Depeche Mode – Violator


Erscheinungsjahr 1990 | DVD | Synthie Pop

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1990 veröffentlichten Depeche Mode ihr siebtes Studioalbum, welches bis heute ihr erfolgreichstes Werk ist und sich über 15 Mio. mal verkaufte. Auf VIOLATOR begann die Band ihren Sound zu verändern. Neu war die Verwendung von Gitarren, hier noch sporadisch und hauptsächlich auf der erfolgreichen Single-Auskopplung Personal Jesus zu hören. Mit den nächsten Alben bekamen Saiteninstrumente dann eine weitaus größere Gewichtung.

Auf VIOLATOR (zu deutsch Schädling) arbeiteten Depeche Mode zum ersten Mal mit dem britischen Produzenten Flood und dem Franzosen François Kevorkian zusammen, der zuvor Kraftwerks Electric Café gemischt hatte.

Der Surroundmix (von Kevin Paul) kam 2006, wie der gesamte Backcatalog als Collectors Edition in Form einer SACD und DVD heraus. 2009 wurde der Mix wiederveröffentlicht, dann allerdings ohne SACD, sondern mit gewöhnlicher CD. Diese Version nenne ich dann auch mein Eigen. Das Ganze kommt in einem Digipack (mit leicht geändertem Coverartwork) zum Fan. Das neu gestaltete Booklet enthält neben einigen Zusatzinformationen und diversen Bandfotos von Anton Corbijn, auch die Texte der Bonussongs.

 


Tracklist:

1 World in My Eyes – 4:26
2 Sweetest Perfection – 4:43
3 Personal Jesus – 4:56
4 Halo – 4:30
5 Waiting for the Night – 6:07
6 Enjoy the Silence – 6:12
7 Policy of Truth – 4:55
8 Blue Dress – 5:41
9 Clean – 5:28

Gesamtdauer: 47:09


Die Musik:

Mit VIOLATOR fing Depeche Mode an, ihr Soundspektrum zu erweitern. Zum ersten mal wurden echte Gitarren eingesetzt, was VIOLATOR viel organischer klingen ließ, als die vorangegangenen Alben. Mit diesem Album kehrte die Band den typischen 80er Jahre Synthieklängen den Rücken und startete in die 90er durch. Mit Enjoy the Silence dürfte zudem der bekannteste Song der Band darauf enthalten sein. Musikalisch ist das Album durchgehend auf sehr hohem Niveau, regelrechte Lückenfüller sind keine auszumachen, sodass das Album zu Recht bei vielen als der Höhepunkt der Band angesehen wird.

Wertung: 81 %


Besetzung:

Dave Gahan – Vocals
Martin L. Gore – Keyboards, Guitars, Bass, Vocals
Alan Wilder – Keyboards, Bass, Drums
Andrew Fletcher – Keyboards

Nils Tuxen – pedal steel guitar on Clean


Der Surroundmix:

Ich besitze alle Depeche Mode Alben in 5.1 und mein genereller Eindruck war eigentlich, dass die Alben gut abgemischt sind, aber jetzt nicht wirklich zeigen, was alles mit Surround Sound Musik möglich ist. Umso mehr war ich dann überrascht, als ich mir nach längerer Zeit VIOLATOR für diese Rezension anhörte. Denn was da aus den Boxen kam, klang doch mehr als nur gut. Die anderen DM-Rezensionen in Zukunft werden zeigen, ob man sich nicht doch für das erfolgreichste Album mehr Mühe gegeben hat, als für die restlichen Alben der Band.

Die Scheibe beginnt mit dem Hit World in My Eyes und sofort wird klar, es klingt so, wie ein elektronisches Album in 5.1 klingen sollte: Effekte auf allen Kanälen. Dieser erste Eindruck zieht sich schließlich über das fast komplette Album.

Sweetest Perfection spielt sich dagegen zunächst ziemlich frontlastig ab, bis auch hier die ersten Effekte aus den Rears kommen. Während der zweiten Strophe entfaltet der Song dann seine volle Wirkung. Hier kommt diverse Rhythmik aus den hinteren Lautsprechern, die mit synthetischen Streichern untermalt wird. Dass hierbei mehrere Gitarrenspuren verwendet werden, fällt wohl auch mehr im Surroundmix auf.

Ein Highlight von VIOLATOR in 5.1 ist Personal Jesus. Hier ist man von Gitarren und Schlagzeugssounds förmlich umzingelt. Bei jedem neuen Hördurchgang entdeckt man neue Effekte, die durch den Raum schießen und das Outro setzt noch mal einen drauf. Musik in 3D bietet auch Halo, man hat das Gefühl, dass einige Sounds im Kopf des Hörers entstehen.

Das audiophile Highlight ist meiner Meinung nach Waiting vor the Night. Synthesizer Arpeggios aus dem Frontbereich lullen einen erstmal etwas ein. Im Verlauf des Songs kommen viele Sounds aus den hinteren Bereichen, ohne jedoch zu übertrieben zu klingen. Generell kann man bei Musik mit synthetischen Klängen viel mehr aus dem Vollen schöpfen, ohne dass es zu Effekthascherisch klingt.

Der bekannteste Song des Albums dürfte Enjoy the Silence sein, welcher klanglich zum Rest des Albums im 5.1-Mix etwas abfällt, was auch daran liegen könnte, dass die Gitarre im Mix etwas untergeht. Hier hätte man mehr rausholen können.

Die letzten drei Stücke kommen aber wieder zu alter Stärke. Hier ist vor allem das kurze Zwischenspiel in Blue Dress erwähnenswert: Während im Rest des Songs der ganze Raum von einer schwirrenden Geräuschkulisse umgeben ist, hört man plötzlich für ein paar Takte sanfte Gitarrenakkorde und Gesang aus den vorderen Lautsprechern, während im Rest des Raums Stille herrscht, was fast schon eine andächtige Stimmung erzeugt. Surroundsound ist auch, bewusst auf Audiokanäle zu verzichten um den „Hör-Fokus“ in eine bestimmte Richtung zu legen.

Im großen Ganzen bieten VIOLATOR einen sehr guten Surroundmix, der richtig Spaß macht und zum Entdecken einlädt.

Wertung: 92 %


Vorhandene Tonformate:
DTS 5.1  (96 kHz / 24 bit)
Dolby Digital 5.1
PCM Stereo

Album starten:

Die Ausgabe auf DVD spielt zunächst eine 21 Sekunden lange stille Logoanimation ab. Im anschließenden Menu ist der 5.1 Mix vorausgewählt. Leider muss man anschließend noch das Tonformat wählen, und hier ist dann plötzlich PCM Stereo als oberster Punkt angewählt, sodass man anschließend mit den Pfeiltasten runter muss. Ein logisches Menü geht anders. Hinzu kommt, dass man aus der Stereospur nicht über die Audiotaste in die anderen Tonspuren wechseln kann. Die Surroundspuren kann man dagegen untereinander wechseln. Die (richtige) Wahl der Tonspur lässt aber immer noch keine Musik erklingen, denn auf der nächsten Menüseite kann man auswählen, welchen Song man hören will. Enter startet Song 1, World in my Eyes. Fazit: Das Menü bietet für eine Navigation ohne Monitor ziemlich viele Stolperfallen.

Die Kurzfassung zum Glück: ENTER DOWN DOWN ENTER ENTER

ENTER

DOWN > DOWN > ENTER

ENTER

 

Abwertung: -2%


Bonusmaterial:

Auf der DVD befindet sich zudem sehr üppiger Bonuscontent. Enthalten sind B-Seiten und Non-Album-Tracks, die in den gleichen Sessions aufgenommen wurden. Leider gibt es diese nur in Stereo. Sehr interessant sind die Album Making-Ofs, die alle Collectors Editions der Depeche Mode Alben haben. Das sind Dokumentationen, die die Entstehungsgeschichte des jeweiligen Albums skizzieren. Hier kommen die einzelnen Bandmitglieder, Produzenten und andere Beteiligte, wie zum Beispiel der bekannte Fotograf und Regisseur Anton Corbijn, der für viele Albencover und Videodrehs der Band verantwortlich war, zu Wort. Zudem versucht man hier immer den damaligen vorherrschenden Zeitgeist einzufangen, was gut gelingt. Nicht selbstverständlich für „Bonusvideos“ ist, dass diese Dokus zudem mit diversen zuschaltbaren Untertiteln kommen. Schön und komplett wäre es, wenn auf der DVD auch die Musikvideos vorhanden wären (Genesis und Björk haben das so gemacht). Da wollte man wohl durch weitere Musik-Video-DVDs etwas zusätzliches Geld verdienen.

Aufwertung: +2 %


Anspieltipp:

Waiting for the Night


Fazit:

Sehr guter Surroundmix, tolles Bonusmaterial, leider umständliches Menü auf der DVD

Pros / Cons:
+ sehr guter Surroundmix
+ Bonusmaterial (+2%)
– Advanced Resolution nur auf vergriffener SACD Ausgabe
– Menü unlogisch (-2%)

 

GESAMTWERTUNG: 89 %

Erläuterungen zur Bewertung

Verfügbarkeit:

CD / DVD: Ist leider so gut wie out of print. Bei Amazon kann man es über den Marketplace noch für über 50 Euro kaufen.

SACD / DVD: Ist älter und somit weitaus out of printer —> 100 Euro für gebrauchte Exemplare.

Stand: 18.03.2017

 


Links:

Offizielle Webseite von Depeche Mode

 

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