gelegentlich auch tiefe Töne von Bass und Bass-Synthesizern, was eher untypisch ist und den Mix zusätzlich von vielen anderen Atmos-Abmischungen abhebt.

Auch klanglich macht der Mix viel Spaß: Alles wirkt fein aufgelöst und plastisch. Die Positionen der einzelnen Klänge lassen sich sehr präzise orten, gleichzeitig sind diese Positionen stark variabel. Selten lassen sich Signale direkt an einzelnen Lautsprechern festmachen, wodurch insgesamt ein sehr immersiver Höreindruck entsteht.


Anspieltipp:

Tessellate, Dissolve Me


Fazit:

Das ist mal immersiv!

 

WERTUNG DOLBY ATMOS MIX: 99 %

 


Verfügbarkeit:

Streaming: Den Dolby Atmos Mix von AN AWESOME WAVE gibt es bei entsprechendem Abo bei Apple Music, Amazon Music Unlimited und Tidal zu hören. 

Stand: 31.01.2026


Links:

Offizielle Webseite von alt-J

 

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